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Nachrichten Fluglärm: Bürgerinitiative hofft auf Hilfe der Kommunen
Region Isernhagen Nachrichten Fluglärm: Bürgerinitiative hofft auf Hilfe der Kommunen
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16:15 12.09.2019
Vielen Bürgern im Umfeld des Flughafens ist es nachts zu laut am Himmel. Quelle: Symbolbild (Julian Stratenschulte/dpa)
Isernhagen

Heimspiel für die Bürgerinitiative: Dieter Poppe aus Altwarmbüchen, Vorsitzender der Initiative Besser ohne Nachtflug – Hannover Airport (BON-HA), hat den Zusammenschluss der Fluglärmgegner am Dienstagabend im Umweltausschuss des Isernhagener Rates vorgestellt. Dabei wurde deutlich: Auch wenn sich sowohl Gemeinde als auch BON-HA für mehr Ruhe am Nachthimmel starkmachen, ist man nicht zwangsläufig gemeinsam unterwegs.

BON-HA sammelt Geld für Klage

Seit Monaten sammelt BON-HA Geld für eine Klage, mehrere Zehntausend Euro sind schon zusammengekommen. Poppe, der seit wenigen Monaten auch Vertreter der Gemeinde Isernhagen in der Fluglärmschutzkommission ist, wünscht sich dabei auch die finanzielle Unterstützung der vom Fluglärm betroffenen Kommunen. Doch im Isernhagener Umweltausschuss stieß der Altwarmbüchener damit auf Skepsis.

Gerade weil die BON-HA-Klage hauptsächlich auf die gesundheitlichen Folgen des Fluglärms abzielen soll, meldeten Politiker Zweifel an. „Ich glaube nicht, dass nur der Fluglärm für Krankheiten verantwortlich ist. Da gibt es jede Menge anderer Dinge, die dabei ebenfalls eine Rolle spielen“, sagte Herbert Löffler (SPD). „Ich persönlich stehe dem sehr kritisch gegenüber und bin damit auch nicht allein.“ Aus diesem Grund hält Löffler es für falsch, der BON-HA Geld der Gemeinde für das Klageverfahren bereitzustellen. Jeder Bürger müsse für sich entscheiden, ob er mit einer Spende an die Initiative deren Klageverfahren unterstützen wolle.

Poppe: „Nichts zu tun wäre das Schlimmste“

Schwierig fiel Löffler die Einschätzung, ob das Klageverfahren überhaupt zu einem guten Ergebnis kommen werde. Auch Hans-Jürgen Beck (Grüne) hinterfragte die Erfolgsaussichten und wollte zudem wissen, ob sich die Initiative denn schon mit allen Kommunen im Umfeld des Flughafens Langenhagen abgestimmt habe. „Wir haben mit allen Gemeinden gesprochen und lassen uns von unserer Anwältin gerade einen Kostenplan erstellen“, erläuterte Poppe. „Dieser wird wahrscheinlich Anfang Oktober an die Rathäuser gegeben.“ Er selbst schätzt die Erfolgsaussichten der BON-HA-Klage auf 50 Prozent. „Wir haben viele positive Signale.“ Doch endlos werde der juristische Weg nicht sein: „Wenn wir sehen, dass wir in der ersten und zweiten Instanz deutlich verlieren, müssen wir uns damit abfinden.“ Nichts zu tun sein allerdings „das Schlimmste“.

Luftverschmutzung ebenfalls Grund zur gerichtlichen Klage?

Jürgen Klingler (AfD) wies auf einen anderen möglichen Ansatz für eine Klage hin – die Luftverschmutzung durch Flugzeugabgase. Schließlich gebe es für Diesel-Fahrzeuge ja auch besondere Vorschriften. Damit befasse sich BON-HA bereits seit längerem, entgegnet Poppe. Gerade ältere Flugzeuge wolle die Bürgerinitiative nachts nicht mehr am Himmel hören. „Da macht der Flughafen aber nicht mit, daher wollen wir Druck machen.“

Druck macht auch die Gemeinde. In ihrer Stellungnahme an das Verkehrsministerium, die der Rat vor der Sommerpause beschlossen hatte, fordert sie ein Flugverbot in den Nachtkernzeiten von 0 bis 5 Uhr und eine deutliche Beschränkung des Flugverkehrs in den nächtlichen Randzeiten von 22 bis 0 sowie von 5 bis 6 Uhr.

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