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Region Laatzen Nachrichten In Alt-Laatzen sind die Grünen sogar stärkste Partei
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11:49 27.05.2019
Des einen Freud, des anderen Leid: Die Grünen haben bei der Wahl am meisten zugelegt, die SPD am meisten verloren. In Alt-Laatzen liegen die Grünen sogar ganz vorn.
Des einen Freud, des anderen Leid: Die Grünen haben bei der Wahl am meisten zugelegt, die SPD am meisten verloren. In Alt-Laatzen liegen die Grünen sogar ganz vorn. Quelle: Johannes Dorndorf
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Laatzen

Die Laatzener haben die beiden großen Parteien bei der Europawahl abgestraft: Die CDU verlor 9,6, die SPD sogar 14,1 Prozent im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren. Noch stärker als im Bundestrend legten die Grünen zu, die ihre Stimmenanteil um 12,3 auf 21,1 Prozent mehr als verdoppelten. Stärkste Partei in Laatzen ist die CDU (27 Prozent), die die sonst in Führung liegende SPD (23,7 Prozent) abhängte.

Es ist, als hätten sie es gewusst: Die Laatzener Grünen waren die einzige Partei, die am Sonntagabend zur Wahlparty eingeladen hatten. Entsprechend riesig war die Freude im Café am Südtor, wo sich knapp 20 Mitglieder und Freunde versammelten, als die ersten Hochrechnungen bekannt wurden. Mit 21,1 Prozent übertrafen die Grünen sogar deutlich das Ergebnis der Kommunalwahl von 2011, als sie von der Diskussion um die Fukushima-Katastrophe profitierten und 13,2 Prozent einstrichen.

Grüne in Alt-Laatzen stärkste Partei

„Das Ergebnis ist bundestrendbedingt, aber auch Europa war diesmal sehr wichtig“, sagte der Grünen-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Quasten in einer ersten Einschätzung. Die Entwicklung habe sich schon an den Wahlständen angedeutet, wo die Partei mit ihren Positionen zum Klimaschutz und der Verkehrswende viel Zustimmung erhalten habe. Besonders gefreut habe man sich über das Ergebnis in Alt-Laatzen, wo die Grünen erstmals stärkste Partei wurden: Mit 24,8 Prozent stehen sie besser da als SPD (23,4) und CDU (19,9).

Auf das Stadtgebiet bezogen, liegt die CDU in Laatzen vorn, wenngleich sie im Vergleich zu 2014 deutlich abfiel. Die größten Stimmanteile erhielten die Christdemokraten einmal mehr in Ingeln-Oesselse (29,9 Prozent), sie mussten dort aber auch ein deutliches Minus verkraften (12,2 Prozent). Auch in Grasdorf, Rethen und Laatzen-Mitte hat die CDU unter allen Parteien am meisten Zuspruch. „Wir sind stärkste Kraft geworden, das freut mich – und zeigt, dass wir eine durchaus stabile Wählerschaft haben“, sagt CDU-Stadtverbandschef Paul Derabin. Angesichts dessen, dass die Partei mit ihren Themen bundesweit nicht durchdringen konnte, sei es „nicht schlecht gelaufen“.

SPD: „Ein weiter so darf es nicht geben“

SPD-Hochburg ist und bleibt Gleidingen: Der südlichste Laatzener Ortsteil ist mit 26,1 Prozent der einzige, bei dem die Sozialdemokraten die Nase vorn behielten – vor CDU (22,7) und Grünen (21,4 Prozent). In allen anderen Ortsteilen verlor die SPD ihre Spitzenposition oder erkämpfte sie nicht zurück. „Als ich das Ergebnis gesehen habe, war ich erschüttert“, räumt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Harald Zietz offen ein, der die Fehler auf Bundesebene sieht. „Ein weiter so darf es nicht geben.“ Nicht nur die große Koalition schade der SPD, man habe auch dem Thema Klimaschutz zu wenig Beachtung geschenkt.

Besondere lokalpolitische Effekte sind bei dieser Wahl in Laatzen nicht auszumachen: Die Gewinne und Verluste liegen ganz dicht an denen in der übrigen Region – mit einer Ausnahme: Die AfD legte in Laatzen um 4,2 auf 10,1 Prozent zu. Zum Vergleich: In der Gesamtregion stieg der Stimmenanteil der Partei um 2,3 auf 8,1 Prozent. AfD-Hochburg ist das Stadtzentrum mit seinen drei Wahlbezirken Laatzen-Mitte I (14 Prozent), Laatzen-Mitte II (13,8) und Laatzen-Mitte III (12,1). Innerhalb der Region wählten nur in Ronnenberg, Garbsen, Langenhagen und Seelze mehr Menschen anteilig die AfD.

Die übrigen Parteien blieben – wie schon vor fünf Jahren – unter fünf Prozent: Die bei Kommunalwahlen zuletzt erfolgreichere FDP verbesserte ihr schlechtes Ergebnis von 2014 um 2,7 auf 4,7 Prozent, gefolgt von den Linken (3,8 Prozent), der Satirepartei „Die Partei“ (2,1 Prozent), der Tierschutzpartei (1,6 Prozent) und den Piraten (0,8 Prozent).

Alle Ergebnisse zur Wahl in Laatzen finden Sie in unserem großen Überblick: EU-Wahl 2019: So hat Laatzen gewählt.

Von Johannes Dorndorf