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Region Laatzen Nachrichten AES nimmt Abschied von ihrem Freund „Salek“ Finkelstein
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16:40 28.06.2019
Gedenken an Salomon Finkelstein: Rund 400 Schüler und Gäste der Albert-Einstein-Schule kommen zur Gedenkfeier des Zeitzeugen in der Aula zusammen. Quelle: Astrid Köhler
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Laatzen

Mit bewegenden Worten der Anerkennung und Dankbarkeit haben am Freitag rund 400 Schüler sowie Gäste der Albert-Einstein-Schule Abschied von Laatzens Ehrenbürger Salomon „Salek“ Finkelstein genommen. Auch die Familie des NS-Zeitzeugen war bei der 45-minütigen Gedenkfeier im Forum dabei und erinnerte an das Leben und die Botschaft des Holocaustüberlebenden.

Das AES-Forum sei der richtige Ort für die Feier, betonte Fachbereichsleiter Wilhelm Paetzmann. Seit 2010 war Finkelstein dort regelmäßig mit seinem Freund Henry Korman zu Gast, um Schülern von ihren Erlebnissen in der NS-Zeit zu berichten, und genau in diesem Forum erhielt er noch Anfang Juni das Ehrenabitur überreicht.

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Dass Finkelstein – als Schüler aus dem vertrauten Leben gerissen – über Jahre schlimmste psychische und physische Gewalt erleben musste, nicht an seinen Erlebnissen zerbrochen sei, er vielmehr noch die Kraft fand, ohne Hass darüber zu berichten, verdiene höchste Bewunderung und Respekt, sagte Paetzmann. Weitere Redner, darunter der Sprecher des Abiturjahrgangs Fabian Hennig, schlossen sich dem an und erinnerten an die Botschaften des Zeitzeugen, Freiheit und Demokratie zu verteidigen, Unrecht nicht hinzunehmen und sich für Schwache einzusetzen: „Wir sehen es als Ehre an, ihn kennen gelernt haben zu dürfen.“

Band spielt „Blues for Salek

Eine Schüler-Lehrer-Band begleitete die Gedenkfeier musikalisch. Neben Finkelsteins Lieblingslied „Bei mir bist Du schön“ spielte diese auch den von Musiklehrer Daniel Haupt für den Zeitzeugen komponierten „Blues for Salek“.

Zwei von Finkelsteins drei Töchtern traten ebenfalls ans Mikrofon und bekräftigten die enge Verbundenheit ihres Vaters mit der AES. Die Zusammentreffen mit den Schülern hätten diesem viel bedeutet: „Ihr seid das Gegenstück zu der Geschichte, die er erlebt hat“. Die Verleihung des Ehrenabiturs Anfang des Monats sei für ihn eine Erfüllung gewesen. Danach habe sich ein Kreis geschlossen.

„Vergesst den kleinen Finkelstein nicht“ hatte der 96-Jährige bis zuletzt oft gesagt. Für all jene, die ihn kannten und dies wie die AES als „Privileg“ mit Dankbarkeit und Würde erkannten ist klar: „Wir werden den kleinen Finkelstein nie vergessen“.

Von Astrid Köhler