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Region Laatzen Nachrichten Grundschule Im Langen Feld soll neu gebaut werden
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15:11 27.06.2019
Die Grundschule Im Langen Feld ist seit Jahren sanierugsbedürftig. Die Stadtverwaltung schlägt mit Verweis auf eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung den Neubau vor. Quelle: Astrid Köhler
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Laatzen-Mitte

Laatzen steht ein weiteres großes Schulneubauprojekt bevor. Wie das Erich-Kästner-Schulzentrum und die Grundschule Ingeln-Oesselse soll nun auch die aktuell von 290 Kindern besuchte Grundschule Im Langen Feld größtenteils durch einen Neubau ersetzt werden. Die Bestandsgebäude sollen abgerissen und nur die Sporthalle sowie die angegliederte Quatschkiste erhalten werden. Das hat die Stadtverwaltung der Ratspolitik mit Verweis auf eine erst jetzt bekannt gewordene Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung empfohlen.

Im Auftrag der Stadt hatte die Firma SIKMa bis zum Frühjahr die Vor- und Nachteile einer Sanierung der 1968 errichteten Schule mit denen eines Neubaus gegenüber gestellt. Dabei wurden unter anderem baulich-technische Aspekte wie auch die Themen Barrierefreiheit, Funktionalität, Inklusions- und Erweiterungsfähigkeit betrachtet und nicht zuletzt die möglichen Kosten abgewogen.

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„Brandbrief“ und Investitionsstau an der Grundschule

Der bestehende Investitionsstau an der Grundschule Im Langen Feld war nicht zuletzt durch einen sogenannten Brandbrief des Kollegiums Ende 2016 an den Schulträger und Überlastungsanzeigen bei der Landesschulbehörde öffentlich deutlich geworden. Noch 2017 hatte die Stadt eine zwei Millionen Euro umfassendes Sanierungsprogramm angekündigt, das neben Brandschutzmaßnahmen auch eine deutliche Verbesserung der knappen Raumsituation und für die Inklusion umfasste. Tatsächlich umgesetzt wurden aus dem Maßnahmenpaket aber nur der Bau einer neuen behindertengerechten Toilettenanlage und die Verbesserung der Raumakustik, wie Stadtsprecher Matthias Brinkmann auf Nachfragen erklärte: „Alle andere Maßnahmen haben wir auf Eis gelegt.“ Zwischenzeitlich waren dem Schulträger Zweifel aufgekommen, ob sich weitere Investitionen in das mehr als 50 Jahre alte Gebäude lohnen.

Tatsächlich kamen die Berater im Zuge der jüngsten Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu dem Schluss, dass ein Neubau wesentliche Vorteile bietet und auch wirtschaftlicher ist. Das Ergebnis wurde dem Schulausschuss im Mai hinter verschlossenen Türen erläutert. Bei der jüngsten Sitzung am Montag wurde das Thema inhaltlich nicht diskutiert.

Sanierung rund 2,9 Millionen Euro teurer

Den Berechnungen zufolge sei ein Neubau rund 2,9 Millionen Euro günstiger als eine Sanierung im Bestand, teilte Stadtsprecher Matthias Brinkmann auf Nachfrage mit. Genaue Zahlen aus der Untersuchung könne die Stadt nicht nennen. Nur soviel: Für den Neubau sei kalkulatorisch „ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag“ genannt worden. „Wir befinden uns aktuelle in einer sehr frühen Projektplanungsphase“, betonte der Stadtsprecher. Die Untersuchung diene als Entscheidungsgrundlage für den Rat.

Ein entsprechendes Votum für den Neubau vorausgesetzt, würde die Verwaltung anschließend die nächsten Schritte wie Ausführung, Zeitplan und Kostenschätzung klären und den Gremien zu den anstehenden Haushaltsplanberatungen 2020 vorlegen. Ziel sei es, gemeinsam mit der Grundschule ein Raumprogramm zu entwerfen, das künftig auch einen Ganztagsschulbetrieb ermögliche, heißt es in der Vorlage.

Auf dem Pausenhof der mehr als 50 Jahren Grundschule Im Langen Feld wäre Platz für einen Neubau. Quelle: Astrid Köhler

Die Entscheidung fällt zwar erst am Donnerstag, 27. Juni, ab 18 Uhr im Forum der Albert-Einstein-Schule beginnt. Im Vorfeld zeichnete sich allerdings ein Votum für den Neubau ab. Die Gruppe CDU/FDP hat sich bei einer Vorabstimmung in dieser Woche und mit Verweis auf den großen Investitionsstau bereits einhellig für den Neubau ausgesprochen. In der Mehrheitsgruppe von SPD, Grüne, Linke und der beiden Ratsherren Uwe Faull und Heinz Scheibe hat es zwar noch keine Abstimmung gegeben, doch sollen sich dort tendenziell mehr Befürworter des Verwaltungsvorschlags befinden.

Kollegium hofft auf Neubau

Das Kollegium sei froh, dass seitens der Verwaltung der Neubau empfohlen worden sei und er hoffe, dass auch der Rat entsprechend beschließe, sagte Schulleiter Wilhelm Cornelius am Donnerstag auf Anfrage dieser Zeitung. Das jetzige Gebäude sei zu klein und ungeeignet für die Inklusion. Differenzierungsräume fehlten an allen Ecken und Enden, so Cornelius. Etwa jedes zehnte Kind werde inzwischen inklusiv beschult, und mit dem Neubaugebiet an der Langen Weihe sei mit weiter steigenden Schülerzahlen zu rechnen.

Bis der vermutlich auf aktuellen Freiflächen und damit im laufenden Betrieb entstehende Neubau errichtet und genutzt werden kann, werden nach Angaben der Stadt Laatzen zwar mindestens noch vier Jahre vergehen, Schulleiter Cornelius bereichtet dennoch von großer Erleichterung in dem 37 Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter zählenden Kollegium: „Wir freuen uns auf eine schöne, moderne und für die Inklusion geeignete Schule.“

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Von Astrid Köhler