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Corona-Impfungen in Laatzens Seniorenheimen nehmen an Fahrt auf

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16:56 28.01.2021
Der Residenzbewohner Manfred Kohls wird vom Malteser-Mitarbeiter Gerd Brunsch geimpft.
Der Residenzbewohner Manfred Kohls wird vom Malteser-Mitarbeiter Gerd Brunsch geimpft. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen-Mitte

Am Mittwoch erhielten 214 Personen in Victor’s Residenz den Biontech-Wirkstoff, am Donnerstag folgte der Rest der insgesamt 400 Impfungen. Die Freude ist groß. „Ich bin froh, dass es endlich auch bei uns losgeht“, jubelte Bewohnerin Renate Kohls. „Hoffentlich ist die Pandemie mit den Impfungen bald beendet.“ Ähnlich äußerte sich die 78-jährige Gisela Krome. „Es wäre wirklich toll, wenn der Wirkstoff so gut arbeitet, wie alle sagen.“

Um 9.30 Uhr begann das angerückte Team am Mittwoch mit den ersten Impfungen. Die 99-jährige Ursula Lippe – sie ist die älteste Bewohnerin der Residenz – war die Erste, bei der Malteser-Mitarbeiter Gerd Brunsch die Spritze ansetzte. Binnen zwei Tagen erhielten laut Residenzleiter Adrian Grandt 97 Prozent der aktuell 280 Bewohner den Wirkstoff. „Bei einigen wenigen Bewohnern hat der Arzt von der Impfung abgeraten“, sagte Grandt. Grund dafür seien unter anderem neurologische Erkrankungen. „Auch etwa 85 Prozent unserer Mitarbeiter wollten sich impfen lassen.“ Der Ablauf sei reibungslos gewesen: Mit einer Ausnahme sei in keinem Heim der Region so schnell geimpft worden, habe die Feuerwehr der Stadt Hannover ihm berichtet.

Hausärzte lassen sich ebenfalls impfen

Zusätzlich wurde der Impfstoff am Mittwoch etwa zehn Ärzten verabreicht. „Es sind entweder Hausärzte oder Ärzte, die bei den Schnelltestungen helfen“, sagte Grandt. Damit die benötigte Menge zur Verfügung steht und der Impfstoff vorab aufgetaut werden konnte, mussten sie sich bis Dienstagvormittag anmelden. „Einige Ärzte haben am Mittwochvormittag noch angerufen, denen musste ich aber absagen“.

Die Bewohner der Victor's Residenz Margarethenhof in Laatzen werden am Mittwoch von einem Team der Malteser geimpft.

Den lange herbeigesehnten Impftermin hatte Grandt am Montag per Lautsprecherdurchsage verkündet. „Danach ging ein Jubel durch die Einrichtung“, berichtete er. „Viele Bewohner waren in den vergangenen Monaten sehr hoffnungslos, traurig und deprimiert. Wir sind am Limit und können die Bewohner kaum noch trösten.“ Die Impfung sei für sie ein wichtiger Schritt zurück in ein normales Leben.

Alle Bewohner wurden im Anschluss noch einige Minuten lang beobachtet. „Für den Fall, dass Nebenwirkungen auftreten, ist ein Arzt vor Ort.“ Komplikationen habe es aber nicht gegeben. Die Zweitimpfung soll dann in zwei Wochen erfolgen, „um den 16. Februar herum“, so Grandt. Da bislang nicht gesichert sei, ob Geimpfte möglicherweise dennoch ansteckend sind, halte die Einrichtung ihr Hygienekonzept weiter aufrecht.

Bereits am vergangenen Freitag hatte ein Impfteam die Convivo-Seniorenresidenz in Rethen besucht. „Fast alle unserer aktuell 75 Bewohner wurden geimpft“, sagte Regionalleiter Fikret Ercal. Auch sämtliche Mitarbeiter, die eine Impfung gewünscht haben, hätten diese bekommen. „Alle anderen können sich noch in einem Impfzentrum impfen lassen.“ Der Termin sei dem Seniorenpflegeheim sehr kurzfristig mitgeteilt worden, „vor Ort hat aber alles gut geklappt“.

Den ersten Impftermin in Laatzen hatte das Seniorenpflegeheim Leinetal in Grasdorf bekommen. Statt der erwarteten 150 Impfdosen hatte das Impfteam am 11. Januar allerdings nur 30 Dosen mitgebracht, die an die Bewohner des Hauses Grasdorf, in dem demenziell Erkrankte untergebracht sind, verspritzt wurden. Für alle weiteren Senioren und für die Mitarbeiter steht die Impfung noch aus, ein weiterer Termin ist noch nicht in Sicht: „Wir haben noch keinen neuen Bescheid bekommen“, sagte Einrichtungsleiter Volker Lange.

Auch bei Wilkening beginnen die Impfungen

Als nächste Einrichtung in Laatzen ist nun die Pflegeeinrichtung Wilkening in Laatzen-Mitte an der Reihe. Das Impfteam habe sich für Donnerstag und Freitag angekündigt, hieß es am Donnerstagmorgen im Haus an der Mergenthalerstraße.

Das Seniorenpflegeheim der Dorea-Familie am Schubertweg in Laatzen-Mitte wartet hingegen noch auf den Wirkstoff. „Stand dieser Woche gibt es noch keinen Termin“, sagte Sprecher Steffen Ritter. „Wir hoffen, dass wir in der nächsten Woche zumindest über die Kalenderwoche informiert werden.“ Von den mehr als 140 Bewohnern des Laatzener Pflegeheims wollten sich „so gut wie alle“ impfen lassen, Gleiches gelte für den überwiegenden Teil der Mitarbeiter. „Wir hoffen, dass es nicht mehr allzu lange dauert. Die Stimmung ist gut und über die Wochen sogar noch besser geworden“, sagte Ritter. „In allen unserer Häuser hat sich der Trend nach oben korrigiert. Das ist auch ein gutes Signal für die Angehörigen und schafft Vertrauen.“

Von Daniel Junker und Johannes Dorndorf