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Region Isernhagen Nachrichten Neues Hotel soll "Maikäfer" ersetzen
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00:16 03.09.2017
Von Frank Walter
So hat der Architekt das neue 35-Zimmer-Hotel in Kirchhorst gezeichnet. Quelle: Wildmann Architekten
Kirchhorst

Im Dezember 2015 endete die Ära der Traditionsgaststätte "Maikäfer“. Das Innere hätte modernisiert werden müssen, doch das wollte Eigentümer Frank Jasiek mit Blick auf die marode Bausubstanz nicht mehr angehen. Seit 1922 war das Gasthaus an der Steller Straße Anlaufstelle für viele im Dorf gewesen. Der Ortsrat tagte dort, fast 90 Jahre lang war der Maikäfer Vereinslokal des Männerchores gewesen, 1948 hatte sich im Saal die Laienspielgruppe Stelle gegründet.

Mehrere Jahre lang hatte Jasiek, als Betreiber des Hotel-Restaurants „Amadeus“ in Altwarmbüchen vom Fach, seine Pläne verfolgt, gemeinsam mit Partnern am Kirchhorster See ein großes Vier-Sterne-Tagungshotel zu errichten. 2016 hatte er sich von diesem Vorhaben verabschiedet und stattdessen eine Bauvoranfrage für den Bau eines neuen Hotels samt Gastronomie auf dem Gelände des „Maikäfer“ vorgelegt – beides schaffe er nicht, hatte er vor knapp einem Jahr im Ortsrat erklärt.

Jasieks damalige Pläne für ein Hotel mit 49 Gästezimmern und einer Gastronomie mit 125 Sitzplätzen an der Steller Straße waren allerdings aus Sicht der Verwaltung wie des Kirchhorster Ortsrates überdimensioniert – das dreigeschossige Gebäude hätte sich baulich nicht in die Umgebung eingefügt, so die Kritik. Mangels Aussicht auf Erfolg hatte Jasiek seine Bauvoranfrage zurückgezogen.

Doch jetzt hat der Gastronom nachgebessert: Der Mitte August im Rathaus eingegangene Antrag auf einen Bauvorbescheid für das „Maikäfer“-Grundstück enthält deutlich abgespeckte Pläne. Statt drei sind nun zwei Vollgeschosse geplant, die Grundfläche wurde von 834 auf 777 Quadratmeter reduziert, die Nord-Süd-Ausdehnung des Gebäudes von 48 auf 37 Meter. Statt 49 soll es nur 35 teils behindertengerechte Zimmer geben, zudem zwei große Appartements im rückwärtigen Teil des Dachgeschosses. Das kleine Bistro und der benachbarte Backkiosk sollen auch Gästen von außerhalb des Hotelbetriebs offen stehen – dies könne eine Lücke in der lokalen Nahversorgung schließen, lobt die Verwaltung. Der Frühstückssaal mit 56 Sitzplätzen soll zudem für kleinere Veranstaltungen am Abend vermietet werden.

Erschlossen werden soll das Grundstück wie bereits zu "Maikäfer“-Zeiten über die bestehende Zufahrt auf der Ostseite. Die eingereichten Pläne sehen dort zwölf ebenerdige Stellplätze vor. Weitere Parkmöglichkeiten für die Gäste sollen in einer offenen Tiefgarage entstehen, deren Zufahrt am Nordende des Gebäudes geplant ist.

Zum jetzigen frühen Planungsstand stellt sich für Politik und Verwaltung vor allem die Frage, wie das Vorhaben planungsrechtlich zu bewerten ist. Die entscheidende Rolle dabei spielt, wie sich das Bauvorhaben in die nähere Umgebung einfügen würde, und da trifft die abgespeckte Planung mit ihrer zurückhaltenderen Kubatur auf Zustimmung. Einzig bei der Dachform liegen die Rathaus-Fachleute und der Ortsrat nicht auf einer Wellenlänge: Während die Verwaltung der Variante mit Satteldach und 10,75 Meter Firsthöhe den Vorzug gibt, sprach sich der Ortsrat am Mittwochabend für die Variante mit einem Krüppelwalmdach und 13,35 Meter Firsthöhe aus. Das Bestandsgebäude sei doch ähnlich hoch, und das Krüppelwalmdach passe besser ins Ortsbild, so der Tenor – auch mit Blick auf die Pläne für ein Krüppelwalmdach-Gebäude auf dem Nachbargrundstück.

Als nächstes befasst sich am Mittwoch, 6. September, der Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde mit dem Antrag auf Bauvorbescheid. Wann dem Antrag dann ein Bauantrag und letztlich Taten folgen, ist offen – Vorhabenträger Jasiek war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Reihenhäuser statt Hartmann-Haus

Bei der Frage, ob sich das neue Hotel besser mit einem Sattel- oder Krüppelwalmdach in die Umgebung einfügen würde, spielte in den Überlegungen der Ortsratsmitglieder auch eine weitere Bauvoranfrage eine Rolle. An der Steller Straße 33, dem Nachbargrundstück des "Maikäfer", soll anstelle des alten Hartmann-Hauses eine zweigeschossige Reihenhausbebauung mit Fachwerkfassade errichtet werden - ebenfalls mit Krüppelwalmdach. Nach Meinung sowohl des Ortsrates als auch der Verwaltung werden sich die vier Wohneinheiten in die Umgebung einfügen. Der Ortsrat sprach sich dafür aus, den Baumbestand nach Möglichkeit zu erhalten.

Feuerwehrleute sind „stinksauer“, und auch Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya ist deutlich in seiner Wortwahl: Viermal musste die Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen seit Mai zum Möbelhaus Höffner ausrücken, weil das Entwässerungssystem mit Regenfällen überfordert war. Jetzt hat das Unternehmen eine Überprüfung angekündigt.

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