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Region Laatzen Nachrichten McDonalds-Mitarbeiter schlägt Gäste mit Fritteusenkorb
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00:49 21.04.2018
Vor der McDonalds Filiale an der Karlsruher Straße hat ein Mitarbeiter zwei Gäste mit einem Fritteusenkorb geschlagen. Quelle: Junker
Alt-Laatzen

 Gerichtsverhandlungen können in vielerlei Hinsicht unterhaltsam sein – in der Realität noch viel mehr, als es im Fernsehen scheinen mag. Im Laatzener Fall, der am Mittwoch im Amtsgericht Hannover verhandelt wurde, ist es das Tatwerkzeug, das für Belustigung sorgt: ein Metallkorb, in den normalerweise Pommes ins siedende Fett getaucht werden.

Dimitri D., 27, ist der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Der Hannoveraner soll, damals als Mitarbeiter im McDonald’s-Restaurant in der Karlsruher Straße, zwei Männer mit dem Fritteusenkorb geschlagen haben. Einer von ihnen erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf. D. räumt die Tat ein. Zwar sind sich die Zeugen im Ablauf nicht ganz einig, doch bei der Verhandlung am Mittwoch reichen der Richterin die Aussagen: Sie verurteilt den Angeklagten zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Worin alle Beteiligten übereinstimmen: Am Tattag, dem 22. Juni 2017, muss es mächtig heiß gewesen sein. Das Restaurant war voll, die Klimaanlage ausgefallen. Da brutzelten nicht nur die Burger auf hoher Temperatur, auch beim Angeklagten kochten die Emotionen hoch. Sein späteres Opfer, der Erzieher Oliver M., 40, war mit Freunden aus Flensburg angereist, um die Band Guns n’ Roses auf dem Expo-Gelände zu erleben. Die Stimmung war gut, M. spielte über seinen Bluetooth-Lautsprecher Rockmusik, bis die Angestellten ihn aufforderten, die Musik auszumachen. Ein weiteres Problem: Der Gast war in Shorts und Garten-Clogs unterwegs, der Oberkörper nackt: „Das ist vielleicht befremdlich in der Großstadt, aber wenn man aus Flensburg kommt und dem Camping nahe ist ...“, sagt M., dem man die nordischen Wurzeln ansieht: „Den Vergleich mit einem Wikinger habe ich schon öfter gehört.“

M. und seine Freunde wurden vom Schichtleiter des Restaurants verwiesen, statt der zehn bestellten Cheeseburger bekamen sie ihr Geld zurück. An diesem Punkt muss es ein Missverständnis gegeben haben – Dimitri D. lässt über seinen Verteidiger Vyacheslav Varavin erklären, er habe die Situation falsch eingeschätzt. Bewaffnet mit dem Fritteusenkorb ging er auf die Gruppe los. In welcher Reihenfolge er zuschlug, darin widersprechen sich die Zeugen.

M. sagt, der Angeklagte habe zuerst ihn getroffen, aber nicht verletzt. Er sei nur perplex gewesen: „Hat der mich grad ernsthaft mit einem Frittenkorb geschlagen?“ Da kann sich auch die Richterin das Grinsen nicht verkneifen. Ein weiterer Gast, Markus H., habe sich vor den Angeklagten gekniet und gesagt, jetzt könne der doch auch ihn schlagen – was jener auch tat. Eine Zeugin, die mit ihrer Familie im Burgerrestaurant aß, berichtet hingegen, D. habe erst H. geschlagen und dann M. Für die Richterin ist die Reihenfolge wichtig: Jemanden blutig schlagen und dann erneut ausholen, sei anders zu bewerten, als wenn es umgekehrt geschehe.

Markus H. erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf. Wie schlimm die Verletzung war, lässt sich nicht klären: Er sagte weder bei der Polizei aus, noch kommt er am Mittwoch ins Gericht. Dafür brummt ihm die Richterin ein Ordnungsgeld von 150 Euro auf.

D. beteuert, es tue ihm alles sehr leid. Sein früherer Arbeitgeber habe ihm nach der Tat gekündigt, er lebe von 300 Euro und der Unterstützung seiner Familie. Vorbestraft ist er nicht. Sein Verteidiger erklärt, es handele sich um minder schwere Fälle. Das sieht die Richterin anders: sieben Monate Freiheitsstrafe, dazu muss D. 1000 Euro Schmerzensgeld an H. zahlen. Wie Anwalt Varavin im Anschluss an die Verhandlung erklärt, will sein Mandant in Berufung gehen.

Von Katharina Kutsche

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