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Region Isernhagen Nachrichten Und wieder reißt die Wasserleitung
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00:15 18.06.2017
Von Frank Walter
Das ist kein See – das ist die Hagenstraße in Isernhagen K.B. Ein Rohr ist am Donnerstagmorgen unter der Straße gebrochen. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen

Wann genau das Rohr mit 70 Zentimetern Durchmesser unter der Hagenstraße an der Grenze von K.B. zu N.B. und ein weiteres Mal Hunderte Meter entfernt in der Feldmark in Verlängerung der Straße An der Bues geborsten ist, lässt sich nicht mehr sagen. Fest steht, dass der Wasserverlust gegen 4.15 Uhr in der Leitstelle des Netzbetreibers Enercity auffiel, ohne dass zunächst der Ort der Leckage bekannt wurde. Gegen 6 Uhr entdeckten dann Anwohner die Wassermassen, die sich über die Hagenstraße ergossen und dem Gefälle in Richtung H.B. folgten. Das Wasser stand so hoch, dass es sogar einige Meter weiter hügelaufwärts in einen Keller drückte.

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Anwohner, denen das Wasser in die Hofeinfahrten und Vorgärten floss, brachten ihre Autos auf dem Schützenplatz in Sicherheit. Die Polizei sperrte die Hagenstraße sowie auf H.B.er Seite die Straße An der Beeke ab, bis der Notdienst des Baubetriebshofs die ersten Absperrbaken herangeschafft hatte.

Weder die Absperrhütchen der Polizei noch die Baken konnten allerdings verhindern, dass immer wieder Autofahrer diese Hinweise umkurvten und den überfluteten Bereich beim Abkürzen durchs „Altdörfer-U“ passieren wollten. Teilweise mussten die Enercity- und Gemeindemitarbeiter die Autofahrer durch Rufe und Winken warnen. Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand sagen, ob die stellenweise abgesackte Fahrbahndecke das Gewicht der Autos noch würde tragen können. Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen stellte kurzerhand seinen Privatwagen quer, um die Fahrbahn zu blockieren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Regiobus bereits reagiert und für die Linie 650 die Haltestelle Hagenstraße aufgehoben. Eine Ausweichhaltestelle ist bis auf weiteres an der Straße Auf dem Windmühlenberge eingerichtet. Gegen 9 Uhr war ein Schieber am Hohenhorster Kirchweg geschlossen, so dass kein neues Wasser mehr durch die defekte Leitung strömen konnte. Die Versorgung Hannovers stellte Enercity über die übrigen fünf Leitungen aus dem Wassergewinnungsgebiet Fuhrberger Feld sicher.

Bei der Ursachenforschung könnte am Donnerstag ein älterer Anlieger der Hagenstraße mit seiner Vermutung richtig gelegen haben. Schuld sei sicherlich der für die Altdörfer typische Boden: „Der aggressive Ton frisst die Rohre an.“ Tatsächlich sei schon bei einem Wasserrohrbruch vor Jahren ebenfalls an der Hagenstraße das „anaerobe Bodenmilieu“ als Ursache festgestellt worden, so Enercity-Sprecher Carlo Kallen – Bakterien hatten im sauerstofflosen Boden unterhalb der Tonschicht die Grauguss-Leitung angegriffen und soweit geschwächt, bis das Material brach.

Nach den beiden Rohrbrüchen vor drei Wochen – betroffen war dabei eine andere Wasserleitung als gestern – hatte Enercity ein Fachinstitut mit der Ursachenforschung beauftragt. Wie lange die Untersuchung noch dauert, ist offen. Die Hagenstraße bleibt laut Gemeinde mehrere Tage lang gesperrt.

Frank Walter 17.06.2017
Frank Walter 17.06.2017