Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten In Ingeln-Oesselse summt und brummt es auf den Bienenweiden
Region Laatzen Nachrichten In Ingeln-Oesselse summt und brummt es auf den Bienenweiden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:52 19.07.2019
Christine und Arthur Rupp haben die Patenschaft für die Bienenweide auf dem ehemaligen Spielplatz Michaelisweg übernommen. Quelle: Stephanie Zerm
Ingeln-Oesselse

Auf dem ehemaligen Spielplatz am Michaelisweg wachsen Stockrosen, Ringel- und Kornblumen, Borretsch und Sonnenblumen. Dazwischen sprießen auf der etwa 350 Quadratmeter großen Fläche Lein und Ackerwinde. „Das sind alles Pflanzen, die Bienen lieben“, sagt Christine Rupp, die mit ihrem Mann Arthur Rupp die Patenschaft für die Bienenweide übernommen hat. Immer wieder sieht man Bienen und Hummeln in die Blüten tauchen und Nektar trinken. Wer seine Ohren spitzt, kann über der gesamten Fläche ein leises Summen und Brummen hören.

Die lila blühenden Stockrosen sind eine beliebte Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Quelle: Stephanie Zerm

Drei blühende Oasen gegen das Insektensterben

Unter dem Motto „Ingeln-Oesselse wird bienen- und insektenfreundlich“ haben Bürger in Zusammenarbeit mit der Stadt Laatzen und dem Ortsrat Anfang des Jahres eine Rettungsaktion für Insekten gestartet und drei Bienenweiden im Ort angelegt: zusätzlich zum früheren Spielplatz Michaelisweg gehört noch eine etwa 1200 Quadratmeter großen landwirtschaftlichen Fläche westlich des Friedhofs und ein rund 1000 Quadratmeter großes Gebiet in Ingeln, nördlich der Streuobstwiese am Höhnebach dazu. Am früheren Spielplatz Michaelisweg haben Kinder aus der benachbarten DRK-Kita bei der Aussaat der bienenfreundlichen Pflanzen geholfen.

Mittlerweile sind erste Erfolge zu sehen. Etliche Insekten tummeln sich auf den bunten Blüten und sammeln Nahrung. Diese ist andernorts inzwischen allerdings rar geworden, sodass immer mehr Bienen und Insekten sterben. „Monokulturen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln machen den Tieren schwer zu schaffen“, sagt Imker Andreas Schäfer, der die Aktion begleitet: „Das Insektensterben ist immer noch dramatisch.“

Passanten können Bienen bei der Arbeit beobachten

Im Doppeldorf haben Biene und Co nun drei Futteroasen. Am Michaelisweg hat der Imker neben der Bienenweide Infotafeln über die Honigproduzenten und einen Schaukasten angebracht. Klappen Passanten diesen auf, können sie hinter Plexiglas das Innenleben eines Bienenstocks sehen. In mehreren Waben wimmeln rund 5000 echte Bienen und produzieren Honig. „Das ist ein toller Anblick“, sagt Arthur Rupp. „Jeden Tag stehen zahlreiche Kinder und Erwachsene vor dem Schaukasten und gucken sich die Bienen an.“ Die fleißigen Honigsammler sollen dort noch bis zum Herbst bleiben. „Überwintern können sie in dem Schaukasten nicht“, sagt Schäfer. „Denn bei Kälte ziehen die Tiere sich zusammen und wärmen sich.“ Doch dafür seien die 5000 Bienen in dem Schaukasten zu wenig. Um zu überleben, müssten alle 60.000 bis 80.000 Bienen eines Volkes zusammensein. Schäfer wird die Bienen daher zu gegebener Zeit wieder abholen.

In dem Schaukasten können Passanten einen Blick in das Innenleben eines Bienenstocks werfen. Quelle: Stephanie Zerm

Auch Privatleute können Insektenretter werden

„Die Bienenweiden sind ein guter Anfang“, findet Schäfer. Dennoch sollte aus seiner Sicht noch viel mehr passieren, um das Insektensterben aufzuhalten. „Um nachhaltig etwas zu tun, müsste man auf den Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft, die zum Sterben aller Insekten führen, verzichten“, sagt Schäfer. Außerdem könnten die großen Maismonokulturen, die Insekten keine Nahrung bieten, durch die Pflanze „Durchwachsene Silphie“ ersetzt werden. „Diese ist mit ihren gelben Blüten insektenfreundlich und kann ebenso gut für Biogasanlagen genutzt werden“, sagt Schäfer. Leider werde sie in Norddeutschland noch kaum angebaut. Aber auch Privatleute können etwas unternehmen. „Sie sollten ihre Gärten nicht mit totem Material wie Steinen und Schotter gestalten, sondern insektenfreundliche Blumen pflanzen“, rät Arthur Rupp.

Landwirte legen Blühstreifen für Insekten an

Sehr positiv sei, dass Landwirte zwischen Ingeln-Oesselse und dem Birkensee in diesem Jahr Blühstreifen für Insekten angelegt hätten, sagt Schäfer. „Davon benötigen wir noch mehr.“ Im nächsten Jahr sollen daher unter anderem auf den Grünflächen hinter den Häusern am Höhnebach weitere insektenfreundliche Flächen entstehen. „Vielleicht beteiligen sich auch Landwirte an der Aktion und legen an dem Feldweg am Höhnebach am Ackerrand ebenfalls Blühstreifen an“, hofft Schäfer.

Lesen Sie auch:

In Hannover gibt es jetzt Honig mit Polizeischutz (HAZ, 16.7.19)

Bienensterben: Müssen mehr Pflanzengifte verboten werden? (HAZ, 26.3.18)

Doppeldorf will bienenfreundlicher werden (HAZ 4.2.19)

Laatzen plant weitere Schmetterlingswiesen im Stadtgebiet (HAZ, 20.5.19)

Von Stephanie Zerm

Sie ist eine studierte Wirtschaftswissenschaftlerin aus Hannover, aber ihre wahre Leidenschaft gehöre der Musik, sagt die 23-jährige Julia Jeevas. Am Sonnabend, 20. Juli, ist die in Moskau geborene mit Gitarrenmusik in Laatzen zu hören. Das Konzert in Rethens Seniorenresidenz beginnt um 16 Uhr.

19.07.2019

Als die Stadt Laatzen zum Jahresbeginn den Betrieb für das Café im Stadthaus ausschrieb, hat es zwar einzelne Nachfragen aber keine Bewerbungen gegeben. Der Ausschreibungstext soll nun überarbeitet werden. Um sich alle Optionen offen zu halten, schließt die Stadt auch einen Eigenbetrieb nicht aus.

18.07.2019

So viele Teilnehmer sind noch nie gekommen: Mehr als 40 Gäste strömten am Mittwoch zur fünften Aktion von „Torte im Ort“ am Dorfbrunnenplatz in Oesselse. Binnen 20 Minuten verspeisen sie alle drei Torten restlos.

18.07.2019