Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Europa-Wahlplakate: Parteien beklagen Vandalismus
Region Isernhagen Nachrichten Europa-Wahlplakate: Parteien beklagen Vandalismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 27.04.2019
Die Isernhagener Parteivertreter sind sich einig: Antje Schenke (Grüne, von links), Tim Mithöfer (CDU), Reinhard Lensch (SPD) und Christiane Hinze (FDP) bitten, die Europa-Wahlplakate nicht zu beschmieren oder zu zerstören.
Die Isernhagener Parteivertreter sind sich einig: Antje Schenke (Grüne, von links), Tim Mithöfer (CDU), Reinhard Lensch (SPD) und Christiane Hinze (FDP) bitten, die Europa-Wahlplakate nicht zu beschmieren oder zu zerstören. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Anzeige
Isernhagen

 Beschädigte und beschmierte Wahlplakate sind auch in Isernhagen kein neues Phänomen. Auch bei der aktuellen Werbung für die Europawahl am 26. Mai beklagen die Parteien wieder blinde Zerstörungswut. Deshalb haben CDU, SPD, FDP und Grüne nun bei einem Treffen am Mittwoch gemeinsam appelliert, die Werbetafeln nicht zu verunstalten.

Unbekannte zerstören 21 Plakate

Tim Mithöfer, der neue Vorsitzende des Isernhagener CDU-Gemeindeverbandes, ärgert sich, dass von 25 Wahlplakaten, die seine Partei bereits vor drei Wochen in Altwarmbüchen aufgehängt hatte, mittlerweile nur noch vier vorhanden seien. 21 zerstörte Plakate, das sei zu viel des Guten. Einige der Werbeträger seien auch wenig originell übermalt worden. Insbesondere die Tafeln, die zu niedrig angebracht worden seien, seien vom Vandalismus betroffen. „Je höher sie hängen, desto weniger kommen die Leute dran. Das ist aber nicht an jedem Laternenpfahl möglich“, sagte der Christdemokrat. Mithöfer ist überzeugt, dass ohne die Plakatierung die meisten Wähler nicht wüssten, dass sie Ende Mai zur Wahlurne gehen sollten. „Mit Europa verbinde ich Frieden und Demokratie – und das soll auch so bleiben.“

Plakate motivieren Wähler

Der SPD-Ortsverein verzeichnet aktuell noch nicht so viel Zerstörungen und Kritzeleien an seinen Werbetafeln. Parteichef Reinhard Lensch bezeichnete solchen Vandalismus als Angriff auf die Willensbildung. „Das ist eine Respektlosigkeit und zugleich Unverständnis für Europa.“ Der SPD-Parteichef sieht die Plakate als Motivation, um zu wählen.

Die Isernhagener FDP setzt eher auf Großflächenplakate und persönliche Kontakte mit den Wählern. Fünf der großen Werbeträger sind nach Ostern im Gemeindegebiet aufgestellt worden. „Wir haben uns bewusst für die Variante entschieden“, sagte die FDP-Chefin Christiane Hinze. „Die Leute machen sich keine Gedanken, wie viel ehrenamtliche Arbeit mit dem Anbringen der Plakate verbunden ist“, monierte Hinze. „Das ist Missachtung der politischen Arbeit.“ Sie äußerte ihren Unmut über „die Chaoten“, die Wahlplakate einfach in die Landschaft werfen – völlig egal, von welcher Partei. Und anschließend müssten diese weitere Zeit investieren, um den Unrat wieder zu entsorgen.

Keine Plakate oder gemeinsame Tafeln?

Ginge es nach den Vorstellungen der Grünen, so gebe es gar keine Plakate. „Wir können uns vorstellen, grundsätzlich auf sie zu verzichten“, sagte Antje Schenke, Schatzmeisterin des Isernhagener Ortsverbandes. Dabei gehe es nicht um Kosten, sondern um den Umweltaspekt. Dafür sprach sich auch die FDP-Chefin aus. Hinze regte darüber hinaus an, in allen sieben Ortschaften der Gemeinde großflächige Tafeln aufzustellen, auf denen jede Partei für sich werben könne. „Die Leute müssen bei Wahlen geschubst werden, weil sie kaum die Namen der Kandidaten kennen.“

Die AfD hatten CDU, FDP, Grüne und SPD zu den Treffen am Mittwoch nicht eingeladen. Nach Angaben von Jürgen Klingler, AfD-Stadtverbandsvorsitzender Hannover Land-Ost, gibt es aktuell noch keine Erfahrungen mit Vadalismus. Die AfD habe gerade erst begonnen zu plakatieren.

Von Katerina Jarolim-Vormeier