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Nachrichten L 381: Tempo 30 ist nur auf kurzem Abschnitt denkbar
Region Isernhagen Nachrichten L 381: Tempo 30 ist nur auf kurzem Abschnitt denkbar
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18:30 13.09.2019
Besonders der Schwerlastverkehr auf der L 381 stört viele Anwohner. Quelle: Frank Walter (Archiv)
Isernhagen H.B./N.B

Nur auf einem kurzen Abschnitt der Landesstraße 381 ist ein nächtliches Tempolimit denkbar: Zu diesem Ergebnis kommt das Lärmgutachten der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, das am Donnerstagabend im Ortsrat Isernhagen H.B. vorgestellt wurde. Allerdings könnte es schon bald mobile Geschwindigkeitskontrollen an der Ortsdurchfahrt geben.

L-381-Anlieger protestieren gegen die Verkehrsbelastung

Schon seit Jahren protestieren Anlieger der Ortsdurchfahrt gegen den zunehmenden Verkehr auf der L 381 durch Isernhagen H.B. und N.B. Mal parkten Mitglieder der zwischenzeitlich gegründeten Bürgerinitiative (BI) in einer konzertierten Aktion mehrere Autos auf der Burgwedeler Straße, um den Verkehrsfluss zu bremsen, dann stellten sie eine Blitzerattrappe auf. Unübersehbar sind mittlerweile die orangefarbenen Holzkreuze und Banner als Zeichen ihres Protestes.

In Vorbereitung der geplanten Straßensanierung hatte die Landesbehörde mehrfach die Verkehrsteilnehmer gezählt und auf Basis dieser Daten berechnet, in welcher Größenordnung der Lärmpegel an den Häusern links und rechts der L 381 ankommt. Das Ergebnis sorgte bei den Zuhörern der Ortsratssitzung teilweise für überraschte Mienen: Ein Tempolimit, um den Verkehrslärm zu reduzieren, wäre nur auf dem etwa 600 Meter langen Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Ortsausgang in Richtung Burgwedel denkbar – und dann auch nur nachts. Entlang der übrigen etwa 3,5 Kilometer würden die „für eine derartige Anordnung erforderlichen Werte nicht überschritten“, heißt es in einer Vorlage der Gemeindeverwaltung.

Landesbehörde soll Gutachten erläutern

Der Ortsrat will sich das Lärmgutachten in seiner Sitzung im November genauer erläutern lassen und dazu einen Vertreter der Landesbehörde einladen. Ortsbürgermeister Simon Müller sieht beispielsweise erhebliche Unterschiede zwischen den Ergebnissen der Verkehrszählungen der Gemeinde und des Landes – auf Letzterem basieren die Lärmberechnungen. Verwundert reagierte auch Anlieger Arne Ungruh: Immerhin hatten ihm Fachleute vor gerade einmal zwei Jahren noch bescheinigt, dass an seinem Haus an der Burgwedeler Straße sehr wohl zu viel Verkehrslärm ankomme – was nun aber nicht mehr der Fall sein soll.

Eine andere Möglichkeit, um den Schallpegel zu senken, wäre, bei der Sanierung der L 381 eine lärmschluckende Fahrbahnoberfläche, den sogenannten Flüsterasphalt, zu verbauen. Die Mehrkosten, so die Landesbehörde, wären aber wohl von der Gemeinde zu tragen. Zu erwarten ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt jedoch frühestens für das Jahr 2022.

Vier Standorte für mobile Blitzer gefunden

Kurz- bis mittelfristig können somit wohl nur Tempokontrollen dazu beitragen, Schnellfahrer zu disziplinieren und so den Verkehrslärm zu reduzieren. Stationären Blitzern an der L 381 hatte die Polizei bereits eine Absage erteilt. Die Blitzerattrappe – die ein Unbekannter gleich zweimal umgeworfen hatte, die die BI aber bald wieder aufstellen will – wird somit weiterhin die einzige Blitzersäule bleiben.

Anders sieht es mit mobilen Tempokontrollen aus, für die bislang an der L 381 die erforderlichen Messpunkte fehlten. Die Gemeinde hat inzwischen vier Standorte ermittelt, die ohne großen Aufwand für mobile Geschwindigkeitsüberwachungen hergerichtet werden können: an der Holbeinstraße, an der Straße Vor der Hahle, gegenüber dem Nolteweg und in Höhe der Saaten-Union. Politisch noch nicht beschlossen ist jedoch, ob sich die Gemeinde für 140.000 Euro einen Blitzeranhänger kaufen soll. Die Entscheidung könnte im November fallen.

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Von Frank Walter

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