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Region Laatzen Nachrichten EKS-Neubau: Politik setzt sich über Proteste hinweg
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01:26 14.03.2018
Fast 40 Lehrer, Eltern und Schüler verfolgen die Schulausschusssitzung. Quelle: Dorndorf
Laatzen-Mitte

 Die Proteste gegen das von der Politik favorisierte Baufeld für das neue Erich-Kästner-Schulzentrum dauern an. Im Schulausschuss warfen Lehrer, Eltern und Schüler des Gymnasiums noch einmal alles in die Waagschale, um Laatzens Ratspolitiker zu einer Meinungsänderung zu bewegen. An deren Entscheidung änderte dies jedoch nichts.

Formal ging es in der Sitzung um das pädagogische Konzept, das die Lenkungsgruppe zum EKG-Neubau mit Vertretern von Schulen, Politik und Verwaltung in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Das Konzept sieht vor, dass die beiden Schulen einige Bereiche wie Forum, Mensa, Musik- und Kunsträume größtenteils gemeinsam nutzen wollen, aber auch getrennte Räume benötigen. Insbesondere die naturwissenschaflichen Sammlungen sollten separat und auf dem Schulhof unterschiedliche Bereiche für verschiedene Altersgruppen angeboten werden. Ein klare Abgrenzung wünschen die Schulen während der Schulzeit auch zwischen Schulgelände und öffentlichem Bereich.

Lehrer, Eltern und Schüler befürchten, dass die von der Poltik unlängst ausgewählte Baufeld-Variante III sich mit dem Konzept nicht verbinden lasse. Die Variante sieht einen rund 210 Meter langen und bis zu 35 Meter breiten Riegel vor dem bisherigen Haupteingang der Sporthallen vor, der von einem öffentlichen Weg gequert wird. Lars Regner, Elternvertreter im Schulvorstand befürchtet, dass mit dieser Vorfestlegung die „falschen Weichen“ gestellt werden. „Es gibt Bereiche, wo Schüler unter sich sein sollen und Bereiche die öffentlich sind. Man muss schauen, dass das Baufeld diese Differenzierung zulässt“, sagte Regner. Die Variante lasse insbesondere für den Aufenthalt in den Pausen „nur wenige Möglichkeiten“ zu. 

Ähnlich äußerten sich die Schülervertreter: „Ich fühle mich unsicher mit dem Gedanken, dass Menschen Zugang zu dieser Schule erhalten“, sagte Marie Schäfer. Charlotte Wöbbecke ergänzte, dass Gymnasium wie Oberschule eigene Bereiche benötigten. „Ich habe mich entschieden, auf ein Gymnasium zu gehen, weil ich nicht auf eine Gesamtschule wollte.“ Die Notwendigkeit einer „klaren baulichen Trennung“ der beiden Schulen begründete EKG-Leiterin Hella Kohl mit den „völlig unterschiedlichen Bildungsaufträgen“ von Gymnasium und Oberschule.

Für Unmut sorgte ein Ergänzungsantrag von SPD, Grünen und Linken, laut dem das EKS „ein öffentlicher Ort im öffentlichen Raum“ sei und bei der Raumplanung auf „größtmögliche Synergieeffekte“ geachtet werden soll. Gundhild Fiedler-Dreyer (CDU) sieht darin  – wie auch FDP-Ratsherr Gerhard Klaus – eine Einmischung in das pädagogische Konzept der Schule. „Da haben wir nicht reinzureden“, findet Fiedler-Dreyer. Sie plädierte dafür, die Diskussion zum Baufeld mit der über das pädagogische Konzept zu verbinden. 

„Unser Ansatz ist nicht, am Schulkonzept herumzudiskutieren“, erwiderte Petra Herrmann (SPD). Es gehe in dem Ergänzungsantrag vielmehr darum, „die Rolle und Funktion des Schulzentrums in der Stadt zu definieren“. Auf die Frage, was mit „öffentlichem Ort“ konkret gemeint sei, antwortete Hermann: „Wir wollen keine Bunker bauen, sondern einen Ort, der in das Gesamtensemble unserer Innenstadt passt.“

Gerhard Klaus (FDP) verwies darauf, dass eine Diskussion über Räume bislang sinnlos sei, weil das Raumprogramm erst noch erarbeitete werde. „Man kann die Frage nicht entscheiden, weil es noch kein Gebäude gibt“, sagte Klaus.

Elternvertreterin Annett Kiesel ärgerte sich, dass die Standortfrage nicht breiter diskutiert wurde. „Wie kann man als Ausschuss eine so wichtige Entscheidung im Alleingang treffen“, fragte Kiesel. „Wieso haben wir Schulen besichtigt, wenn es dann doch ein Riegel wird?“ Sichtlich um Fassung ringend, ergänzte sie: „Wir brauchen in Laatzen-Mitte nicht mehr Wohnungen, sondern freie und grüne Bereiche. Ich möchte Sie bitten, dem Schulneubau mehr Raum zu geben.“

Der Ausschuss sprach sich am Ende einstimmig für das pädagogische Konzept aus, während die Ergänzungsantrag der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne/Linke in den Verwaltungsausschuss verwiesen wurde. Die entgültige Entscheidung über Baufeld und pädagogisches Konzept soll am Donnerstag, 15. März, im Rat der Stadt folgen.

CDU ist in der Standortfrage gepalten

Einig ist sich der Laatzener Rat in der Frage um das EKS-Baufeld längst nicht. Insbesondere durch die CDU-Ratsfraktion zieht sich ein Riss. Eigentlich hatte sich Ratsgruppe CDU/FDP bereits im Januar intern für die Standort-Variante II ausgesprochen, die eine Neubebauung östlich des heutigen Schulgebäudes vorsieht. Bei der entscheidenden Sitzung der nicht öffentlichen AG „Integrierte Planung der Baumaßnahmen in Laatzen-Mitte“, in der Politik und Verwaltung sitzen, stimmten dann jedoch die fünf Vertreter von CDU und FDP entgegen dem eigenen Gruppenvotum gemeinsam mit den anderen Parteien für die von der Schule abgelehnte Variante III.

Intern soll es danach innerhalb der Gruppe zur Auseinandersetzungen gekommen sein. CDU-Fraktionschef Christoph Dreyer erläuterte auf Anfrage, dass die Abstimmung in den politischen Gremien inzwischen freigegeben wurde. Im Rat werde die Mehrheit der CDU jedoch gegen die Variante III stimmen, während die FDP diese offenbar geschlossen favorisiert.

Von Johannes Dorndorf

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