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Region Laatzen Nachrichten Bahn schließt Tauben-Nistplätze in Rethen
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15:19 17.05.2019
Die Zwischenräume in den Brückenpfeilern der Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn in Rethen werden mit Gittern verschlossen, damit dort keine Tauben mehr nisten können. Quelle: Daniel Junker
Rethen

Das dürfte die Anwohner des Rethener Zuckerhauses freuen: In der nahe gelegenen Bahnbrücke der ICE-Strecke in Rethen sollen künftig keine Tauben mehr nisten. Seit Montag verschließen Arbeiter die Spalten und Hohlräume an den Pfeilern des Bauwerks. Die Anlieger hoffen nun, dass sich die Tiere neue, weiter entfernte Behausungen suchen und weniger Mist im Wohngebiet anfällt.

Im Auftrag der Bahn bohren die Arbeiter an jedem der 14 Pfeiler in luftiger Höhe Löcher in den Beton, um Drähte und Gitter zu befestigen. Noch am Freitag sollten die Arbeiten beendet und alle Hohlräume abgedichtet sein. Bereits vor zwei Wochen hatten die Arbeiter bereits Unmengen an Taubenkot aus dem Bauwerk herausgeholt. „Das waren bestimmt 2,5 Kubikmeter“, sagt Florian Krieger, der zusammen mit seinem Vater Harald und weiteren Beschäftigten unter der Brücke tätig ist. Die Kotschicht, die sich im Hohlraum des Baukörpers über den Betonpfeilern angesammelt hatte, sei über die gesamte Länge des Bauwerks verteilt und teilweise mehr als 20 Zentimeter dick gewesen.

„In der Brücke haben mindestens 1000 Tauben genistet, eher mehr“, schätzt Harald Krieger. Selbst mit Schutzanzügen hätten die Mitarbeiter der Bahn, die den Tunnel im Inneren des Bauwerks für die Brückenprüfung nutzen, dort nicht mehr hineingehen können. „Aufgrund des Taubenkots war da oben seit 15 Jahren niemand mehr drin“, berichtet Florian Krieger. Dem entsprechend ließen sich die tierischen Hinterlassenschaften auch nicht einfach entfernen: „Wir haben den Taubenkot mit einem Spezialsauger herausgeholt, mit dem man auch Beton saugen kann.“

Der Motor des Saugers befand sich auf einem an der Meineckestraße abgestellten Anhänger. Damit der am Fuße der Brücke entlanglaufende Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wird, mussten die Arbeiter den 15 Zentimeter dicken Schlauch von der Straße aus zunächst unter den Schienen hindurch an das Bauwerk heranführen. „Wegen der Länge des Schlauchs von 100 Metern mussten wir ihn immer wieder versetzen“, sagt Harald Krieger.

Seit Montag sind die Arbeiter damit beschäftigt, die Hohlräume mit Draht und Gittern zu verschließen. Die meisten Tauben seien aus dem Bauwerk geflohen. „Sie sitzen jetzt drüben auf einem Dach“, sagt Harald Krieger und zeigt in Richtung Zuckerhaus. Er geht davon aus, dass die Tiere in den nächsten Tagen von dort verschwinden. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Tauben sich nach ein paar Tagen einen anderen Ort suchen, weil sie ihre Nistplätze nicht mehr nutzen können.“

Anwohner hoffen, dass die Tauben umziehen

Für Zuckerhaus-Miteigentümer Matthias Odenthal wäre das eine lang ersehnte Nachricht: Zuletzt war die Taubenpopulation rund um das Gebäude so stark angewachsen, dass der Kot Vorgärten, Terrassen und Autos stark verdreckte. „Mal schauen, ob sie sich neue Quartiere suchen“, sagt der Rethener. Er vermute aber, dass sich dies hinziehen dürfte.

Obwohl das Bauwerk mittlerweile vom Taubenkot nahezu befreit ist, werden die Kriegers und ihre Kollegen in der übernächsten Woche noch einmal an der Brücke arbeiten. „Wir werden die Hohlräume und die Pfeiler dann noch einmal grundreinigen.“ Schließlich hätten sich vor der endgültigen Schließung der Zwischenräume immer noch Tauben in der Brücke aufgehalten.

Wenn später Mitarbeiter der Bahn die Schächte im Inneren der Brücke betreten wollen, müssen sie die Gitter übrigens nicht wieder entfernen. „Es gibt zwei Türen, mit denen man in die Brücke hineinkommt“, sagt Harald Krieger.

Von Daniel Junker und Johannes Dorndorf

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