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Nachrichten Video zeigt Überfall in Kirchhorst: Männer rauben Tankstelle aus
Region Isernhagen Nachrichten Video zeigt Überfall in Kirchhorst: Männer rauben Tankstelle aus
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14:01 12.02.2019
Dieses Bild der Überwachungskamera zeigt einen der beiden Räuber, der gerade mit der Kassenschublade flüchtet. Quelle: privat
Kirchhorst

Zwei bewaffnete und maskierte Räuber haben am Montagabend gegen 19.30 Uhr die freie Tankstelle an der Steller Straße in Kirchhorst überfallen. Sie bedrohten einen Angestellten mit einer Pistole, der Mitarbeiter setzte sich zur Wehr. Die Täter flüchteten mit der Kassenschublade und einem dritten Komplizen. „Das war richtig brutal“, sagt Tankstellen-Betreiberin Eva Dierks.

Zwei maskierte Männer, mindestens einer davon mit einer Pistole bewaffnet, haben die Tankstelle an der Steller Straße in Kirchhorst überfallen. Der Raub dauerte nur 28 Sekunden.

Kamera zeichnet den Überfall auf

Ein Überwachungsvideo zeigt alle Details des Blitzüberfalls: Die beiden dunkel gekleideten und mit Sturmhauben maskierten Männer stürmen durch die gläserne Eingangstür in den zu diesem Zeitpunkt menschenleeren Verkaufsraum der Tankstelle. Der größere der beiden Unbekannten hält eine silberfarbene Schusswaffe in der Hand. Zielgerichtet geht er zu einer nur angelehnten Tür zu den hinteren Räumen. Plötzlich stolpert er zurück, reißt dabei Teile eines Zeitschriftenregals von der Wand. Der Räuber läuft hinter den Tresen, greift sich die Kassenschublade, reißt sie mit sich fort. Sein etwas kleinerer Komplize wartet zu diesem Zeitpunkt bereits an der Eingangstür.

Plötzlich stürmt ein Angestellter durch eine andere Tür aus dem rückwärtigen Bereich in den Verkaufsraum, am Eingang lässt sich auf der Filmsequenz der Beginn eines Handgemenges erahnen. Der bewaffnete größere Täter, die Kassenschublade unter dem Arm, stürmt hinter den beiden anderen Männern aus dem Tankstellengebäude.

Mitarbeiter packt sich einen der Räuber

Was das Video nicht zeigt: Als der bewaffnete Räuber zu Beginn der 28-Sekunden-Sequenz in das Hinterzimmer stürmt, hat der 64 Jahre alte Mitarbeiter den nahenden Überfall bereits auf einem Monitor der Überwachungskameras mitbekommen. Er rammt dem Maskierten mit der Pistole die Tür zum Hinterzimmer entgegen, wirft die Tür zu. Dann läuft er durch einen anderen rückwärtigen Raum in Richtung der Ausgangstür. Dort trifft er auf den Komplizen, der offenbar keine Waffe trägt und gerade flüchten will. Der Tankstellenmitarbeiter überwältigt den kleineren Täter, doch dann kommt dessen bewaffneter Komplize hinzu und bedroht ihn mit der Waffe.

Beide Räuber flüchten zu Fuß an der Steller Straße entlang in Richtung Autobahn 7. Laut Fritz Papenberg, dem Vater der Tankstellen-Betreiberin, verfolgt ein Zeuge, der gerade tanken wollte und den Überfall von der Zapfsäule aus mitbekommt, sie noch einige Meter. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei treffen die Räuber auf ihrem Weg einen dritten Mittäter und steigen dann an der Straße Großhorst in ein dunkles Auto, möglicherweise einen Kombi. Wohin die drei Männer fahren, ist nicht bekannt. Laut Papenberg läuft der Angestellte währenddessen zurück in den Verkaufsraum, drückt den Alarmknopf und verständigt so die Polizei.

Die Polizei leitet umgehend eine Fahndung ein, die allerdings ohne Erfolg bleibt. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen räuberischen Diebstahls gegen die Unbekannten und bittet dabei um die Mithilfe der Bevölkerung.

Der Täter mit der Pistole ist von athletischer Statur und circa 1,80 bis 1,90 Meter groß. Bekleidet war er mit einer grauen Jogginghose, einer schwarzen Daunenjacke und schwarz-weißen Turnschuhen. Sein Mittäter im Verkaufsraum ist etwa 1,80 Meter groß, kräftiger als sein Komplize und trug ebenfalls eine graue Jogginghose, einen dunklen Pullover sowie schwarz-weiße Turnschuhe. Gesprochen haben sollen beide in gebrochenem Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent. Ihre Gesichter waren durch dunkle Masken verdeckt. Von dem dritten Komplizen liegt keine Beschreibung vor. Zeugen, die zur Tatzeit Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf die Gesuchten, die Beute oder verdächtige Fahrzeuge geben können, werden gebeten, sich unter Telefon (05139) 991115 zu melden.

Papenberg: Räuber wussten genau Bescheid

Papenberg und seine Tochter Eva Dierks gehen davon aus, dass sich die Täter vor Ort gut auskannten. Sie hätten sich in der Dunkelheit außerhalb der Reichweite der Kameras regelrecht angeschlichen, seien dabei sogar in die Hocke gegangen. Und dann sei der eine Täter gleich zielgerichtet zur Küche durchgestürmt. „Die wussten genau Bescheid“, ist sich Papenberg sicher.

„Gottseidank hat es der Angestellte gut überstanden“, sagt seine Tochter. Eva Dierks geht von einem Schaden von mehreren Tausend Euro aus. Die Beute hingegen war deutlich geringer. „Das Geld wird regelmäßig entnommen. In der Kasse sind nie große Summen“, sagt Papenberg.

Neue Kasse muss her

Am Dienstagmorgen bleibt der Verkaufsraum der Tankstelle in Kirchhorst geschlossen, ein Schild an der Tür weist auf den Überfall als Grund hin. Getankt werden kann trotzdem, bezahlen lässt sich aber nur per Karte am Automaten. Ein Techniker ist bestellt, um eine neue Kassenanlage zu installieren. „Morgen machen wir wieder auf“, sagt Eva Dierks. Die Sicherheit an der Tankstelle weiter verbessern können sie und ihr Vater wohl nicht. „Wie soll man sich vor so einem Überfall schützen?“, fragt Fritz Papenberg – und ahnt schon, dass es auf diese Frage wohl keine Antwort gibt.

Weitere Meldungen von Polizei und Feuerwehr finden Sie in unserem Polizeiticker.

„Unsere Tankstelle ist ein Magnet für Kriminelle“

„Gerade ist die Straße wieder offen, und dann das“, sagt Fritz Papenberg. Er meint die Kreisstraße 116, über die viele Thönser und Wettmarer zur Arbeit nach Hannover fahren, unterwegs an der Tankstelle in Kirchhorst halten – und dort für Umsatz sorgen. Der Radwegebau, für den die K116 schon wochenlang dicht war, soll erst nächste Woche weitergehen. Dann wird die Straße wieder gesperrt, was auch die Betreiberfamilie der Kirchhorster Tankstelle wieder kräftig in der Kasse merken wird.

Seit 46 Jahren betreiben die Papenbergs die Tankstelle an der Steller Straße. An mindestens drei Überfälle kann sich Fritz Papenberg erinnern. Für den bislang letzten im März 2017 hatte das Amtsgericht Burgwedel einen nachgewiesen schwer depressiven Mann aus Emden 2018 zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

Auch Einbrüche und Einbruchsversuche hatten die Betreiber schon mehrfach erlebt. Nach einer Tat vor einigen Jahren hatten sie für Tausende von Euro einen Zigarettentresor installieren lassen. Seitdem verschwinden die teuren Tabakwaren abends hinter einem massiven Rollladen. Nachgerüstet wurde auch bei der Videoüberwachung.

Gestohlene Anhänger, Unfallfluchten, Kunden, die mit Falschgeld bezahlen: „Unsere Tankstelle ist fast ein Magnet für Kriminelle“, sagt Papenberg. Besonders dramatisch war ein Vorfall im November 2007: Damals hatte ein unbekannter Brandstifter einen Holzanbau der Tankstelle angezündet, in dem 60 Propangasflaschen lagerten. Mehrere Flaschen gingen in die Luft. Nur die schnelle Entdeckung durch einen Nachbarn und der Einsatz von 60 Feuerwehrleuten hatte einen noch größeren Schaden verhindert.

Von Frank Walter

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