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Region Isernhagen Nachrichten Region ehrt engagierte Altwarmbüchenerin
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14:43 24.01.2019
Elke Conrad engagiert sich unter anderem für das Buchprojekt „Abgestaubt“ im Sozialen Kaufhaus 2.HeimArt in Altwarmbüchen.
Elke Conrad engagiert sich unter anderem für das Buchprojekt „Abgestaubt“ im Sozialen Kaufhaus 2.HeimArt in Altwarmbüchen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Altwarmbüchen/Hannover

Sie setzen sich für Senioren ein oder fördern das gesellschaftliche Leben in einem Sportverein – Menschen, die ehrenamtlich aktiv sind. Diesen freiwilligen Einsatz hat die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz jetzt in der Veranstaltung „Ehrenamt – Engagement im Fokus!“ im Regionshaus gewürdigt. Auch Elke Conrad aus Altwarmbüchen war unter den Geehrten.

Die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz (links) zeichnet Elke Conrad aus. Quelle: Region Hannover

Als Elke Conrad die Einladung von der Region erhielt, war sie vollkommen überrascht. „Erst wollte ich gar nicht hingehen“, erzählt die 68-Jährige. Aber dann hat sie es sich anders überlegt: „Das Ehrenamt soll näher zusammenrücken.“ Und tatsächlich kam sie bei der Auszeichnung mit vielen anderen engagierten Leuten zusammen. „Da merkt man, dass man nicht alleine ackert“, stellt sie erfreut fest.

Conrad war vom Burgdorfer Pflegestützpunkt der Region Hannover für die Ehrung vorgeschlagen worden. Sie fungiert seit ihrer Schulung 2016 im Projekt „Aufsuchende Seniorenbegleitung – DUO“ im Auftrag der Region als Ansprechpartnerin für die Gemeinde Isernhagen und berät ehrenamtlich Senioren in der Altwarmbüchener Begegnungsstätte zu Fragen rund um die Pflege. Zudem betreut sie ältere Frauen etwa nach einem Schlaganfall oder bei psychischen Problemen.

Caspo: Ein zweites Zuhause

Aber das ist längst nicht alles, wofür sich Conrad in ihrer Freizeit einsetzt: Die Frau aus dem Ruhrgebiet engagiert sich seit 2012 auch mehrmals wöchentlich für den Trägerverein Caspo des Sozialkaufhauses 2.HeimArt. Im selben Jahr war sie von Witten nach Altwarmbüchen gezogen, weil sie nach ihrer Scheidung eine neue Heimat suchte. Eine Freundin hatte ihr Altwarmbüchen „schmackhaft“ gemacht: „Awb ist die Abkürzung von ’alles wird besser’“. Und tatsächlich fühlt sich Conrad seitdem im Ort wohl. „Als ich erstmals durch die Straßen schlenderte, gefiel mir die Ortschaft gar nicht. Erst auf den zweiten Blick“, erzählt sie.

Bereits zwei Tage nach ihrem Umzug stöberte Conrad im Sozialen Kaufhaus. „Seitdem engagiere ich mich dort“, sagt Conrad, die von der Idee 100-prozentig überzeugt ist. Schnell hat die umtriebige Frau Kontakte knüpfen und ein soziales Netz aufbauen können. Heute ist der Trägerverein Caspo für sie wie ein zweites Zuhause.

Im Sozialen Kaufhaus An der Riehe 31-33 können Schnäppchenjäger Kleidung, Schuhe, Bücher, Spielzeug und Haushaltswaren sowie Schmuck für wenig Geld kaufen. Die 68-Jährige engagiert sich dort im Buchprojekt „Abgestaubt“. Wenn sie nicht für andere Menschen unterwegs ist, liest sie nämlich gern, besonders Krimis. Weil ihre Rente es ihr selbst auch nicht erlaubt, ständig neue Bücher zu kaufen, hatte Conrad die mittlerweile beliebte Veranstaltungsreihe „Papiergeflüster“ initiiert: Jeweils am dritten Freitag im Monat gibt es einen Vorleseabend für Erwachsene bei Kaffee, Tee sowie Knabbereien, anschließend sprechen die Teilnehmer noch über die Lektüre.

Außerdem kocht die Kauffrau aus Nordrhein-Westfalen gern. Deshalb begleitet Conrad seit 2015 den monatlichen „Mittagstisch“ in der Begegnungsstätte, an dem sich Menschen einfinden, die sonst vielleicht allein wären. Die Rentnerin hat ebenfalls den „Brutzelklub“ des Vereins Caspo im Familienzentrum St. Margarete ins Leben gerufen, wo sich an jedem letzten Freitag im Monat sechs bis acht Leute zum Kochen treffen und ab 12 Uhr dann bis zu 20 Gäste beköstigen. „Wir schnippeln nicht nur, sondern klönen und lachen viel“, berichtet Conrad über die lustige Runde. „Und das gemeinsame Essen macht allen viel Spaß“, sagt die Organisatorin, die so vielfältig ehrenamtlich aktiv ist.

Von Katerina Jarolim-Vormeier