Corona: Victors Residenz Laatzen wartet auf Impfstart nach Datenpanne
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Corona: Victors Residenz Laatzen wartet auf Impfstart nach Datenpanne

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18:54 04.01.2021
Mobile Teams haben am 30. Dezember damit begonnen, vom Impfzentrum am Messegelände aus ersten Dosen des Vakzins an Pflegeheimbewohner zu verimpfen. Die Victors Residenz in Laatzen (linkes Bild) wartet noch auf einen Termin. Quelle: Torsten Lippelt (Archiv)/Christoph Borschel, Region Hannover
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Laatzen-Mitte

Nachdem das Land Niedersachsen die ersten knapp 1000 Impfstoffdosen gegen das Coronavirus erhalten und zur Versorgung von Senioren- und Pflegeheimbewohner an das Impfzentrum der Region Hannover weitergegeben hat, hoffen viele auf zeitnahe Termine. So auch die Victors Residenz in Laatzen, die mit rund 300 Bewohnern und 200 Mitarbeitenden zu den größten Einrichtungen im Land zählt. Der Start jedoch ist mehr als holprig. Grund: Die von der Stadt Hannover angeforderten Datensätze zu Impfwilligen scheiterten an der städtischen Firewall. Auch der Mail-Anhang aus Laatzen wurde aussortiert. Nun sind die Impfdosen bereits anderweitig verplant.

„Wir alle, Bewohner und Mitarbeiter, sind total empört, dass wir die Impfung nicht bekommen haben, weil es mit einer Datei nicht geklappt hat“, sagt Residenzleiter Adrian Grandt. Dabei hätten 18 Mitarbeiter in einer Tag-und-Nacht-Aktion die nötigen Listen zusammengestellt und rechtzeitig in dem vorgegebenen Zip-Format abgeschickt. Dann aber wurde der Mail-Anhang gelöscht. Trotz mehrerer Sendeversuche und Nachfragen seien die Daten nicht angekommen, und nun sei alles verteilt, sagt Grandt, der deshalb mit dem Impfzentrum, der Feuerwehr Hannover und der Heimaufsicht in Kontakt trat. Einen möglichen Termin könne ihm niemand nennen, dabei sei eine schnelle Impfung wichtig. „Wir haben unheimlich viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind und deshalb keinen Mundschutz tragen“, sagt der Residenzleiter.

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Heimaufsichten entscheiden, wer als Erstes versorgt wird

„Es gibt Probleme mit der Datenübermittlung und wir versuchen, diese zu lösen“, bestätigte Michael Hintz, Sprecher der für den Katastrophenschutz und die Organisation des Impfzentrums auf dem Messegelände zuständigen Feuerwehr Hannover. Gleichwohl betonte er, dass sich die technischen Probleme nicht auf die Termine in den Heimen auswirkten. „Wir haben nur eine begrenzte Zahl an Impfdosen.“ Darüber, welches der 178 Alten- und Pflegeheime als erstes mit dem derzeit derzeit nur begrenzt verfügbaren Corona-Vakzin bedacht wird, entschieden die Heimaufsichten von Stadt und Region Hannover.

Entscheidend für die Priorisierung sei nicht, wer zuerst Bedarf anmelde und auch nicht der Inzidenzwert in der jeweiligen Kommune, wie Regionssprecher Christoph Borschel mitteilte. „Die Heimaufsichten haben sich unter anderem für eine Priorisierung im gerontopsychiatrischen Bereich entschieden, da hier die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen besonders anspruchsvoll umzusetzen ist.“ Demenz ist ein Schwerpunkt bei den psychischen Erkrankungen alter Menschen.

Die mobilen Teams von der Feuerwehr Hannover, Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Arbeiter-Samariter-Bund haben dem 30. Dezember damit begonnen, vom Impfzentrum auf dem Messegelände aus erste Dosen des Covid19-Vakzins an Alten- und Pflegeheimbewohner zu verimpfen. Quelle: Region Hannover / Christoph Borschel

Nach dem vorgezogenen Impfstart am vergangenen Mittwoch in Hannover im Seniorenpflegeheim Stift „Zum Heiligen Geist“ sowie im Alten- und Pflegeheim Haus Sonneneck in Wunstorf-Großenheidorn fuhren die mobilen Impfteams am Montag zu zwei weiteren Heimen in Seelze und der Landeshauptstadt Hannover. Damit sei etwa die Hälfte der in der Region Hannover verfügbaren 975 Dosen aus der ersten Lieferung verbraucht, so Hintz. Welche Einrichtungen als Nächstes versorgt werden, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern. Nur so viel: Die derzeit bereit stehenden vier mobilen Impfteams könnten pro Tag 250 Dosen verimpfen und je nach Verfügbarkeit des Vakzins kurzfristig aufgestockt werden. „Knackpunkt bleibt die Verfügbarkeit“, sagt Hintz.

Sehr hohe Impfbereitschaft in Laatzener Pflegeheim

Wann und in welchem Umfang die nächste Lieferung im Impfzentrum auf dem Messegelände eintrifft, darüber lägen ihm keine Informationen vor. Klar ist nur: Es gibt einen großen Bedarf. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Hintz leben in der Region rund 16.000 Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. Die Zahl der Mitarbeiter ist darin noch nicht enthalten. Und die Impfbereitschaft in den Einrichtungen ist im Gegensatz zur Allgemeinbevölkerung sehr groß. Allein in der Victors Residenz wollen sich 85 Prozent der Beschäftigten gegen Corona impfen lassen. Bei den rund 300 Bewohnern sind es laut Grandt sogar 97 Prozent.

Von Astrid Köhler