Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Kirchhorst: Ortsrat fordert Tempo-10-Zone auf Schulweg
Region Isernhagen Nachrichten Kirchhorst: Ortsrat fordert Tempo-10-Zone auf Schulweg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 29.06.2019
Noch gilt am Schulweg Tempo 30: Weil es immer wieder zu gefährlichen Situationen auch am Pastorenweg kommt, fordert der Ortsrat zum Schulbeginn dort Tempo 10. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Anzeige
Kirchhorst

Der Ortsrat lässt nicht locker: Die Kirchhorster Politiker haben am Dienstagabend eine Tempo-10-Zone auf dem Schul- und Pastorenweg gefordert. Diese soll den Weg zur Schule für die Kinder sicherer machen. Und es soll schnell gehen. Bis zum Start des neuen Schuljahres sollen entsprechende Schilder stehen, so die Forderung der Kommunalpolitiker. Zudem regte der Ortsrat an, auf der Steller Straße den Tempo-30-Bereich vor dem Seniorenheim so zu verschieben, dass die Zone bis zum Schulweg reicht.

Schulwegsicherung ist unendliche Geschichte

Das Thema Schulwegsicherung ist im Ortsrat Kirchhorst eine unendliche Geschichte. Immer wieder hatten die Politiker über eine Zone 10 auf dem Schulweg und Pastorenweg, Aufpflasterung oder gar Umgestaltung der Straßen debattiert. Und Eltern hatten eine Unterschriftenliste an die Gemeinde übergeben, um sich für einen sicheren Schulweg ihrer Kinder einzusetzen. Bereits im März hatte der Rat die Verwaltung aufgefordert, den Drop-Punkt – hier werden Kinder von ihren Eltern abgesetzt, wenn sie mit dem Auto zur Schule gefahren werden – und die Ausweitung von Tempo 30 auf der K 112 zu überprüfen. Eigentlicher erwarteten die Kommunalpolitiker nun in der Sitzung am Dienstagabend konkrete Vorschläge – doch die gab es nicht.

Anzeige

Region steht Drop-Punkt kritisch gegenüber

Dafür war nun Leonard Schneider vom Fachbereich Infrastruktur und Straße der Region Hannover in der Sitzung zu Gast. Er hatte sich die Situation auf der Steller Straße angeschaut und machte kein Hehl daraus, dass er einem Drop-Punkt für den Friedhofsparkplatz kritisch gegenübersteht. Auch in der Errichtung eines sicheren Überwegs in der Höhe Von-Cramm-Weg sieht er keine Verbesserung. Der Grund: Der Planer sprach von 10 000 Fahrzeugen, die die Steller Straße täglich passieren. Damit gehöre die K 112 zu den Top 20 Straßen in der Region.

Ausdehnung der Tempo-30-Zone ist nicht möglich

Eine Absage erteilte Schneider auch der Forderung des Ortsrates, die Tempo-30-Zone an der Steller Straße vor dem Seniorenheim zu verlängern. Aktuell gilt die Temporeduzierung auf 156 Metern. Auch wenn die Zone ausgedehnt werden würde, seien die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt. Die Grundschule habe keinen direkten Eingang an der Straße. Zudem müsste der Bereich auf 400 Meter verlängert werden. Das Gesetz sehe lediglich 300 Meter vor. Die Ampel am Schulweg sei nach Ansicht von Schneider der sicherste Überweg.

Christian Possienke (FDP) regte an, das Schild kurz vor dem Seniorenheim in Richtung Schule zu versetzen. „Es geht nur um ein paar Meter.“ Dann könnte Tempo 30 bis zum Schulweg gelten und die gesetzliche Richtlinie von 300 Metern eingehalten werden. Auch diese Idee stieß bei dem Verwaltungsmitarbeiter der Region auf Bedenken. „Die Temporeduzierung muss 45 Meter vor dem Altenheim angezeigt werden“, nannte Schneider den Grund.

Mit dem Ausbau der Stelle Straße ist vor 2023 nicht zu rechnen

Verbesserungen könnte eine grundlegende Sanierung der Steller Straße bringen. Die allerdings – so Schneider – werde es nicht vor dem Jahr 2023 geben. Eigentlich war dieser Ausbau bereits für das kommende Jahr avisiert worden. „Das klappt aber nicht“, so Schneider. Ein Trostpflaster für die Kirchhorster Politiker hatte er dennoch parat: Die Frage von Anne Ingrid Kollenrott (Grüne), ob die Ideen und Vorschläge des Ortsrates in die Planungen eingingen, beantwortete der Regionsmitarbeiter mit einem „Ja“.

Zum Abschluss gab es noch einmal Schelte für die Verwaltung: Kritik übte der Ortsrat daran, dass eine Vorlage der Verwaltung, wie bei dem Schulweg und Pastorenweg künftig verfahren werden soll, nicht vorlag. „Wir haben es so oft gefordert“, ärgerte sich Ortsbürgermeister Herbert Löffler (SPD). Ortsratsbetreuerin Claudia Halfen schob es auf zu wenig Personal und vertröstete die Politiker auf die Zeit nach der Sommerpause. Für die Mitglieder des Ortsrates ist das zu spät, und sie haben einen unkonventionellen Lösungsvorschlag: „Wenn der Bauhof es bis zum Schulstart nicht schafft, die Tempo-10-Schilder aufzustellen, dann stellen wir die Tafeln selbst auf“, scherzte Possienke.

.

Von Katerina Jarolim-Vormeier