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11:41 30.09.2019
Marlene (1, von links), Anna Bühler, Niklas (5) und Tobias Beyer schütten Äpfel in die mobile Saftpresse. Linus (4) hilft mit. Quelle: Daniel Junker
Harkenbleck

Das nasskalte Wetter am Sonntag hat viele nicht vom Besuch des vierten Apfeltages auf dem Hof der Feuerwehr Harkenbleck abhalten können. Die meisten waren gekommen, um bei der mobilen Saftmacherei der Familie Seeßelberg Saft aus eigenen Äpfeln pressen zu lassen.

Das Angebot zog Besucher auch aus den umliegenden Städten an. So war Tina Henningsen mit ihren Söhnen Tom und Liam aus Hannover-Döhren nach Harkenbleck gekommen, um aus etwa 30 Kilogramm selbst geernteten Äpfeln 18 Liter Saft pressen zu lassen.

Über das Internet auf den Apfeltag aufmerksam geworden

„Saft aus den eigenen Äpfeln schmeckt immer am besten“, sagte Henningsen. „Da weiß man, dass nichts gespritzt ist, deshalb schmeckt das doppelt so gut wie der Saft aus dem Supermarkt.“ Die Döhrenerin habe sich im Internet nach mobilen Mostereien umgesehen und sei dabei auf den Apfeltag aufmerksam geworden. „Ich bin froh, dass ich nicht so weit fahren muss.“

Anna Bühler war mit Tobias Beyer und den Kindern Niklas (5) und Marlene (1) aus Hannover-Oberricklingen nach Harkenbleck gekommen. Sie hatten rund 50 Kilogramm Äpfel mitgebracht und daraus 30 Liter Apfelsaft herstellen lassen. „Wir versuchen, unseren Kindern die Herkunft der Lebensmittel zu zeigen“, sagte Bühler. „Für sie ist es spannend zu sehen, wo der Saft herkommt. Sonst sehen sie ja nur die Packungen auf dem Tisch.“

Saft in Harkenbleck stammt von den eigenen Äpfeln

Zwar habe die Familie zu Hause eine Orangensaftpresse, mit der die Kinder sehen können, wie Orangensaft entsteht. „Wenn die Äpfel aus dem eigenen Garten kommen, ist das aber noch etwas ganz Anderes. Da weiß man, dass das 100 Prozent Bio ist.“

Was der Familie besonders gut gefiel: „Woanders werden die Äpfel mit denen von anderen Leuten gemischt. Hier bekommt man den Saft aus seinen eigenen Äpfeln.“ Bühler freute sich zudem darüber, dass beim Apfeltag auch über die mobile Mosterei hinaus über die Früchte informiert wurde. „Es passt zur Jahreszeit, die Äpfel als Thema zu nehmen. Die Gärten sind voll davon, wir machen zu Hause auch Apfelmus. Das ist auch für die Kinder sehr interessant.“

Mobile Apfelmosterei in Harkenbleck

Aus drei Kilogramm Äpfeln würden beim Mosten etwa zwei Litern Saft entstehen, sagte Martin Seeßelberg von der mobilen Apfelmosterei. Das Angebot werde gut angenommen – auch wenn es in diesem Jahr weniger Äpfel gebe als 2018. „Das liegt an der Trockenheit“, erklärte Seeßelberg. Zwar sei es im vergangenen Jahr auch schon sehr trocken gewesen, „im ersten Jahr kann das der Baum aber noch verkraften.“ Nun würde sich die Trockenheit allerdings bemerkbar machen.

Das hat auch Joachim Steinmetz beobachtet, der sich für die Bürgerstiftung Hemmingen insbesondere um den Obstbaumlehrpfad zwischen Harkenbleck und Wilkenburg kümmert. „Die Bäume haben 2018 super getragen, in diesem Jahr aber nicht so gut.“ Es sei ein bekanntes Phänomen, dass nach einem sehr guten Jahr ein weniger gutes folgt. „Die Bäume erholen sich dann“, sagte Steinmetz. „Viele Äpfel sind sehr klein, das ist der Trockenheit geschuldet.“

Teilerlös ist für den Obstbaumlehrpfad bestimmt

Hinzu kommt: „Viele Bäume tragen nicht, eine ganze Menge an Äpfeln sind auch schon heruntergefallen.“ Zudem habe er einen starken Schädlingsbefall beobachtet. „Ich schätze, dass etwa 80 Prozent der Äpfel wurmstichig sind.“ Dies habe er im eigenen Garten und auch auf dem Lehrpfad beobachtet. Mit einem Teil der Erlöse, die beim Saftpressen zusammengekommen sind, sollen neue Obstbäume zwischen Harkenbleck und Wilkenburg gepflanzt werden.

Beim Apfeltag in Harkenbleck informierte Steinmetz zudem über verschiedene Apfelsorten. Wer nicht wusste, was für Äpfel im eigenen Garten wachsen, konnten die Sorten an seinem Stand bestimmen lassen. Bei einem Apfel-Memory durften Kinder bedruckte Kärtchen den richtigen Sorten zuordnen. „Manchmal werfe ich auch alle Äpfel in eine Kiste, die Kinder können sie dann nach Sorten sortieren. Das bekommen die Kinder übrigens sehr gut hin.“

Die Feuerwehr bot auf ihrem Gelände unter anderem Kuchen und Kartoffelpuffer an, bei der Jugendfeuerwehr konnten die jungen Besuchen sich an kleinen Aktionen beteiligen.

Beim Apfeltag in Harkenbleck lassen zahlreiche Besucher eigene Früchte an einer mobilen Presse zu Saft verarbeiten. Die Bürgerstiftung Hemmingen informiert über verschiedene Apfelsorten und den Obstbaumlehrpfad.

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Von Daniel Junker

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