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Nachrichten Gemeinde prüft Bebauungsplan für die Gartenstadt Lohne nicht vor 2021
Region Isernhagen Nachrichten Gemeinde prüft Bebauungsplan für die Gartenstadt Lohne nicht vor 2021
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18:03 25.06.2019
Der Bebauungsplan für die Gartenstadt Lohne ist sehr streng. Das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Quelle: Sandra Köhler
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Gartenstadt Lohne

Mit der kurzfristigen Änderung des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften (ÖBV) für die Gartenstadt Lohne, für die sich Familie Wisweh mit einer Unterschriftenaktion eingesetzt hatte, wird es nichts. Doch ganz vom Tisch ist die Anpassung, die es Familien und Mehrgenerationenhaushalten ermöglichen sollte, etwas großzügiger zu bauen, auch nicht. Eine Voruntersuchung, die klärt, inwieweit öffentliches Interesse daran besteht, soll frühestens 2021 erfolgen. Das beschloss der Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Isernhagen in seiner jüngsten Sitzung ohne Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen.

Keine schnelle B-Plan-Änderung

„Sehr geehrte Unterstützende, leider ist der Planungs- und Bauausschuss der Vorlage der Gemeindeverwaltung gefolgt und hat die Änderung der ÖBV wieder bis auf Weiteres zurückgestellt, somit herrscht nach 2012 und 2014 auch jetzt wieder Stillstand“, kommentierte Karsten Wisweh die Entscheidung des Ratsausschusses nach der Sitzung unter seiner Online-Petition. 254 Menschen, davon 177 aus Isernhagen, hatten ihn dort unterstützt, mehr als 100 via Unterschriftenliste. Doch das allein reicht der Gemeinde nicht. Sie will Aufwand und Nutzen der angeregten Änderungen mithilfe einer sogenannten Voruntersuchung zum Nachverdichtungspotenzial klären. Allerdings erst, nachdem andere Dinge mit höherer Priorität abgearbeitet wurden.

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Trotz der von ihm angeregten Petition zur Änderung des B-Planes kann Karsten Wisweh sein Haus am Holunderkamp (rechts) in der Gartenstadt Lohne auf absehbare Zeit noch nicht zum Mehrgenerationenhaus umbauen. Quelle: Sandra Köhler

Mehrgenerationenwohnen in Lohnde ermöglichen

Worum geht es Karsten Wisweh? Der Lohner wollte im vergangenen Jahr gemeinsam mit seiner Mutter Regina das familieneigene Grundstück am Holunderkamp für die Zukunft fit machen. Anstelle des alten, wegen Asbest nicht mehr zu sanierenden Hauses sollte dort ein neues Mehrgenerationenhaus entstehen. Die Baugenehmigung scheiterte letztlich an vier Grad Dachneigung und 20 Zentimetern zu viel Höhe. Eine Ausnahme wollte die Region Hannover nicht machen und verwies auf die Gemeinde Isernhagen, die den B-Plan ändern könne. Eine Forderung, die nicht neu ist: 2012 kam sie im Zuge eines Bürgerworkshops zum Thema Demografie auf, 2014 übernahm sie der Ortsrat Neuwarmbüchen.

Gemeinde Isernhagen sieht keine hohe Priorität

Bedingt durch den Generationswechsel in der Gartenstadt Lohne habe es dort in der Tat ab und an Anträge auf bauliche Veränderungen an bestehenden Gebäuden gegeben, bestätigt die Gemeinde. Von 2014 bis 2018 waren das drei Bauvoranfragen, sieben Bauanträge und eine Ausnahme. Insgesamt sei lediglich eine Bauvoranfrage abgelehnt worden. Aus diesen Werten ergibt sich für die Verwaltung keine Notwendigkeit, das Änderungsverfahren oben auf ihre Prioritätenliste zu setzen. Zumal es durchaus positive Einzelfallentscheidungen gegeben habe, zum Ende 2018 drei neue Verfahren das Arbeitsprogramm der Planungsabteilung ergänzten und deren Kapazität stark begrenzt sei.

Damit sich die Häuser harmonisch in die Gegend einpassen, wie hier an der Straße In der Edder, gibt es für die Bebauung in der Gartenstadt Lohne genaue Vorschriften. Quelle: Sandra Köhler

Prüfung zur möglichen Nachverdichtung nicht vor 2021

Somit wird es frühestens 2021 eine Überprüfung durch die Gemeinde geben. Dabei sollen die Bewohner befragt werden. Untersucht werden soll dabei, wie viel zusätzliche Wohneinheiten möglich wären, ob dieses Potenzial auch ausgenutzt würde und wenn ja, wann. Ebenfalls geklärt werden müsste, welcher Arbeitsaufwand und welche Kosten aus einer Änderung des B-Planes beziehungsweise der ÖBV erwüchsen. Dabei geht es etwa um Rechtsfolgen für veränderte Bestandsbaurechte, aber auch um Folgen bezüglich Kanalisation, Parkplätzen und Kindergartenplätzen. Und letztlich darum, wer die Kosten für diese Anpassungen sowie das Verfahren und die Gutachter trägt. Erst wenn all diese Fragen geklärt sind, hat die Politik eine sachliche Grundlage, um zu entscheiden, ob in der Gartenstadt Lohne auf Grundstücken umgebaut werden kann oder nicht.

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Von Sandra Köhler