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19:43 19.08.2014
Von Daniel Junker
Dietmar Herbst ist der Mann mit dem grünen Daumen. Quelle: Junker
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Laatzen

Wo gesät und gedüngt werden muss, entscheidet er zusammen mit seinen Mitarbeitern. Dabei ist die Pflege der Plätze umständlicher, als viele denken. Fast 100.000 Quadratmeter Fläche haben alle Sportplätze in Laatzen zusammengerechnet - und jeder der zwölf Rasenplätze muss zweimal wöchentlich gepflegt werden. Verantwortlich dafür ist Dietmar Herbst, Leiter des Baubetriebshofes. „Jedes Jahr mache ich Ende April, Anfang Mai zusammen mit Mitarbeitern des Teams Bildung und Sport und einem Vertreter der Vereine eine Begehung aller Plätze in Laatzen“, sagt Herbst. „Wir überprüfen, was gemacht werden muss und was gemacht werden kann. Dabei hören wir uns natürlich auch die Wünsche der Vereine an.“

Bei der Begehung wird die Beschaffenheit der Plätze genau unter die Lupe genommen. „Wir schauen uns an, ob der Rasen verdichtet ist, und ob vielleicht die Beregnungsanlage nicht funktioniert“, sagt Herbst. „Ein Lieblingsthema ist der Torraum, der ist fast immer freigespielt.“ Der Boden werde dann aufgefräst, „und wir ziehen Erdreich in den Strafraum“. So werde die Fläche wieder eben, bevor das Einsäen neuen Rasens folgt. Dabei geht Herbst mit Augenmaß vor. „Wenn man das eine Weile gemacht hat, sieht man, wie viel Saatgut da drauf muss.“

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Damit sich der Rasen regenerieren kann, sperrt die Stadt fast alle Laatzener Plätze im Sommer für sechs Wochen. „Wir schauen uns die Oberfläche an und überlegen, wie viel Saatgut und Dünger auf den Platz gebracht werden muss“, sagt Herbst. Zudem werde der Platz einmal im Jahr von einer Fachfirma aerifiziert: Mit einem speziellen Gerät werde der Boden bis zu einer Tiefe von vier bis fünf Zentimetern aufgelockert.

Um den Platz langfristig instand zu halten, lässt die Stadt den Rasen alle zwei Jahre mit sogenannten Hohlspoons bearbeiten. Das sind Stacheln, die rund 25 Zentimeter tiefe Löcher in den Boden stechen. „So wird die Spielfläche belüftet“, sagt Herbst. Dies sorge für eine bessere Durchwurzelung. „Bei den Spielen fliegt dann nicht gleich das Gras durch die Luft.“ Gleichzeitig drücken Mitarbeiter der Firma Sand in den Platz, um den Boden zu durchlüften und aufzulockern.

Alle zwei Jahre würden zudem auf allen Plätzen Bodenproben genommen und im Labor untersucht, sagt Herbst. Danach bestimmt sich die Zusammensetzung des Düngers. Und: „Man kann gleich feststellen, wie dicht die Rasentragschicht noch ist.“ Zweimal wöchentlich mäht ein Mitarbeiter des Betriebshofes auf jedem Platz in Laatzen den Rasen. „Da ist einer unserer Mitarbeiter die ganze Zeit mit beschäftigt“, sagt Herbst. „Er fängt am Montagmorgen in Ingeln-Oesselse an und hört Dienstagnachmittag in Alt-Laatzen auf.“ Am Mittwoch sei er auf anderen Flächen in der Stadt unterwegs, „und am Donnerstag geht das Ganze wieder von vorne los.“

Mit dem kurzen Rhythmus wird das Gras auf den Flächen permanent kurz gehalten. Es gibt aber noch einen anderen Vorteil: „Das Gras kann liegen bleiben, wir sparen uns das lästige Aufnehmen“, sagt Herbst. Weil Rasen stickstoffhaltig ist, dienten die Halme gleich als Dünger. Für einen anständigen Wuchs reiche das allerdings nicht: „Im Frühjahr, Sommer und im Herbst wird der Rasen zusätzlich gedüngt.“

Mit dem Platzwart bespricht Herbst auch, wie der Platz beregnet werden soll. „Es ist besser, das ein- oder zweimal in der Woche richtig zu machen als immer nur ein bisschen draufzuplätschern. Wenn der Boden etwas trockener ist, sind die Wurzeln gezwungen, weiter in die Tiefe zu gehen.“ Übrigens: Die Stadt unterscheidet nicht nach A- und B-Plätzen. „Der Pflegeaufwand ist immer der Gleiche.“

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