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Nachrichten Ärger ums Schützenfest Isernhagen: Lärm nervt viele Anwohner
Region Isernhagen Nachrichten Ärger ums Schützenfest Isernhagen: Lärm nervt viele Anwohner
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18:38 30.08.2019
Wie viel Feier darf es sein? Jahr für Jahr vergnügen sich Hunderte bei den abendlichen Zeltfeten beim Schützenfest Isernhagen. Quelle: privat
Isernhagen

Hunderte haben am Wochenende ausgelassen beim Isernhagener Schützenfest mitgefeiert. Doch beim Resümee mischt sich auch Ärger unter die Freude – es gibt reichlich Redebedarf. Dabei geht es um Vorgaben der Gemeinde und das Vorgehen des Sicherheitsdienstes, aber auch um die Frage, wie lange nachts eigentlich gefeiert werden sollte.

Anwohner beschweren sich über Lärm

Die Lärmkulisse vom Schützenplatz hat viele Anwohner um den Schlaf gebracht. Zwei der drei Partynächte gingen bis morgens um 4 Uhr, so hatte die Gemeinde es genehmigt. Polizeieinsatzleiter René Lange berichtete von vermehrten Beschwerden gerade in der letzten Partynacht, die am Montagabend begann.

„Am Dienstag war bis 4 Uhr morgens Remmidemmi, da kommt man doch überhaupt nicht in den Schlaf“, sagt beispielsweise Gerhard Kaufmann, der 500 Meter Luftlinie vom Festplatz entfernt wohnt. „Wie kann das sein, dass hier die Party- und Krakeelgesellschaft gefördert wird und andere morgens die Verantwortung für die Gesellschaft tragen müssen?“, kritisiert er. „Selbst das Maschseefest hat da restriktivere Regelungen, um seine Anwohner zu schützen.“

Auch die Polizei ist unglücklich mit den langen Partynächten: „Wir empfehlen eine Genehmigung bis 2 Uhr“, sagt Hauptkommissar Lange – allerdings vor allem mit Blick auf den Alkoholpegel mancher Gäste. „Die letzten Stunden sind immer besonders kritisch“ – das sei auch bei anderen Veranstaltungen so.

Herbert Eggert (links) und Hans-Peter Mahrholdt sind über die zusätzlichen Auflagen alles andere als begeistert. Quelle: Sandra Köhler

Schützen haben Redebedarf mit Gemeinde

Mit der Gemeinde werden die Schützen auch noch das diesjährige Fest besprechen. Hans-Peter Mahrholdt, Vorsitzender in F.B., hatte beim abschließenden Festessen zwar von einer „guten Vorbereitung mit der Gemeinde“ gesprochen, dies aber auch gleich wieder eingeschränkt. „Aber es muss noch besser laufen.“

Cheforganisator Eggert zufolge hatten die Schützen beispielsweise erst sehr kurzfristig erfahren, dass sie sich erstmalig selbst um die Ausschilderung der Halteverbotszone kümmern mussten. In anderen Jahren hatte dies der Baubetriebshof der Gemeinde erledigt. In aller Schnelle musste so am Freitagvormittag eine Firma gefunden werden, die nicht eingeplanten Kosten lagen bei 750 Euro.

„Die Gemeinde führt seit diesem Jahr grundsätzlich keine Beschilderung verkehrsrechtlicher Anordnungen und die erforderlichen Kontrollen der Beschilderungen durch“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Dafür sei der Veranstalter verantwortlich, dies sei auch mitgeteilt worden. „Aber warum durften wir uns nicht selbst die Schilder vom Bauhof holen?“, fragt Eggert.

Für die Beschilderung an der Hagenstraße mussten die Schützen selbst sorgen. Quelle: Sandra Köhler

Kritik auch am Sicherheitsdienst

Kritik gibt es von Schützenseite auch an der Security: „Der Sicherheitsdienst hätte feinfühliger vorgehen sollen“, sagt Eggert. Das habe man dem Festwirt auch mitgeteilt – für diese Zeitung war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Statt auffällige Partygäste erst einmal zu verwarnen, habe die Security das ihr übertragene Hausrecht ausgenutzt und gleich Hausverbote ausgesprochen und auch durchgesetzt, so Eggert. Möglicherweise werde man da 2020 mit Auflagen gegenwirken.

In einem Fall wurde das Vorgehen der Security ein Fall für die Polizei: Ein 20-Jähriger hat Anzeige wegen Körperverletzung gegen einen der Mitarbeiter erstattet. Die Polizei ermittelt allerdings auch gegen den jungen Mann, der seinerseits den Sicherheitsmann verletzt und einen Beamten beleidigt haben soll.

Männer urinieren gegen Streifenwagen

Insgesamt zieht Einsatzleiter René Lange jedoch aus polizeilicher Sicht ein durchaus positives Fazit: „Es war ein Schützenfest wie in anderen Kommunen auch, mit einem insgesamt ruhigen Verlauf.“ Niemand sei wegen übermäßigen Alkoholkonsums in die Klinik gekommen, und es seien auch keine Verstöße nach dem Jugendschutzgesetz festgestellt worden. Außer dem Vorfall mit dem 20-Jährigen und dem Sicherheitsmann musste die Polizei lediglich zwei Verfahren einleiten. Ein junger Mann hatte etwas Marihuana dabei, und auf einen 21-Jährigen kommt ein Bußgeld zu: Er hatte zusammen mit zwei unbekannten Begleitern ausgerechnet gegen einen Streifenwagen uriniert.

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Von Frank Walter

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