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Nachrichten Für einen Tag geöffnet: Das sind die schönsten Bilder aus dem Gartendenkmal Friedenshain
Region Isernhagen Nachrichten Für einen Tag geöffnet: Das sind die schönsten Bilder aus dem Gartendenkmal Friedenshain
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19:39 17.09.2019
Brücken, Wasserläufe, hundertjährige Bäume: Der Friedenshain ist ein echtes Kleinod. Quelle: Sandra Köhler
Isernhagen F.B

Gartengeheimnisse enthüllen, das hatte die Gartenregion Hannover sich am Sonntag auf die Fahne geschrieben. Einer der wohl geheimnisvollsten und bei Naturfreunden begehrtesten Gartenorte dürfte der Friedenshain in Isernhagen F.B. gewesen sein: ein 16 000 Quadratmeter großer, denkmalgeschützter Park mitsamt Naturkundemuseum. Mit ihm erfüllte sich der hannoversche Zoohändler Karl Kirchhoff 1907 einen Traum. Zum 100-jährigen Bestehen, hatte Kirchhoffs Urenkel Michael Hapke den Friedenshain letztmals der Öffentlichkeit präsentiert. Kein Wunder also, dass der Besucherzustrom bis in den frühen Abend nicht abriss. „Es werden wohl so an die 1000 Menschen gewesen sein heute“, schätze Hapke vorsichtig.

Die verwunschene Idylle des denkmalgeschützten Parks Friedenshain in Isernhagen lockte früher viele naturkundlich Interessierte an. Mittlerweile ist er nur sehr selten geöffnet – entsprechend viele Besucher kamen.

„Können Sie die Spieluhr einmal aufziehen?“ fragte Elisabeth von Stackelberg den Hausherrn im Naturkundemuseum. Der ließ sich nicht lange bitten und drehte die Kurbel an der mannshohen Musikbox, die sein umtriebiger Urgroßvater, der auch Tischlermeister war, selbst gezimmert hatte. Ein Kirchenlied erklang. „Möchte noch jemand den Radetzkymarsch hören?“ fragte Hapke gut gelaunt und wechselte die Lochplatte aus. Hingerissen lauschte von Stackelberg den Klängen. „Wir waren früher mit den Kindern oft hier“, erzählte sie und zückte ihr Handy. „Das Foto werde ich ihnen jetzt rüberschicken. Ich bin gespannt, ob sie sich erinnern.“ Inzwischen sorgte Hapke an einer Drehorgel für die letzte musikalische Zugabe. „Das Harmonium ist leider zu wackelig.“

Auch Haut einer Sieben-Meter-Boa und Gürteltierpanzer sind zu sehen

Der Urenkel des Friedenshain-Gründers Karl Kirchhoff, Michael Hapke (Mitte), zieht die von seinem Urgroßvater gebaute Spieluhr im Museum auf. Quelle: Sandra Köhler

Besitzer wollen Friedenshain langfristig erhalten

„Wir waren vor 40 Jahren hier, und es ist immer noch so schön wie damals“, heißt es dort. Und: „Die Gemeinde Isernhagen sollte Geld in die Hand nehmen, um dieses Kleinod zu erhalten.“ In der Tat: der verwunschene Park mit seinen alten knorrigen Bäumen, lauschigen Ecken, Statuen und der Grotte, in die früher Boote fahren konnten, hat etwas Märchenhaftes. Besonders, als an letzterer Gedichte erklangen, die Kirchhoffs Sohn während seiner Kriegsgefangenschaft verfasst hatte. Das war der Plan Kirchhoffs: Er wollte in dem Sumpfgebiet nicht nur Teiche anlegen, um in ihnen Wasserpflanzen und Fische für seine Zoohandlung zu züchten. Ein „zoologisch botanisches wissenschaftliches Institut“ wollte er schaffen – und gleichzeitig einen Ort, an dem Städter die Ruhe der Natur erleben konnten.

Diesen Geist des Friedenhains und die Anlage als solche zu erhalten: Darum bemühen sich die aktuellen Besitzer sehr. Ein Konzept gibt es bereits, doch durch wen genau das umgesetzt werden kann, etwa eine Stiftung oder einen Verein. „Das steht noch nicht fest“, sagt Hausherr Hapke. Die Sorge um die Zukunft des Friedenshaines sei für ihn letztlich auch der Anlass gewesen, den Park im Rahmen der Gartenregion nach zwölf Jahren wieder einmal zu öffnen. Vielleicht bringt ihn das für bald geplante Gespräch mit der Bürgerstiftung Isernhagen ja ein Stück weiter.

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Von Sandra Köhler

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