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Region Laatzen Nachrichten Markt der Möglichkeiten: Kirchen informieren über Klimaschutz vor Ort
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12:00 25.09.2019
Herbert und Wiltrud-Ulrike Mühlbauer (von links) organisieren den Markt der Möglichkeiten in der Arche. Pastor Burkhard Straeck spricht beim Gottesdienst über das Thema "So viel Du brauchst". Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

Das Thema Klimawandel ist derzeit allgegenwärtig. Auch die Laatzener Kirchengemeinden beteiligen sich an der Debatte – und wollen jetzt auf ihre Weise auf die Situation der Umwelt hinweisen. Gemeinsam planen die Thomas- und die St.-Oliver-Gemeinde einen Markt der Möglichkeiten, bei dem lokale Akteure aufzeigen, was man selbst für den Umweltschutz tun kann. Verbunden wird dieser Markt der Möglichkeiten mit einem ökumenischen Schöpfungsgottesdienst, bei dem der evangelische Pastor Burkhard Strack sowie der katholische Pfarrer Thomas Berkefeld die geistliche Komponente des Umgangs mit der Erde thematisieren.

Schüler geben Einblick in ihr Engagement

Beim Markt der Möglichkeiten stellen Schüler, soziale Einrichtungen, aber auch Unternehmen ihre Überlegungen zum Klimawandel vor. Die Umwelt-AG der Albert-Einstein-Schule präsentiert zum Beispiel ihr Upcycling-Projekt, bei dem sie alte Gegenstände zu neuem Leben erwecken. Sie zeigen den Weg von der Kaffeebohne bis zum Verbraucher und bieten fair gehandelte Schokolade an. Das Projekt #EKGforFuture des Erich-Kästner-Gymnasiums stellt Überlegungen zur Vermeidung von Plastikmüll vor und zum Stromsparen in der Schule. Das Gymnasium Sarstedt hat ein Projekt initiiert, bei dem fast alle Schüler Mehrwegflaschen nutzen und Wasser in der Schule zapfen. Zudem bringen sie eine mannshohe Skulptur aus Plastikmüll mit.

Seebrücke macht auf Rettungswesten-Aktion aufmerksam

Auch Gerburg Brückner ist beim Markt der Möglichkeiten dabei. „Zu den Gottesdienstzeiten baut sie seit Jahren einen Stand in der Arche auf, an dem sie fair gehandelte und produzierte Schokolade, Kaffee, Tee, Kokosmatten und andere Dinge verkauft“, sagt Straeck. Regelmäßig bieten auch die Helfer des katholischen Kirchencafé-Teams auf dem Kirchhof von St. Oliver fair gehandelten Kaffee rund um die Gottesdienste an. Mit dabei sind auch die Laatzener Tafel, der Umsonstladen der Diakonie sowie das Sozialkaufhaus Fairkauf. Aktivisten der Seebrücke Hannover machen auf die Rettungswesten-Aktion aufmerksam, an der sich auch die Kirchenregion Laatzen beteiligt. Straeck weist auf den aktuellen Bezug zum Thema hin: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat vor Kurzem angekündigt, zusammen mit anderen Organisationen ein Schiff für die Seenotrettung im Mittelmeer kaufen zu wollen.

Anhand eines Fragebogens können die Besucher zudem ihren ökologischen Fußabdruck bestimmen und sich bei der Genossenschaft Ener:go über Beteiligungsverfahren an Solaranlagen informieren. Laatzens Klimaschutzmanager Bernd Rosenthal gibt Tipps, wie Hausbesitzer ihr Gebäude energetisch sanieren können.

„Macht Euch die Erde untertan“

Die Einspielung eines Videos führt dann zum Schöpfungsgottesdienst über, der unter dem Thema „Ökumenisch für die Schöpfung – beten, nachdenken, sich engagieren“ steht. Unter dem Motto „So viel Du brauchst“ will Pastor Burkhard Straeck auf gerechte Verteilung und einen achtsamen Umgang mit Gütern hinweisen sowie Impulse zum maßvollen Handeln geben. Einen Kontrapunkt setzt Thomas Berkefeld mit dem Motiv „Macht Euch die Erde untertan“ aus dem Alten Testament. Der Pfarrer wirft die Frage auf, ob das heutige Tun des Menschen mit dem Verständnis dieses Verses übereinstimmt.

Im Anschluss an den Gottesdienst zeigen Wiltrud-Ulrike und Herbert Mühlbauer das Video eines Vortrags von Volker Quaschning. Der Professor für regenerative Energiesysteme thematisiert darin die Dringlichkeit des Klimaschutzes. „Er zeigt, warum es wichtig ist, jetzt in Klimaschutz zu investieren und endlich richtig loszulegen“, sagt Herbert Mühlbauer.

Der Markt der Möglichkeiten beginnt am Freitag, 27. September, um 16 Uhr im Foyer der Arche, Marktstraße 21. Der Schöpfungsgottesdienst folgt gegen 18 Uhr. Die Veranstaltungen können unabhängig voneinander besucht werden.

Neu-Laatzener organisieren die Veranstaltung

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung einen geistlichen Doppelpunkt setzen und zum Nachdenken anregen“, sagt Pastor Burkhard Straeck. Er freue sich ganz besonders darüber, dass die Veranstaltung in privater Initiative organisiert wird: Die beiden Neu-Laatzener Wiltrud-Ulrike und Herbert Mühlbauer, die vor 15 Monaten aus dem hessischen Bebra nach Laatzen gezogen sind, hatten sich an die St.-Oliver- und die Thomasgemeinde gewandt, um das Thema Klimaschutz noch stärker in den Fokus rücken. „Wir wollen auf die urchristlichen Gedanken Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zurückkommen“, sagt Wiltrud-Ulrike Mühlbauer. Dafür haben sie zahlreiche lokale Akteure mit ins Boot geholt.

Das Ehepaar beschäftigt sich bereits seit den Siebzigerjahren intensiv mit dem Klima- und Umweltschutz. In Bebra hatten sie unter anderen Aktionen organisiert, mit denen sie bei Bürgern für den Wechsel zu Ökostrom-Anbietern warben. Zudem haben sie dort an einem Radwegekonzept mitgearbeitet und den Verein Waldhessen Solar mitgegründet. In ihrer neuen Heimat Laatzen wollen sie sich weiter engagieren.

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Von Daniel Junker

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