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Region Laatzen Nachrichten Nach dem Autoverkauf meldet sich die polnische Polizei
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00:17 12.05.2019
Auf dem Foto aus dem Blitzer in Polen, lässt sich gut das gefälschte Hannoveraner Nummernschild erkennen. Echte Exportkennzeichen haben hinter der Nummer noch einen Buchstaben. Außerdem steht auf dem roten Balken das Datum, bis wann der Versicherungsschutz noch gültig ist. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen-Mitte

Als der Laatzener Sefa Ates Ende März seinen Audi A6 bei einem Onlineportal zum Verkauf anbot, stand sein Telefon nicht mehr still. „Der Preis war gut, daher hatte ich sehr viele Anfragen“, sagt der 52-Jährige. Für seinen Geschmack sogar zu viele. „Um Ruhe zu haben, habe ich die Anzeige zunächst wieder rausgenommen“, berichtet er. Doch ein Interessent aus Polen hatte sich offenbar seine Handynummer notiert. „Er schrieb mir über Whatsapp, dass er sofort in Polen losfahre und am nächsten Tag bei mir sei, um den Wagen zum angegebenen Preis zu kaufen und gleich mitzunehmen“. Sefa Ates ließ sich darauf ein. Wie vereinbart stand der Pole am nächsten Tag bei ihm vor der Tür und kaufte den Wagen. „Er hat noch nicht einmal eine Probefahrt unternommen“, weiß Ates noch.

Bevor der Laatzener seinen Audi an den Käufer übergab, hat er den Wagen bei der KfZ-Zulassungsstelle abgemeldet und die Kennzeichen abmontiert. „Erstens ist das sicherer und zweitens wollte ich die Nummernschilder für mein neues Auto nutzen“, berichtet Ates. Der Käufer habe den Audi dann auf einem Autoanhänger, auf dem auch schon ein anderes Fahrzeug stand, abtransportiert.

Um so erstaunter war der Laatzener, als er zwei Wochen später ein Schreiben von der polnischen Polizei bekam. Er sei in der Nähe von Warschau geblitzt worden, als er über eine rote Ampel gefahren sei, hieß es. Das beiliegende Foto zeigte den von ihm verkauften Audi – und zwar mit dem Kennzeichen, das er vor dem Verkauf abmontiert hatte. „Ich dachte, ich falle aus allen Wolken“, sagt der Laatzener. „Wie ist das möglich?“

Kennzeichen offenbar gefälscht

Dass er Post von der polnischen Polizei bekommt, hat sich Sefa Ates nicht träumen lassen, als er seinen Audi A6 an einen Polen verkaufte. Quelle: Stephanie Zerm

Erst beim zweiten Blick auf das Foto fiel ihm eine Abweichung von seinem Kennzeichen auf. Die blaue EU-Kennung auf der linken Seite fehlte, dafür hat es rechts die rote Kennung für ein sogenanntes Ausfuhrkennzeichen. Was fehlt, ist allerdings der vorgeschriebene Buchstabe hinter der letzten Zahl. Daher geht Ates davon aus, dass es sich um ein gefälschtes Kennzeichen handelt.

Die Stadt Laatzen, die eine eigene KfZ-Zulassungsstelle hat, bestätigt dies: „Ein Ausfuhrkennzeichen besteht aus dem lokalen Unterscheidungszeichen („H“) und einer Erkennungsnummer“, sagt Pressesprecher Matthias Brinkmann. Diese enthalte eine ein- bis vierstellige Zahl und einen nachfolgenden Buchstaben. Auf dem Kennzeichen seien außerdem das Ablaufdatum der Zulassung sowie eine rote Stempelplakette der Zulassungsbehörde. Zwar würden Kennzeichen nach dem automatischen Ablauf auch wieder für andere Fahrzeuge vergeben. Eine zeitgleiche Vergabe für zwei verschiedene Fahrzeuge erfolge aber nicht.

Deutsche Polizei hat keine Kenntnis von Straftaten im Ausland

Bei der Polizei sind Fälle, bei denen Autokäufer aus dem Ausland die früheren deutschen Kennzeichen fälschen, bislang nicht bekannt. Dies liegt laut Nevin Ayyildiz vom Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) aber vor allem daran, dass es sich um eine Auslandsstraftat handelt. Denn die Kennzeichen wurden offenbar erst in Polen gefälscht und verwendet. Von Auslandsstraftaten erhalte das LKA nicht automatisch Kenntnis.

Dass Autokäufer mit einem gefälschten Kennzeichen des früheren Nummernschilds auch in Deutschland unterwegs sind, ist laut Ayyildiz eher selten der Fall. „In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Straftat erkannt wird als im Ausland.“

Sefa Ates hat sofort nach dem Schreiben der polnischen Polizei einen Anwalt eingeschaltet. Der konnte dank der von Ates vorgelegten Abmeldebescheinigung und des Kaufvertrags nachweisen, dass der Wagen zu dem Zeitpunkt, als er in Polen geblitzt wurde, nicht mehr im Besitz des Laatzeners war. Deshalb muss der 52-Jährige keine Folgen fürchten. So schnell will Ates allerdings kein Auto mehr über Onlineplattformen verkaufen.

Das sollten Autoverkäufer beachten

Laut dem Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen sollte jeder Autoverkäufer grundsätzlich darauf achten, dass er den Verkauf mit einem Kaufvertrag nachweisen kann. Blanko-Verträge lassen sich bequem im Internet, etwa unter www.adac.de, herunterladen und anschließend ausfüllen. Das LKA rät dazu, in dem Kaufvertrag neben dem Datum auch die genaue Uhrzeit der Fahrzeugübergabe zu vermerken. Außerdem sollte das Fahrzeug vorher abgemeldet werden.

Häufig werde aus Bequemlichkeit vereinbart, dass der Käufer das Auto zeitnah ummeldet. Laut dem LKA kann in solchen Fällen jedoch die Gutgläubigkeit des Verkäufers missbraucht werden: Der Wagen wird nicht umgemeldet – sei es, um gezielt Straftaten mit dem Fahrzeug zu begehen oder nur, um für eine kurze Zeit Steuern und Versicherung zu sparen. zer

Von Stephanie Zerm

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