Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Sanierung des Zentrums: So soll der neue Rathausplatz aussehen
Region Isernhagen Nachrichten Sanierung des Zentrums: So soll der neue Rathausplatz aussehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 27.05.2019
Die Planung für den neuen Rathausplatz steht. Dieser soll im nächsten Jahr unter anderem neu gepflastert werden.
Die Planung für den neuen Rathausplatz steht. Dieser soll im nächsten Jahr unter anderem neu gepflastert werden. Quelle: Carina Bahl
Anzeige
Isernhagen

Die Sanierung des Zentrums Isernhagen soll nach fast fünf Jahren Planung jetzt in die Umsetzung gehen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Womit und wann geht es los?

Die Arbeiten beginnen an der Bothfelder Straße – im östlichen Abschnitt zwischen Hannoverscher und Königsberger Straße. Die Straße wird saniert, die Gehwege und Parkplätze werden neu angelegt. Bereits im Juni wird die Avacon die Hausanschlüsse neu verlegen. Die Straßenbauarbeiten sollen noch in den Sommerferien beginnen. Der Gemeinde liegen inzwischen Angebote von Firmen vor. Die Auftragsvergabe ist für Ende Juni geplant.

Wie weit ist die Planung für den Rathausplatz?

Ortsrat und Bauausschuss haben am Donnerstagabend grünes Licht für den Vorentwurf gegeben. Der Umbau des Platzes soll im nächsten Jahr erfolgen.

Was sieht die Planung vor?

Die ganze Fläche vor dem Rathaus sowie der Übergang zum nördlichen Teil mit der sogenannten „Schnecke“ sollen neu gepflastert werden – in einem warmen Grauton. Der zentrale Platz, auf dem künftig – mit Ausnahme des Blumenhändlers – der komplette Wochenmarkt öffnen soll, wird mit einem dunkleren Pflasterteppich optisch hervorgehoben. Neue Bänke, unter anderem um die Bäume herum, sollen neben einer WLAN-Bank für Aufenthaltsqualität sorgen. Neue Lichtstelen werden zudem die notwendigen Stromanschlüsse für Feste vorhalten. Bäume werden ebenfalls gepflanzt. Zudem sollen die Wappen der Isernhagener Partnerstädte ins Pflaster eingelassen werden. Das marode „Blaue Band“ soll abgerissen und künftig mit blauen Punkten im Pflaster symbolisiert werden – diese führen zu einer Trinkwassersäule am Rathaus.

Und was kostet das?

Die Sanierung der kompletten Bothfelder Straße ist mit rund 2,3 Millionen Euro kalkuliert, die Umgestaltung des Rathausplatzes schlägt mit fast 430.000 Euro zu Buche.

Was ist mit den Musterpflastersteinen, über welche die Isernhagener einst abgestimmt haben?

Keiner der Vorschläge wird umgesetzt. Die Planer haben sich für andere Farben und Muster entschieden. Auch viele der Ideen, die bei den Bürgerworkshops im Schulzentrum laut wurden, finden sich in der konkreten Planung nicht wieder.

Waren nicht auch der Neubau eines Geschäftshauses und der Teilabriss der Ladenzeile geplant?

Ja, das hatte der städtebauliche Entwurf so vorgesehen. Allerdings: „Der Entwurf ist so nicht umsetzbar“, betonten die Planer am Donnerstagabend. Die Gemeinde ist nicht Eigentümerin der entsprechenden Flächen und Gebäude, kann somit die angedachten Vorhaben nicht umsetzen. Ebenfalls nicht umgesetzt wird die Idee, die Möbel auf dem Rathausplatz auf Schienen zu setzen, um sie für Feste und den Markt beiseiteschieben zu können. „Das wäre eine Sonderbauweise, die nicht praktikabel ist“, sagen die Planer. Zudem seien Schienen sehr anfällig für Vandalismus. Es sei auch nicht geklärt, wer die Möbel regelmäßig bewege. Daher werden in der konkreten Planung die Bänke jetzt im Seitenbereich des Platzes und um die Bäume herum aufgestellt.

Und was ist, wenn sich die Neubauten doch noch umsetzen lassen?

Die Planer schlagen vor, Pflastersteine für 500 Quadratmeter einzulagern. Das würde circa 30.000 Euro kosten. Dann könnte der Rathausplatz je nach möglichen Umbauten jederzeit erweitert werden.

Das "Blaue Band", das die Wietze symbolisiert, soll abgerissen werden und künftig durch blaue Punkte im Pflaster aufgegriffen werden. Quelle: Carina Bahl

Was sagen die Politiker?

Grundsätzlich sind die Politiker zufrieden mit der Planung für den Rathausplatz. „Jetzt geht es schneller, weil wir in den vergangenen Jahren das Grundsätzliche geklärt haben und nun nur noch Details klären müssen“, sagte Hans-Edgar Ojemann (SPD). „Es gab natürlich viel schickere Entwürfe, aber jetzt haben wir eine realitätsnahe Planung, die auch die Kosten im Blick hat“, lobte Arne Grävemeyer (CDU). Allein die Grünen kritisierten, dass auf dem Rathausplatz einige der Ginkgos gefällt und durch andere Bäume ersetzt werden müssen. Herbert Löffler (SPD) forderte zudem, die Folgekosten für die Pflege des Platzes im Auge zu behalten. Auch Ulrich von Rautenkranz (FDP) lobte das Konzept, stellte aber klar: „Ich würde mich nicht noch einmal für das Instrument eines Sanierungsgebietes entscheiden. Das bedeutet zu massive Einschnitte für die Anwohner, die das alles ja nicht bestellt haben.“

Was sagen die Anwohner?

Die Kritik hält weiterhin an, dass die Gemeinde noch keine Schätzungen für die zu erwartenden Ausgleichszahlungen der Grundstückseigentümer abgeben kann. In der Sitzung wurde zudem kritisiert, dass auch die Liste der sogenannten ortsbildprägenden Gebäude noch nicht fertig ist – diese aber müsste vorliegen, um Förderrichtlinien zu erlassen, von denen auch die Grundstückseigentümer profitieren könnten. „Wir würden auch gern mal etwas vom Sanierungsgebiet haben und nicht nur am Ende dafür zahlen müssen“, sagte Anwohner Wolf-Dieter Petersen.

Was sagt die Verwaltung?

Der Verwaltung ist bewusst, wie zäh der Planungsprozess für die Sanierung des Zentrums bisher gelaufen ist. Bereits im Jahr 2015 wurde die Gemeinde in das Förderprogramm Aktive Orts- und Stadtteilzentren aufgenommen – Bund und Land übernehmen somit zwei Drittel der Kosten. Die nächsten 200.000 Euro für dieses Jahr sind bereits bewilligt. „Aber Förderung bedeutet Verlangsamung, das haben wir gelernt“, sagte Bauamtsleiterin Heike Uphoff. Es habe viele Beratungsprozesse und Planungsschritte geben müssen, man habe sich viel Zeit genommen, um die Öffentlichkeit zu beteiligen. Das werde auch so bleiben. „Wir wollen alle mitnehmen.“

Mehr zum Thema

Alle Informationen der Gemeinde zum Sanierungsgebiet „Zentrum Isernhagen“.

So sehen die Planungen für die Freifläche hinter dem Rathaus aus.

So soll die Bothfelder Straße umgebaut werden.

2015 hat die Gemeinde die Musterpflasterflächen zur Abstimmung gestellt.

So sah der städtebauliche Entwurf 2017 für das neue Zentrum aus.

Bei einem Bürgerparcours konnten die Isernhagener ihre Ideen mit einbringen.

Das bedeutet das Sanierungsgebiet für die Grundstückseigentümer.

Von Carina Bahl