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Region Laatzen Nachrichten Gleidinger Traditionsfirma Anders hat neuen Eigentümer
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18:44 25.03.2019
Der Baustoffhandel Martin Anders an der Oesselser Straße in Gleidingen wurde verkauft. In der nächsten Woche eröffnet der Betrieb unter einem neuen Besitzer. Quelle: Daniel Junker
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Gleidingen

Eigentümerwechsel beim Gleidinger Baustoff- und Natursteinhandel Martin Anders: Das seit mehr als 70 Jahren an der Oesselser Straße bestehende Unternehmen wird künftig von dem in Leese nahe Nienburg ansässige Familienunternehmen Hotze geführt. Am Freitag und Sonnabend bleibt der Betrieb wegen Inventur geschlossen. Am Montag, 1. April, öffnet er dann unter neuer Regie.

“Wir danken den Kunden und Lieferanten herzlich für die langjährige und vertrauensvolle zusammenarbeit und das entgegengebracht Vertrauen in den 70 Jahren seit Bestehen der Firma“, sagte Marlis Anders, Eigentümerin und eine von drei Gesellschaftern der Firma Martin Anders. In den eigenen Reihen habe es keinen Nachfolger gegeben. Das Unternehmen solle aber weiter stark bleiben, und mit der Firma Hotze sei ein traditionsreiches Familienunternehmen gefunden worden. „Wir meinen, dass die Philosophien gut zueinander passen“, so Anders.

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Familienunternehmen übernimmt Traditionsbetrieb Martin Anders

Die Geschichte des Gleidinger Baustoffhandels geht auf den Firmengründer Martin Anders zurück. 1950 erwarb er einen Kohlenhandel an der Oesselser Straße 13 und belieferte seine Kunden zunächst mit Kohle und Brennholz. Seit 1956 handelte Anders auch mit Baustoffen und von 1960 an wurden Privatkunden und Gewerbebetriebe zudem mit Heizöl versorgt. Ein Baumarkt kam 1990 mit auf das Gewerbegelände an der Oesselser Straße.

Nach dem Tod des Firmengründers1993 wurde das Unternehmen von Joachim Schmidt und Wilfried Hartje geleitet. Letzterer stieg fünf Jahre später aus, und der langjährige Mitarbeiter Jürgen Kuhnert folgte als Gesellschafter neben der Gründertochter und Eigentümerin Marlis Anders. 2004 erweiterten Kuhnert und Schmidt das Betriebsgelände auf fast 5000 Quadratmeter.

Der neue Eigentümer,das Hagebaucentrum Hotze, betreibt im Bereich Einzel- und Fachhandel sieben Standorte in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. „Wir haben in der Region Hannover seit Längerem nach einem weiteren Standort gesucht“, heißt es bei Hotze. Viele Kunden hätten sich vom ländlichen Raum in Richtung Hannover orientiert. „Wir wollen die neue Niederlassung in Gleidingen deshalb auch als Logistikzentrum nutzen und von hier aus unsere Kunden beliefern.“

Nach Angaben von Jan-Michel Hotze haben Schmidt und Kuhnert den Betrieb aus Altersgründen verkauft. Er wird nun ebenfalls als Familienbetrieb weitergeführt: Die Familie Hotze führt das 1898 von Wilhelm Hotze gegründete Unternehmen in der fünften Generation. Zur Unternehmensgruppe gehören heute 14 Firmen mit mehr als 300 Mitarbeitern.

Der Betrieb laufe unverändert weiter und auch das Angebot bleibe dasselbe, versicherte Jan-Michel Hotze, Sohn des neuen Geschäftsführers Karl Michael Hotze. „Wir werden das Portfolio allerdings noch erweitern.“ Der Name wiederum solle bestehen bleiben. „Die Marke Martin Anders ist in der Region bekannt, wir wollen sie deshalb weiterhin nutzen“, so der 26-Jährige.

Rechtlich wird der Gleidinger Betrieb künftig als Niederlassung des Hagebaucentrums Hotze geführt. Die Unternehmensgruppe Hotze ist Gesellschafter der bekannten Baumarktkette und gleichzeitig Franchiseunternehmer, also Konzessionspartner der Marke Hagebau. Deshalb würden beim Gleidinger Betrieb noch Schriftzüge ergänzt.

Personal wird übernommen und zusätzliches gesucht

Das Personal werde übernommen, so Hotze. Für das Lager seien sogar zwei neue Mitarbeiter eingestellt worden. „Wir werden den Betrieb ausbauen und wollen im Verkauf weitere Stellen schaffen.“ Zum 1. August würden zudem Auszubildende für die Bereiche Lager und Verkauf gesucht. Dass Arbeitsplätze erhalten und noch zusätzliche geschaffen würden, freue sie, sagte die Gleidinger Ortsbürgermeisterin Silke Rehmert, die ergänzte: „Schön ist es auch, wenn weiterhin Gewerbesteuer in Laatzen gezahlt wird.“

Eine weitere Vergrößerung der Gewerbefläche in Richtung des von der Stadt gepachteten Sport- und Festplatzes war schon bei den vorherigen Eigentümer Thema und ist es noch. „Wir wollen erweitern, sind aber noch im Genehmigungsverfahren“, bestätigt Jan-Michel Hotze. Ein Bauantrag sei hingegen noch nicht gestellt.

Sportplatz soll um ein Drittel kleiner werden

Wie die Stadtverwaltung mitteilte ist eine Erweiterung um 3100 Quadratmeter geplant und soll die Grenze um etwa 30 Meter auf den Sportplatz verlegt werden. Das entspricht etwa einem Drittel der derzeitigen Sport- und Festplatzfläche von 10 500 Quadratmetern. Wie lange Schulen und Vereine den Bereich noch in der jetzigen Form nutzen können, sei unklar, so Stadtsprecher Matthias Brinkmann: „Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Fläche nur noch die nächsten Monate zur Verfügung stehen wird.“ Die Nutzung sei danach unter Umständen nur „noch eingeschränkt“ möglich. Das zu Pfingsten veranstaltete Schützenfest wiederum sei auch künftig nicht gefährdet, hieß es.

Die von der Stadt gepachtete Sport- und Festplatzfläche soll in absehbarer Zeit zugunsten des benachbarten Gewerbebetriebes um etwa ein Drittel (3100 Quadratmeter) verkleinert werden. Quelle: Daniel Junker

Damit dies verlässlich so bleibt strebt die Stadt eine B-Plan-Änderung für den insgesamt 1,6 Hektar großen Bereich an, der sich in Privatbesitz befindet. Die Gremien der Stadt haben bereits zugestimmt, dass die Nutzung als Sport- und Festplatz festgeschrieben werden soll.

Voraussichtlich im Herbst soll der Satzungsbeschluss in Kraft treten. Der Eigentümerwechsel habe keine Auswirkung auf das Verfahren und auch mit den neuen Eigentümern solle ein Pachtvertrag abgeschlossen werden, so der Sprecher: „Über Investitionen in die Fläche muss perspektivisch entschieden werden.“

Von Daniel Junker und Astrid Köhler