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Region Isernhagen Nachrichten Darum kassiert die Politik drei größere Bauvorhaben in der Gemeinde
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13:53 27.06.2019
Bauland in Isernhagen ist begehrt, die Preise sind hoch: Da möchte mancher sein Grundstück möglichst gut ausnutzen. Quelle: Symbolbild (Lino Mirgeler/dpa)
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Isernhagen H.B./Altwarmbüchen

Der Planungs- und Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung gleich drei Bauvorhaben die Zustimmung verweigert, die alle dasselbe Ziel hatten: Grundstücke deutlich stärker zu bebauen, als dies aus Gemeindesicht zulässig ist. Baugenehmigungsbehörde ist allerdings die Region Hannover. Ob diese Behörde der Linie der Gemeinde folgen oder sich über deren Ablehnung hinwegsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Betreutes Wohnen mit Tagespflege

Das wohl spannendste Projekt bezieht sich auf ein weitläufiges Eckgrundstück am Rehbocksweg in Isernhagen H.B.. Für dieses Areal setzt der gültige Bebauungsplan zwingend eine Zweigeschossigkeit fest, der Antragsteller möchte von dieser Vorgabe allerdings befreit werden. Er plant den Abriss des bestehenden Hauses, um ein dreigeschossiges Wohngebäude für betreutes Wohnen mit Tagespflege und Gemeinschaftsflächen zu errichten. Zur Unterbringung der erforderlichen Parkplätze ist eine Tiefgarage geplant. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung ist die zwingende Zweigeschossigkeit jedoch ein Grundzug der Planung. Davon abzurücken sei laut Baugesetzbuch gar nicht möglich, die Befreiung von dieser Vorgabe also abzulehnen.

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Zwei Gebäude für elf Familien

Die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses folgten dieser Einschätzung der Verwaltung ebenso ohne Diskussion wie bei einer Bauvoranfrage, die sich auf ein Grundstück in Isernhagen H.B. wenige Hundert Meter weiter in Richtung Großburgwedel bezieht. Der Antragsteller wünscht sich für das Areal gegenüber der Einmündung der Branderiede die Zustimmung für den Bau eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohnungen in erster Reihe sowie eines dahinterliegenden Riegels mit drei Reihenhäusern.

Häuser sollen zusammenwachsen

Da an dieser Stelle kein Bebauungsplan konkrete Vorgaben macht, hat die Gemeindeverwaltung geprüft, ob sich das Vorhaben wie vom Baugesetzbuch gefordert in die nähere Umgebung einfügen würde. Das Urteil fällt eindeutig aus: Mit einer Höhe von elf Meter wäre das vordere Wohnhaus einerseits höher als die meisten Häuser der Nachbarschaft, und auch der mit neun Metern Höhe geplante Reihenhausriegel würde andere Hinterbebauungen überragen. Schwer wiegt laut Einschätzung des Rathauses auch der im Vergleich zur Umgebung sehr hohe Versiegelungsgrad des Grundstücks: Dreiviertel der Fläche ist für die Häuser samt Terrassen, Garagen und Abstellräumen sowie die Parkplätze und Zufahrt verplant. Damit würde weit mehr des Grundstücks überbaut werden, als es in der Nähe der Fall ist.

Dieser Planung versagte der Ausschuss deshalb ebenso seine Zustimmung wie zwei Bauvoranfragen aus der Krendelstraße. Dort sollen zwei bestehende Doppelhäuser mittels eines zweigeschossigen Anbaus verbunden werden und zudem je einen weiteren eingeschossigen Anbau erhalten – was deutlich mehr Wohnfläche bringen würde. Die Verwaltung schätzt das als zu starke Nachverdichtung ein und will keinen Präzedenzfall für die Nachbarschaft schaffen. Die Mitglieder des Planung- und Bauauschusses sahen es genauso.

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Von Frank Walter