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Nachrichten Letzter Tag im Café Marie: Team trägt schwarz
Region Laatzen Nachrichten Letzter Tag im Café Marie: Team trägt schwarz
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00:36 15.10.2018
Am Freitag wurde letztmals Mittagessen im Awo-Café Marie im Stadthaus ausgegeben. Quelle: Astrid Köhler
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Laatzen-Mitte

Trauerfarbe statt rot: Das Team des Café Marie ist am Freitag bewusst in schwarz zur Arbeit gekommen. Schließlich war es der letzte Tag für das Café mit Essensangebot im Stadthaus. Von der nächsten Woche an und bis auf Weiteres bleiben die Türen zum Bedauern Vieler geschlossen. Der Seniorenbeirat Laatzen dankte den Mitarbeitern am Vormittag für ihren Einsatz.

"Wir werden euch schmerzlich vermissen": Der Seniorenbeirat mit dem Vorsitzenden Winfried Kahle (von links), Dieter Mahler, Cordula Schwarze und Fred Warnke übergeben kleine Geschenke an das Team des Café Marie. Quelle: Astrid Köhler

„Die Senioren werden euch schmerzlich vermissen“, sagte Fred Warnke zu den noch verbliebenen Cafémitarbeitern. Das Einfühlungsvermögen, den freundlichen Service und nicht zuletzt das gute Essen hätten alle geschätzt. Als Dank überreichten Warnke und weitere Vertreter des Seniorenbeirats jeweils eine Flasche „guten“ französischen Rotweins. Unter 92 Parkerpunkten – die Bewertungsskala steht für die Kategorie „herrvorragend“ – mache er nichts, betonte der Vorsitzende Winfried Kahle, der die Kritik des Seniorenbeirates an der Caféschließung erneuerte.

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Es sei mehr als bedauerlich, dass sich die Entscheidungsträger bei Stadt und Awo nicht haben einigen und die strittigen Finanzierungsfragen aus der Welt schaffen können. Speziell der Awo Region Hannover warf Kahle vor, bestehende Verträge nicht einzuhalten. Diese hatte die vorzeitige Schließung betriebswirtschaftlich begründet. Die Mitarbeiter erhalten Angebote für andere Standorte oder arbeiten bereits dort.

Am Abschlusstag gab es noch einmal Putenragout mit Gemüse und Reis, Vollkorn-Fischstäbchen mit Kräutersoße und Blumenkohl oder aber Gebackener Camembert mit Preiselberen und Möhrensalat zu Preisen von 4,80 bis 5,40 Euro. Die letzte im Awo-Café ausgegebene Mahlzeit wurde nicht mehr im Stadthaus zubereitet sondern kam, wie auch an den anderen Herbstferientagen, aus der Awo-Küche in Gehrden.

Geräte werden am Montag abgeholt

Ein Teil der Küchengeräte sei bereits abtranspotiert worden, bestätigte Koch Ilker Pekdur, der fast fünf Jahre lang die Speisen in Laatzen zubereitet hatte. Der Rest würde Anfang der nächsten Woche geholt. Er selbst verstärkt künftig als dritter Koch das Küchenteam in Sehnde, das ab Montag das Essen für die Kita am Marktplatz und fünf weitere Kinderbetreuungseinrichtungen in Laatzen zubereitet.

„Das ist sehr schade und tut mir leid“, sagte Helga Rosemann, die am Freitag noch einmal mit ihrem Nachbarn zum Mittagessen ins Stadthaus kam. Künftig werde sie wohl mit der Bahn in den Nachbarstadtteil nach Rethen fahren und dort bei den Hannoverschen Werkstätten essen. „Da gibt es einen Mittagstisch für 5,30 Euro.“ Ingrid Groth wiederum hofft, dass im Januar wieder ein Café im Stadthaus eröffnet. Wenn es nicht anders ginge, könne der Essenspreise auch um 1 Euro angehoben werden. „Hier sitzt man so schön.“

Wann wieder ein Café im Stadthaus öffnet, ist unklar. Nach Angaben der Stadt gibt es bezüglich der Nachfolgersuche und Ausschreibung noch keinen neuen Strand. Die Schließzeit solle so kurz wie möglich gehalten werden, heißt es, könne aber bis zum Frühjahr andauern.

Von Astrid Köhler