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Nachrichten Preis adelt Sanierung auf Gut Lohne
Region Isernhagen Nachrichten Preis adelt Sanierung auf Gut Lohne
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00:16 07.10.2018
Der historische Pferdestall auf Gut Lohne ist fürs erste in seinem Erhalt gesichert. Quelle: Frank Walter
Neuwarmbüchen

 Ritterschlag für einen alten Pferdestall: Die Niedersächsische Sparkassenstiftung zeichnet am 8. November die Sanierung eines Baudenkmals auf Gut Lohne mit dem Preis für Denkmalpflege 2018 aus. Das auch heute noch mit Pferdeboxen belegte Gebäude steht damit in einer Reihe mit weiteren Preisträgern wie der Martinskirche in Hoya, dem Bürgerhaus in Goslar, der Wassermühle Liesebach in Räbke und einem historischen Konspeicher in Freiburg (Elbe).

Zum 17. Mal vergibt die Niedersächsische Sparkassenstiftung in diesem Jahr ihren Preis für Denkmalpflege, der mit insgesamt 75.000 Euro dotiert ist. Seit der ersten Auslobung im Jahr 1986 hatten sich 1320 Denkmal-Eigentümer um den Preis beworben. 301 wurden mit einer Summe von insgesamt mehr als einer Million Euro ausgezeichnet.

In diesem Jahr werden landesweit 17 Denkmale mit einem Preis bedacht, weitere sieben erhalten eine Belobigung. „Der Preis honoriert das private Engagement, das Eigentümer für den Erhalt historischer Baudenkmale aufbringen. Die prämierten Denkmaleigentümer sind beispielhaft hervorzuheben. Sie überzeugen durch außergewöhnlichen persönlichen Einsatz, vorbildliche Restaurierungen sowie die Entwicklung bemerkenswerter Nutzungskonzepte“, erklärt Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung. Denkmal-Eigentümer, die eine kostspielige und mühevolle Restaurierung auf sich nehmen, arbeiteten „an einem großartigen historischen Bilderbogen“, heißt es im Verzeichnis der diesjährigen Preisträger.

Stall als zentraler Blickpunkt

Historische Ansichten verraten, welche architektonische Bedeutung dem 1901 errichteten Kutschpferdestall auf dem Gut Lohne zukam. Der Stall mit dem in Fachwerk gehaltenen Obergeschoss, dem vielteiligen Dach und der Uhr im Giebel diente als zentraler Blickpunkt einer einst von Fachwerkgebäuden flankierten Gebäudegasse, von denen heute nicht mehr alle stehen. Angesichts dieser optischen Funktion wurde der Stall besonders aufwändig mit Motiven niederdeutscher Hallenhäuser verziert.

Für die Schwestern Marion Hoyermann und Ingrid Rexrodt, die heute auf dem unter der Regie ihres Urgroßvaters Gerhard Hoyermann erbauten Gutes leben, ist der Pferdestall nicht weniger als „das schönste Haus auf dem Gut“. Beide können sich noch gut an die Zeiten erinnern, als unten im Stall die Reitpferde der Familie standen und im Obergeschoss die Landarbeiter wohnten. Unter dem Dach war ein Taubenschlag untergebracht, die Aufzieh-Uhr mit ihrer Glocke war auf dem ganzen Hof zu hören. „Rast ich so rost ich“, lautet die Balkeninschrift des Gebäude.

Das Gebäude drohte einzustürzen

Doch der Zahn der Zeit hatte kräftig am Bauwerk genagt. Der Torbogen in der westlichen Gebäudefront zeigte gravierende Setzungsschäden, das Fachwerk an den Ziergiebeln war stark von der Witterung angegriffen. „Der Rundbogen drohte einzustürzen, das konnten wir nicht ertragen“, erinnert sich Ingrid Rexrodt an das Jahr 2015. Damals sei klar gewesen, „das wir was machen mussten“. Und die Erbengemeinschaft machte: Von Frühjahr 2016 an wurde der Pferdestall monatelang saniert. Morsche Balken und kaputte Ziegelsteine wurden ersetzt, die Gefache entkernt und erneuert, die Schäden am Dach beseitigt. Mehrere Zehntausend Euro investierte die Erbengemeinschaft in die Arbeiten, die Denkmalbehörde unterstützte sie mit Rat und einem Zuschuss.

Die Jury der Sparkassenstiftung lobt die Eigentümerinnen dafür, dass diese mit der Sanierung des historischen Pferdestalls „ein besonders markantes Baudenkmal in der Region Hannover in seinem Erhalt gesichert“ hätten. Marion Hoyermann, die im Erdgeschoss des ansonsten leerstehenden Stalls ihre Tierschutz-Pferde untergebracht hat, drückt es pragmatischer aus: „Jetzt haben wir erstmal wieder Ruhe.“

Versuchsgut für die Dünger-Entwicklung

Gerhard Hoyermann, Unternehmer und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für die Nationalliberale Partei von 1893 bis 1908, erwarb das ehemalige Amtsgut Lohne bei Neuwarmbüchen im Jahr 1896. Der Apotheker aus Hoheneggelsen (Landkreis Hildesheim) hatte aus phosphorhaltiger Schlacke eines Hochofens das Düngemittel „Thomasmehl“ für die Landwirtschaft entwickelt und war damit zu Reichtum gekommen. 1881 hatte er die Peiner Phosphatfabrik gegründet, der weitere Fabriken sogar in England folgten. Das Gut Lohne diente ihm ebenso wie das Gut Schönhagen in Ostwestfalen-Lippe als Versuchsgut für die Düngemittel-Entwicklung.

1897 nahm Gerhard Hoyermann das Gut Lohne als Wohnsitz. Aus seinen beiden Ehen gingen insgesamt 14 Kinder hervor. Beigesetzt wurde Gerhard Hoyermann im Mausoleum des Gutes am Alten Postweg. Das Gut, zu dem auch der benachbarte Golfplatz Isernhagen und der Campingplatz Parksee Lohne jenseits der Autobahn 7 gehören, wird heute von einer Erbengemeinschaft verwaltet.

Von Frank Walter

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