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Region Isernhagen Nachrichten Würdiges Requiem für Louisiana Red
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16:43 07.03.2012
Von Martin Lauber
Mit seiner Band Juke Joint war Little Victor (links) Louisiana Reds letzter Wegbegleiter. Mit Mundharmonikaspieler Bob Corritore beteiligt er sich am Gedenkkonzert. Quelle: Martin Lauber
Isernhagen

Es war ein bewegendes Requiem für die Blueslegende von Hannover, die am Nachmittag in Stöcken zu Grabe getragen worden war. Drei Stunden lang wurde am Dienstagabend das Vermächtnis des Gestorbenen vor 200 begeisterten Gästen in wechselnden internationalen Besetzungen musikalisch zelebriert - eine Jam Session in schwarzen Anzügen.

Am Ende hatte Weggefährte Little Victor noch diesen Wunsch: "God Bless Louisiana Red."

Henry Gellrich hatte mit seiner Blues Garage im Isernhagener Gewerbegebiet den würdigen Rahmen für das Gedenkkonzert zu Ehren eines der größten Bluesmusiker Europas bereitet. So würdigten Musikerfreunde aus Skandinavien, England, den amerikanischen Südstaaten und auch viel deutsches Blues-Urgestein Iverson Minter, der als Louisiana Red seit den fünfziger Jahren mit den ganz Großen der Bluesszene von Muddy Waters bis John Lee Hooker auf der Bühne gestanden hatte.

Little Victor, der mit seiner Band Juke Joint Louisiana Red auf dessen beiden letzten CDs begleitet hatte, holte sie einen nach dem anderen zur Jam Session auf die Bühne: Sänger, Pianisten, Schlagzeuger, Gitarristen und Mundharmonika-Virtuosen. Paul Lamb aus England, Tommie Harris aus Louisiana Reds Heimat Alabama, die Lübecker Band Blues Mail, die Wentus Blues Band aus Finnland und viele andere verbeugten sich musikalisch vor dem Toten. "Thank you for all the great moments", sagte der finnische Gitarrist Niko Riippa. Und an die Witwe des Musikers gerichtet: "Dora, we love you."

"Love is the key", mit diesem Refrain kam Big Daddy Williams stimmgewaltig auf das Wesentliche: Reds Liebe zur Musik sei der Schlüssel zu den Herzen der Menschen gewesen. Kein Wunder, dass Francis Minter nach dem Konzert tief bewegt war: "Dass so viele gekommen sind, ist sehr schön. Alle haben nur gut über meinen Vater gesprochen", sagte der in Hannover lebende Sohn des Gestorbenen.

Ein Gemälde des schon zu Lebzeiten legendären Bluesbarden Louisiana Red wird bald in Oslo hängen. Für den dortigen Blues Club hat Robert Alexander Pettersen das vom Langenhagener Maler Ulrich Rauchbach gestiftete Bild für 750 Euro ersteigert. Spenden und alle Einnahmen des Abends sind für Familie Minter gedacht.