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Nachrichten Radfahrer rumpeln durch die Altdörfer
Region Isernhagen Nachrichten Radfahrer rumpeln durch die Altdörfer
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16:20 16.10.2018
Der Geh- und Radweg entlang der Burgwedeler Straße in Isernhagen H.B. ist vielfach geflickt. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Isernhagen

Wer sich als Radfahrer nicht im starken Autoverkehr durch die Altdörfer einreihen möchte, muss den Seitenstreifen entlang der Ortsdurchfahrt nutzen – und trifft dort auf wahre Holperpisten. Egal ob an der K113 in F.B. oder an der L381 in H.B. und N.B.: An vielen Stellen drücken Baumwurzeln das Pflaster hoch, und Schlaglöcher sind oft nur provisorisch geflickt. Kräftige Schläge im Lenker sind die Folge, wenn Radfahrer die zentimeterhohen Asphaltbuckel passieren.

„Auf dem Radweg bricht man sich die Knochen“, fasste der H.Ber Hubert Rittel die Situation an der L381 jüngst im Ortsrat zusammen. Ortsbürgermeister Simon Müller bezeichnete den Abschnitt zwischen An der Beeke und Reitverein gar als „nicht befahrbar“.

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In Isernhagen F.B. warnt ein Schild vor den Radwegschäden. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Im Ortsrat F.B. klang es ganz ähnlich, diesmal aber bezogen auf den Weg an der K113. Oftmals würden nur Warnschilder aufgestellt, kritisierte Ortsbürgermeisterin Angela Leifers. FDP-Vertreter Johannes Jaschke hatte schlimme Stellen sogar mit Fotos dokumentiert. „Das ist brutal“, sagte er mit Blick auf zentimetertiefe Spurrillen und Flickwerk auf dem Weg, den auch viele Kinder zur Schule nutzten.

Dass die Ortsdurchfahrt der Altdörfer samt der Seitenbereiche in den nächsten Jahren schrittweise saniert werden soll, lässt Jaschke nicht als Entschuldigung gelten. Man habe schlicht Glück gehabt, dass bislang keine Unfälle passiert seien, doch darauf dürfe man sich nicht verlassen. „Es ist zu riskant, vielleicht noch mal zwei Jahre zu warten, bis der Radweg neu gebaut ist.“

Verantwortlich sind die Straßenbaulastträger – im Falle der L381 die Landesstraßenbehörde, bei der K113 die Region Hannover. Im Regionshaus ist man sich bewusst, dass der Weg entlang der K113 in keinem guten Zustand sei – „allerdings auch nicht so schlecht, dass er Sicherheitsmängel aufweist“, so Regionssprecher Klaus Abelmann. „Zum jetzigen Zeitpunkt noch eine Sanierung durchzuführen ist aus unserer Sicht im Hinblick auf den Einsatz der vorhandenen Mittel nicht sinnvoll.“

Tatsächlich liegt der Planfeststellungsbeschluss für den Umbau der K113 mittlerweile vor, jetzt geht es mit der Ausführungsplanung weiter. Die Region hofft auf einen Baubeginn im nächsten Jahr. Anders als zunächst geplant sollen sich die Baumaßnahmen allerdings auf den Abschnitt von der A7 in F.B. bis zur Pastorentrift in K.B. beschränken. Weiter in Richtung Heinrich-Könecke-Straße will Enercity seine Wasserleitung erneuern – und es mache keinen Sinn, zuvor die Straße zu sanieren, so der Regionssprecher.

Für die Sanierung der L381 gibt es hingegen noch keinen Zeitplan – die Landesstraßenbehörde hat noch keine Lösung für die künftige Führung der Radfahrer gefunden. Ob bis zur Sanierung mehr als die bislang praktizierte Reparatur des Radwegs zu erwarten ist, dazu gab es am Dienstag keine Infos.

Doch was heißt eigentlich Radweg? Korrekterweise muss man von Gehwegen sprechen, die auch für Radfahrer freigegeben sind, denn mit einer Novellierung der Straßenverkehrsordnung waren die zuvor kombinierten Geh- und Radwege neu beschildert worden. In der Konsequenz dürfen sich Radfahrer dort nur in Schrittgeschwindigkeit bewegen. „Die eigentliche Führung der Radfahrer ist auf der Fahrbahn vorgesehen“, so der Regionssprecher – die allerdings in der Realität in Isernhagen kaum jemand nutzt.

Von Frank Walter