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Region Isernhagen Nachrichten TSV und Gemeinde Isernhagen streiten um Abwasserrechnung
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15:25 09.09.2019
Hätte gern die Abwassergebühren von der Gemeinde zurück: Der TSV-Vorsitzende Sebastian Berndt. Quelle: Thomas Oberdorfer
Isernhagen H.B

Zwischen dem TSV und der Gemeinde Isernhagen tobt derzeit ein heftiger Streit um eine Abwasserrechnung. Der Verein – so der Vorsitzende Sebastian Berndt – habe in den vergangenen zwei Jahren rund 8000 Euro zu viel an die Gemeindekasse überwiesen und hätte das Geld nun gern zurück. Mittlerweile wird der Disput öffentlich geführt. Der E-Mail-Verkehr zwischen Verein und Gemeinde wurde an einen breiten Empfängerkreis geschickt – unter anderem an die Redaktion dieser Zeitung. Der Streit gipfelte sogar darin, dass Berndt ankündigte, sein Amt niederzulegen – eine Drohung, die er aber gegenüber dieser Zeitung nicht wiederholen wollte. Allerdings überlegt er eigenen Angaben zufolge, bei der nächsten Hauptversammlung nicht wieder für den Vorsitz zu kandidieren.

Neuer Zähler nicht gemeldet

Rein formal ist die Sache unstrittig: Die Versäumnisse liegen klar aufseiten des TSV Isernhagen. Der Verein hatte es schlichtweg verschwitzt, einen neuen Wasserzähler bei der Kommune anzumelden. Deshalb wurden ihm auch Schmutzwassergebühren für die Beregnung der Fußball- und Tennisplätze in Rechnung gestellt. Die fallen eigentlich nicht an, da das Wasser ja wieder im Erdreich versickert und nicht ins Kanalsystem geleitet wird. So steht es in der Entwässerungsabgabensatzung der Gemeinde Isernhagen. Das Problem: Der Verein muss mit einem geeichten Zähler nachweisen, wie viel Frischwasser für die Beregnung verwendet wurde.

Und genau das kann der Verein nicht. Bereits 2015 war die Eichung der Wasseruhr für die Beregnungsanlagen ausgelaufen. Daraufhin stellte die Gemeinde Abwassergebühren in Rechnung. Das waren rund 900 Euro. Als das bei der Jahresrechnung auffiel, zeigte sich die Gemeinde kulant und verzichtete auf die Gebühren. Daraufhin ersetzte der Verein den Zähler, teilte das aber nicht mit – und fortan stellte die Gemeinde auch wieder Schmutzwassergebühren in Rechnung.

Dicke Rechnung für das Jahr 2018

Das allerdings fiel den TSV-Verantwortlichen erst in diesem Jahr auf, genauer gesagt, als am 15. Januar eine dicke Rechnung ins Haus flatterte. In der stellte die Gemeinde dem Verein exakt 10.790 Euro Abwassergebühren für das Jahr 2018 in Rechnung. „Ein echter Schock“, sagt Olaf Schrader. Als stellvertretender Vorsitzender ist er unter anderem für die Vereinskasse, für Steuern und für die Buchführung zuständig. Die Rechnung fiel so hoch aus, weil durch den heißen Sommer fast das Dreifache an Wasser verbraucht worden war wie ein Jahr zuvor und damit eine dicke Nachzahlung auch beim Abwasser fällig wurde.

„Ja, wir haben einen Fehler gemacht“, räumt Berndt ein. Aber er kann nicht verstehen, warum die Gemeinde dem Verein nun nicht erneut entgegenkommen kann oder will. Der Vorsitzende weiter: „Als Ehrenamtliche haben wir so viel um die Ohren. Da kann einem so etwas schon einmal durchrutschen.“ Und Berndt versucht noch auf einem anderen Weg, Druck aufzubauen: „Die Leidtragenden sind die Kinder und Jugendlichen. Das Geld fehlt nun für unsere Jugendarbeit.“

Gemeinde hält an ihrem Standpunkt fest

Die Gemeinde hingegen hält an ihrem Gebührenbescheid fest und begründet das auch ausführlich gegenüber dem Verein. Es gebe Regelungen und Fristen, an die müssten sich alle halten – gleichgültig, ob es sich „bei den Beteiligten um eine Privatperson, eine Firma oder einen Verein handelt“, heißt es in einer E-Mail aus der Steuerabteilung der Gemeinde an den TSV. Schließlich möchte die Gemeinde keinen Präzedenzfall schaffen. „Würde abweichend vom geltenden Recht eine Ausnahme gewährt, wie sollte man das nach außen kommunizieren, wenn eventuell ein anderer Gebührenpflichtiger ebenfalls erst zwei Jahre nach Fristablauf darum bittet, Abrechnungen für zurückliegende Zeiträume zu seinen Gunsten zu korrigieren, und darauf hinweist, er hätte gehört, die Gemeinde hätte das in anderen Fällen auch gemacht?“, heißt es dort weiter.

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