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Region Laatzen Nachrichten 20 Senioren treffen sich beim ersten Speeddating im Stadthaus
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15:00 24.05.2019
Alle acht Minuten: Ludmilla Stadler vom Seniorenbüro der Stadt Laatzen schlägt den Gong und zeigt an, wann die Gesprächspartner einen Platz weiterrücken müssen. Quelle: Katharina Kutsche
Laatzen-Mitte

Acht Minuten können lang werden, etwa wenn der Gesprächspartner so richtig loslegt. „Bei drei Leuten bin ich gar nicht zu Wort gekommen“, sagt Gisela Baumert amüsiert. Die 68-Jährige ist eine von 20 Seniorinnen und Senioren, die beim ersten Speeddating der Stadt Laatzen mitmachen. Die Veranstaltung am Donnerstagnachmittag wurde vom Seniorenbüro organisiert und hatte vorab für enormes Interesse gesorgt: 47 Anmeldungen gingen bei der Verantwortlichen Ludmilla Stadler im Seniorenbüro ein.

Stadler hatte die Idee für das Speeddating, als sie im Fernsehen einen Beitrag aus Schweden über solch eine Veranstaltung gesehen hatte. Ziel sei dabei weniger ein klassisches Dating, also eine Suche nach dem Partner fürs Leben, sondern das „Vermitteln von Freizeitbekanntschaften“, sagt Stadler. „Manche Damen haben vorher extra angerufen und gefragt: Ist das eine Partnervermittlung? Dann komme ich nicht! Andere dagegen fragten: Wie viele Männer kommen denn?“

Gesprächspartner wechseln alle acht Minuten

Tatsächlich sind es beim ersten Termin 18 Frauen und zwei Männer, die sich im Stadthaus an der Marktstraße eingefunden haben und sich munter unterhalten. An zehn mit Blumen dekorierten Tischen sitzen sich die Gesprächspaare gegenüber, alle acht Minuten schlägt Stadler den Gong und gibt damit das Zeichen zum Wechseln: Eine Hälfte der Gruppe bleibt an ihrem Platz sitzen, die anderen rücken weiter. So treffen alle Teilnehmer je zehn unterschiedliche Menschen. Und nach jeder Unterhaltung kreuzen sie auf einer Karte an, ob sie damit einverstanden sind, dass der eigene Name mit Telefonnummer an denjenigen oder diejenige weitergegeben wird.

Gisela Baumert etwa möchte drei der zehn Menschen wiedertreffen, die sie gerade kennengelernt hat – natürlich nicht die drei, bei deren Monolog sie gar nicht dazwischen kam. Die Gleidingerin hat vor elf Jahren ihren Mann verloren und seitdem auch nur noch wenige Freunde oder Bekannte. Als sie auf das Speed-Dating-Angebot aufmerksam wurde, sei sie neugierig geworden: „Ich habe sofort gesagt, das mache ich. Und ich habe es nicht bereut.“ Sie suche jemanden, mit dem sie auch mal reisen könne, auf eine Kreuzfahrt gehen etwa. Sich mit jemand Fremden eine Doppelkabine zu teilen, sei ja so eine Sache. Aber wenn man sich vorher schon mal regelmäßig treffen könnte, sehe das anders aus. „Das hier ist eine ganz tolle Veranstaltung, ich würde jederzeit wieder kommen“, sagt Baumert.

Trotz der guten Stimmung im Raum möchte keiner der Teilnehmer auf einem Foto zu sehen sein. Dating ist eben für viele, unabhängig vom Alter, doch etwas sehr Privates. So auch für Cord G., der seinen Nachnamen deswegen nicht ausgeschrieben lesen möchte. Der 76-Jährige sagt, er sei überrascht über die gute Organisation der Veranstaltung. „Im normalen Leben habe ich gar nicht die Möglichkeit, ein zwangloses Gespräch anzufangen und wieder zu beenden, wenn es nicht passt.“ Hier treffe man mehrere Menschen, erzähle etwas über sich selbst und die eigenen Interessen – „so hat man gleich einen persönlichen Eindruck“.

Zweiter Termin für Speeddating in Planung

Die Teilnehmer kommen durch die Acht-Minuten-Begrenzung zwangsläufig schnell in Kontakt, das bestätigen auch Stadler und Helga Stolze vom Besuchsdienst, die bei der Organisation unterstützt. „Gerade die Frauen haben ein größeres Gesprächsinteresse und ein größeres Freizeitbedürfnis“, sagt Stadler: Unter den 47 Anmeldungen sind nur vier von Männern. Wegen des großen Interesses und der langen Warteliste soll es auf jeden Fall einen zweiten Termin geben. Und es sei auch durchaus vorstellbar, dass es eine regelmäßige Veranstaltung wird – aber das müsse mithilfe von Ehrenamtlichen organisiert werden, so Stadler. Das Seniorenbüro könne das gern begleiten, aber nicht mit hauptamtlichen Kräften regeln, dafür gebe es zu viele andere Aufgaben. Wenn sich jemand finde, der das übernehmen wolle, ein Verein etwa, dürfe er sich gern im Seniorenbüro melden.

Schön wäre das bei dem positiven Feedback schon, denn der Bedarf scheint vorhanden. Astrid Chang, 77, hofft etwa, bei dem Speeddating jemanden zu finden, mit dem sie ins Theater, essen oder auf Reisen gehen könne „oder auch einfach mal einen Klönschnack halten“. Sie sei seit zwei Jahren Witwe, und ihr Mann als Chinese eher humorlos gewesen: Das habe es schwer gemacht, Freunde zu finden. Von den zehn Menschen, die sie im Stadthaus kennengelernt hat, könne sie sich bei sechs weiteren einen Kontakt vorstellen. Aber ein potenzieller Lebenspartner müsse nicht dabei sein, sagt die Hemmingerin lachend: „Meine Kinder haben gesagt: Bring uns bloß keinen Mann nach Hause.“

Wer sich für die Organisation weiterer Speeddating-Angebote interessiert, kann sich unter Telefon (0511) 8205 5402 oder per E-Mail an seniorenbuero@laatzen.de beim Seniorenbüro der Stadt melden.

Von Katharina Kutsche

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