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Region Isernhagen Nachrichten L381 ist beim Tempo-30-Versuch nicht dabei
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00:20 18.08.2018
Mit Kreuzen und Bannern protestieren Anlieger der L381 gegen den zunehmenden Verkehr. Quelle: Frank Walter
Isernhagen H.B./N.B

Von einer Option zur Verkehrsberuhigung auf der Landesstraße 381 in Isernhagen H.B. und N.B. müssen sich die lärmgeplagten Anwohner nun gedanklich verabschieden: Für den Modellversuch „Tempo 30 in Niedersachsen“ wird die Burgwedeler Straße nicht berücksichtigt werden. Die Bewerbung der Gemeinde Isernhagen ist bei der Vorauswahl durchgefallen.

Modellversuch ist auf drei Jahre ausgelegt

Neben 42 weiteren Kommunen aus Niedersachsen hatte sich auch die Gemeinde Isernhagen mit der L381 um eine Teilnahme am dreijährigen Modellversuch beworben. Ziel des Modellprojektes ist es, Daten über die Auswirkungen von Tempo 30 innerorts auf Lärm, Luft, Sicherheit und Verkehrsfluss zu erhalten. Daneben sollen auch die Akzeptanz der Temporeduzierung, die Auswirkungen auf den Fuß-, Rad- und öffentlichen Personennahverkehr sowie etwaige Verlagerungseffekte untersucht werden.

Nun habe das Verkehrsministerium allerdings mitgeteilt, dass Isernhagen im weiteren Verfahren nicht berücksichtigt werden könne, so Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen – wie im Übrigen weitere 24 Bewerbungen auch. Als Grund habe das Ministerium unter anderem das Fehlen einer erhöhten Unfallgefahr angeführt. Außerdem würden die Luft- und Lärm-Grenzwerte nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz nicht überschritten, heißt es in der Mitteilung. Diese hatte das Rathaus am Mittwoch an alle Ratsmitglieder verschickt. Am Vortag hatte die HAZ eine entsprechende Anfrage gestellt.

Bürgerinitiative: Aufgeben geht nicht

Die Bürgerinitiative Aktion L381, die mittlerweile mit Dutzenden von orangefarbenen Kreuzen sowie Bannern an der Burgwedeler Straße gegen die steigende Verkehrsbelastung protestiert, will sich davon nicht entmutigen lassen: „Es ist bedauerlich, hält uns aber nicht davon ab, weiterzumachen. Aufgeben geht nicht“, sagt BI-Sprecherin Heike Haeseler. Die Teilnahme am Modellversuch sei eine Möglichkeit zur Verbesserung der Situation gewesen, die sehr interessant geklungen habe. „Es war uns aber klar, dass es landesweit mehr Bewerber als Teststrecken geben würde.“ Dass offenbar erst Unfälle passieren müssten, um ins Programm aufgenommen zu werden, ist für Haeseler allerdings eine sehr fragwürdige Argumentation.

Das sieht die Vertreterin der Grünen im Ortsrat H.B., Heike Schünemann-Bagusch, ganz genauso: Sie bezeichnet die Argumentation fehlender Unfallgefahr als besonders ärgerlich. „Verkehrsberuhigung muss schließlich gerade im Sinne schwächerer Verkehrsteilnehmer in erster Linie präventiv erfolgen.“

Hoffen auf die Lärmberechnung

H.B.s Ortsbürgermeister Simon Müller (CDU) stört sich auch einem anderen Teil der Begründung – dem Hinweis auf die Lärm- und Luft-Grenzwerte, die angeblich nicht überschritten würden. Tatsächlich lässt die Landesstraßenbehörde gerade anhand im Frühjahr erhobener Verkehrszahlen aktuelle Lärmwerte entlang der L381 berechnen, die Ergebnisse sollen frühestens im Oktober vorliegen. Selbst wenn dann doch eine Überschreitung der Grenzwerte herauskomme, sei es für die Aufnahme in den Modellversuch zu spät, bedauert Müller. Dennoch setzt er genau wie BI-Sprecherin Heike Haeseler große Hoffnungen in die Lärmberechnungen. Diese könnte ein Tempo-30-Limit für Lastwagen in der Nacht zur Folge haben.

Postalisch liegt der Jugendtreff Isernhagen H.B. An der Beeke. Der Plattenweg führt allerdings zur Burgwedeler Straße. Quelle: Frank Walter

Ortsbürgermeister Müller knüpft seine Hoffnung auf eine Verkehrsberuhigung allerdings noch an einen anderen Aspekt – und schielt dabei auf die Tempo-30-Schilder, die die Gemeinde kürzlich vor dem Seniorenheim in Isernhagen N.B. aufgestellt hatte. Gleiches müsse doch am Jugendtreff in H.B. auch möglich sein, so Müller. Auch wenn der Jugendtreff von der Adresse her der Straße An der Beeke zuzuordnen sei: „Die Zuwegung kommt ganz klar von der Burgwedeler Straße“, sagt Müller und sieht den rechtlich geforderten Aspekt als erfüllt an. Ein Tempo-30-Abschnitt auf der Burgwedeler Straße am Jugendtreff könnte zumindest den dortigen Kurvenbereich entschärfen.

Das wäre auch aus Haeselers Sicht ein guter Baustein für eine Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrt: „Je unattraktiver die Straße für den Durchgangsverkehr wird, desto besser. Jedes bisschen hilft.“

Von Frank Walter

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