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Region Laatzen Nachrichten Leineladen vereint Sozialkaufhäuser der VHS
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16:34 29.11.2018
VHS-Geschäftsführer Jürgen Beckstette (vorne) begrüßt die Gäste bei der Eröffnung des neuen Leineladens in Alt-Laatzen. Quelle: Daniel Junker
Alt-Laatzen

Der neue Leineladen der Leine-Volkshochschule ist eröffnet. Auf einer Fläche von 550 Quadratmetern vereint das Geschäft an der Hildesheimer Straße 37 in Alt-Laatzen künftig sämtliche Sozialkaufhäuser der VHS. Angeboten werden dort Möbel, Kleidung, Dekoration sowie Haushalts- und Kinderwaren. Auch die Ladenmöbel im Leineladen, auf denen die Waren präsentiert werden, können die Kunden erwerben: Sie wurden in der Tischlerei der Leine-VHS hergestellt oder aus alten Möbeln aufgearbeitet. In Kürze sollen auch Fahrräder angeboten werden.

Mit der Eröffnung ziehen die zuvor im Zentrum für Arbeit und Qualifizierung (ZAQ) an der Karlsruher Straße beheimateten Sozialkaufhäuser ZAQond Hand, ZAQ Möbelladen, ZAQolino und das VeloZAQ an die Hildesheimer Straße um. Der Eigentümer hatte die Räume zum Jahresende gekündigt. „Wir hätten dort keine langfristige Bleibeperspektive“, sagt VHS-Geschäftsführer Jürgen Beckstette. Auch der vormals am Laatzener Marktplatz beheimatete Leineladen geht in dem neuen Geschäft auf.

„Dies ist ein guter Standort für den Leineladen 2.0“, befand Bürgermeister Jürgen Köhne bei der Eröffnung am Mittwochabend. „Von der Größe und vom Angebot ist das eine ganz andere Hausnummer als am Marktplatz.“ Zudem sei das Geschäft gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Der Leineladen sei ein wichtiger Faktor, um „Arbeit zu generieren und zu refinanzieren“, sagte Köhne. Er hoffe, dass sich auch die Nähe zum Sozialkaufhaus Fairkauf am Alt-Laatzener Turmcenter positiv auswirkt. Beide Geschäfte könnten aufeinander verweisen. Geführt wird der Leineladen weiterhin von Rainer Wesemann.

Seit 1986 bietet die Volkshochschule Qualifizierungs- und Beschäftigungsgelegenheiten für Arbeitslose an. Die Beschäftigten arbeiten die Waren in der hauseigenen Tischlerei oder in der Fahrradwerkstatt auf und verkaufen sie anschließend im Sozialkaufhaus. Die Sozialkaufhäuser an der Karlsruher Straße betreibt die VHS seit 2006, seit zwei Jahren temporär auch am Marktplatz. „Sie sind das Herzstück unseres Beschäftigungsprogramms“, machte Beckstette deutlich. Über den Leineladen wolle die VHS Menschen in Beschäftigung bekommen. „Es ist nicht unser Ziel, Gewinne aus Einzelhandelstätigkeit zu erzielen“ – der Betrieb sei nicht kostendeckend. Der im Leineladen erwirtschaftete Umsatz sei gleichwohl notwendig, um die Qualifizierung der Mitarbeiter zu finanzieren.

Unter Beckstättes Vorgänger Gerold Brockmann wurden das Recycling und auch das Upcycling – die Aufarbeitung gebrauchter Möbel, von Kleidung und anderen Dingen – als Schwerpunkt eingeführt. Die VHS nimmt dafür Spenden an. Schwere Waren können von den Leineladen-Mitarbeitern bei den ehemaligen Besitzern abgeholt werden. Die alten Möbel werden in der Tischlerei wieder aufgearbeitet oder umgestaltet. Gespendete Kleidung werde sortiert, geprüft, gereinigt und ausgebessert.

Die Tischlerei und die Fahrradwerkstatt sind derzeit noch an der Karlsruher Straße beheimatet, sie sollen aber ebenfalls umziehen. „Wir suchen dafür eine neue Immobilie“, sagte Beckstette am Rande der Eröffnung. Die VHS führe bereits Gespräche mit einem potentiellen Vermieter, die bisherigen Ergebnisse seien vielversprechend.

Der Leineladen steht allen Interessierten offen. Für Inhaber des Hannover-Aktiv-Passes, der Region-S-Karte, der Ehrenamtskarte und des Freiwilligenausweises gewährt das Geschäft 20 Prozent Rabatt. Auch Bezugsscheine des Jobcenters für den Möbelkauf können eingelöst werden. Der Laden ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

VHS-Tischlerei entwickelt Mini-Schreibtisch für Bedürftige

„Ein Meter Bildung“ heißt ein neuer, von der Tischlerei der Leine-VHS entwickelter Schreibtisch. Das aus Holz gefertigte, höhenverstellbare Möbelstück ist speziell für Schüler vorgesehen, die auf begrenztem Raum lernen müssen. „Wir wissen, dass in vielen Kinderzimmern kein Platz für einen normalen Schreibtisch ist“, sagt Tischlereileiter Martin Gamerschlag. „Die Kinder lernen oft am Esstisch oder im Wohnzimmer.“ Mit dem per Hand gefertigten Schreibtisch, der in drei verschiedenen Versionen zur Verfügung steht, will die VHS hilfebedürftige Familien unterstützen. Laut dem Bildungs- und Teilhabebericht der Region Hannover ist jedes dritte Kind in Laatzen von Armut bedroht. „Damit ist Laatzen in der Region leider führend“, sagt Sebastian Ermisch, bei der Leine-VHS zuständig für den Bereich Bildung und Teilhabe.

Damit das Möbelstück den Weg in die Wohnungen findet, hofft Ermisch auf eine Förderung vom Jobcenter. „Wir suchen aber auch andere Sponsoren“, sagt Gamerschlag. So könnten Firmen und Privatleute den Schreibtisch mitfinanzieren, der im Leineladen für 149 Euro verkauft wird. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich unter Telefon (0511) 89714233 an Sebastian Ermisch wenden. dj

Von Daniel Junker

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