Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Schulhof in Laatzen wird künftig mit Videokamera überwacht
Region Laatzen Nachrichten Schulhof in Laatzen wird künftig mit Videokamera überwacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 26.05.2019
Zwei Scheinwerfer beleuchten den Innenhof des Erich-Kästner-Schulzentrums bei Dunkelheit. Zusätzlich soll dort nun auch noch eine Videokamera installiert werden. Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

 Über Scherben, Kokeleien, Schmierereien, Flaschengelage und Urinlachen am Erich-Kästner-Schulzentrum haben sich die Hausmeister sowie Vertreter des Gymnasiums, der Oberschule und der Stadt Laatzen schon oft geärgert. Doch mit den Verunreinigungen soll möglichst schnell Schluss sein – zumindest an dem zuletzt besonders häufig betroffenen Pausenhofbereich neben der Mensa. Vergangene Woche hat die Stadt bereits zwei Scheinwerfer in dem versteckt liegenden Innenhof aufhängen lassen, um Unbefugten die zumeist abendlichen Treffen dort zu vergällen. Noch dieses Jahr will sie außerdem eine Videokamera installieren. Es wäre die erste an einer Laatzener Schule.

So ähnlich wie diese auf einem Gelände in Sehnde installierte Videokamera könnte auch jene Kamera aussehen, die am Erich-Kästner-Gymnasium geplant ist. Quelle: Achim Gückel (Archiv)

Nach Schulschluss, am Wochenende und wohl auch in den Ferien soll künftig gefilmt werden, was in dem öffentlich zugänglichen, gleichwohl aber für Unbefugte gesperrten Pausenhofbereich passiert und wer sich dort aufhält. Der Innenhof an der Mensa liegt nur wenige Meter neben einem offiziellen Weg. Im Falle von Vandalismus soll es so eine Möglichkeit geben, die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen.

Pläne mit Datenschutzbeauftragten abgestimmt

Die Pläne seien eingehend mit den Datenschutzbeauftragten des EKS und der Kommune erörtert worden, betont die städtische Justiziarin Melanie Reimer: „Videoüberwachung ist datenschutzrechtlich ein heikles Thema.“ Im Falle des EKS und nach Abwägung aller sonstigen Möglichkeiten sei entschieden worden, dass eine Überwachung seitens des Schulträgers zulässig sein dürfte. Die Polizei hatte im Herbst 2018 auf einen Anstieg der Vandalismusfällen am EKS hingewiesen und die punktuelle Videoüberwachung angeregt. Die Kamera sollte keinesfalls während, sondern nur außerhalb des Schulbetriebes eingeschaltet sein. Unbeteiligte sollten nicht gefilmt werden, sagt Reimer. Das sei auch der Wunsch der Schulen gewesen.

Reimer: „Videoüberwachung ist das letzte Mittel“

Ihr sei sehr wichtig, deutlich zu machen dass eine Videoüberwachung für die Stadt Laatzen „das letzte Mittel“ sei, betont die Justiziarin, die auch Vertreterin des Bürgermeisters ist. Speziell in dem Bereich an der Mensa hatte es besonders viele Fälle von Vandalismus gegeben. „Das ist ein Schwerpunkt“, so Reimer. Für die Stadt sei es das erste Mal, dass sie die Videoüberwachung einer Schule ausschreibe.

Wann die Kamera an der Mensa genau installiert wird, stehe noch nicht fest, nur dass die Arbeiten „definitiv noch dieses Jahr“ über die Bühne gehen sollten, wie Reimer betont. Rechtzeitig würden dann auch die vorgeschriebenen Schilder angebracht, die auf die Überwachung hinweisen.

Die Leiterin des Erich-Kästner-Gymnasiums, Hella Kohl, zeigte sich im Ergebnis zufrieden. Die Gremien von Gymnasium und Oberschule hatten im Herbst 2018 einhellig eine Videoüberwachung gefordert. Gleichwohl forderte die Schulleiterin, ebenso wie ihr Kollege von der Oberschule, Sven Hinzpeter, und Mitglieder des jüngst tagenden Schulausschusses, einen besseren Schutz des Geländes und Nachbesserungen bei der seit Längerem vorbereiteten Schulhofsatzung. Letztere soll Polizei und Stadt eine bessere rechtliche Handhabe gegen Personen bieten, die sich unbefugt auf dem Gelände aufhalten und daneben benehmen: Unter anderem wird der Konsum von Alkohol, Zigaretten und Drogen sowie Verunreinigungen, Feuer und das Mitführen von Waffen wird künftig explizit verboten.

Markierungen zeigen Geländegrenzen

Gelbe Linien markieren jetzt den Schulhofbereich des Erich-Kästner-Schulzentrums. Quelle: Daniel Junker

Das Problem: Über das EKS-Gelände führen mehrere öffentliche Wege. Um deutlich zu machen, wo die Grenze verläuft, hat die Stadt vergangene Woche Markierungen aufbringen lassen. Zudem feilt sie seit Monaten an einer Schulhofsatzung. Die am Montag vorgelegte Fassung wurde trotz mehrfacher Überarbeitungen noch immer nicht beschlossen. Mehrere Mitglieder des Schulausschusses äußerten Einwände, unter anderem wegen der aus ihrer Sicht ungenauen Definition von Pausenhöfen und des von Oberschulleiter Hinzpeter geschilderten Aufsichtsproblems: „Ich habe die Verantwortung für 500 Schülerinnen und Schüler –Frau Kohl für 1000 –, und ich kann für die Sicherheit der Kinder nicht garantieren. Das macht mir Bauchschmerzen.“ Die neu aufgebrachten Markierungen seien zwar gut, doch hinderten sie Menschen nicht daran, die uneinsehbaren Bereiche zu betreten.

Schulen fordern mehr geschützte Pausenhöfe

Nur zwei der fünf Pausenhöfe des EKS (P4 und P5) liegen in unzugänglichen Bereich und sind mit einem Zaun oder durch Gebäudeteile abgegrenzt. Über die Schulhöfe P1, P2 und P3 führen öffentliche Wege, die neben Fußgängern auch Hunde und Fahrradfahrer nutzen. „Das ist kein Zustand“, sagte die Gymnasialleiterin Kohl. Das Schulzentrum brauche mehr geschützte Bereiche. CDU-Ratsherr Martin Löhlein (CDU) und der Elternvertreter Dirk Knoop regte an, die Widmung von Wegen zu überdenken.

Beschluss zur Schulhofsatzung erneut vertagt

Der Beschluss der auch von anderen Schulen wie der Albert-Einstein-Schule (AES) dringend erwarteten Schulhofsatzung wurde ein weiteres Mal vertagt und ist nun für die Juni-Sitzung geplant. In die finale Fassung sollen auch die Schulvertreter noch einmal einbezogen werden.

Von Astrid Köhler

Fastenbrechen als Tag der offenen Tür für alle: Dazu lädt die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Laatzen Stadtvertreter und Interessierte für Freitag, 24. Mai, ein. Die Veranstaltung fällt in den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan.

26.05.2019

Kurioser Einsatz in Alt-Laatzen: Ein Hund ist am Mittwoch auf dem Flachdach eines Kiosks herumgelaufen. Er war beim Lüften einer benachbarten Wohnung unbemerkt entlaufen. Das „Körbchen“ der Feuerwehrdrehleiter musste der Hund letztlich nicht besteigen: Er gelangte durch ein Fenster zurück ins Haus.

26.05.2019

Trickdiebe haben Laatzener Senioren am Mittwoch ausgenommen. Sie gaben sich an der Haustür als Flohmarkthändler aus, doch in Wirklichkeit waren es Trickdiebe. Die Polizei sucht Zeugen und ruft zu „gesundem Misstrauen“ gegenüber Fremden auf.

25.05.2019