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Nachrichten Hilfe für Wildtiere und Infos zur Natur gibt es bald in Altwarmbüchen
Region Isernhagen Nachrichten Hilfe für Wildtiere und Infos zur Natur gibt es bald in Altwarmbüchen
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18:06 05.09.2019
Juliane Winterhoffs Kronengecko ist alles andere als scheu. Quelle: Sandra Köhler
Altwarmbüchen

„Ich war schon immer sehr naturverbunden“, sagt Juliane Winterhoff. Die aus Brandenburg stammende dreifache Mutter hat große Pläne rund um Flora und Fauna. Ihr Verein Wildtierhilfe Isernhagen ist gerade in der Gründungsphase. Winterhoff will in Altwarmbüchen nicht nur Anlaufstelle für verletzte Wildtiere sein, sondern auch ein Biotop für Reptilien anlegen. Zusätzlich will sie mit einer „Wildnis-Schule“ Erlebnispädagogik für Kindergärten und Schulen sowie Spaziergänge etwa durchs Altwarmbüchener Moor anbieten. Auch Vorträge und Schulungen zu verschiedenen Themen kann sie sich vorstellen.

„Als ich nach Isernhagen kam, war ich total erstaunt, wie viele hier nur wenig über die Natur um sie herum wissen“, sagt die 36-Jährige: „Dabei ist das Altwarmbüchener Moor nebenan. Und die Gegend hat wirklich etwas zu bieten.“ Unverständlich für die Frau, die Ausbildungen zur Zootierpflegerin und zur Tierarzthelferin absolviert hatte und schließlich noch Biologie studierte, die sowohl Jägerin als auch Falknerin ist. In Hamburg hat sie eine Exoten-Auffangstation geleitet. In Altwarmbüchen will sie Anlaufstelle für Wildtiere sein, etwa für verletzte Greifvögel, aber auch für Säuger. „Bei Tieren im Wald sind allerdings Jäger immer die ersten Ansprechpartner“, sagt sie. Denen und auch dem Nabu wolle sie keinesfalls Konkurrenz machen.

Nicht nur heimische Wildtiere, auch Exoten haben es Juliane Winterhoff angetan. Einige von Ihnen stammen aus einer Exoten-Auffangstation, die sie in Hamburg geleitet hatte.

Einige Exemplare, die als Fundtiere oder aus Beschlagnahmungen zu ihr kamen, haben ihr Domizil an der Hannoverschen Straße in Altwarmbüchen gefunden. Eine weiße Kornnatter lebt dort ebenso wie Rotaugenfrösche, Kronengeckos, eine Atlasschnecke, Wandelnde Blätter, Skorpione und putzige Farbmäuse. „An denen kann man Kindern gut das Verhalten von Tieren erklären“, sagt Winterhoff. Höhepunkt für Besucher sind meist die beiden sibirischen Füchse Hector und Whisky. Im Gegensatz zu heimischen Füchsen scheuen sie nicht vor Menschen zurück. Auf dem Trainingsplatz hinterm Haus toben sie gern herum, lassen sich auf ein Spiel mit einer Fellmaus ein. Mit Hector und Whisky hatte Winterhoff auch schon eine ganz besondere Biologiestunde am Gymnasium Isernhagen bestritten.

Domestizierte Füchse sind keine Haustiere

„Das sind domestizierte Füchse, die aus einer Zuchtlinie stammen, die der russische Biologe Dmitri Beljajew begründet hat“, erklärt Winterhoff. „Der wollte herausfinden, wie der Mensch es geschafft hat, Tiere zu zähmen und welche Mechanismen dabei greifen.“ Obwohl die Füchse sehr zahm sind, ist es aus ihrer Sicht nicht angebracht, sie als Haustiere – vielleicht sogar allein – zu halten. Whisky ist mittlerweile viereinhalb Monate alt. Er kam als Welpe aus Ostdeutschland zu ihr. „Der Vater war tot, die Mutter hatte vor Stress keine Milch mehr“. Winterhoff päppelte ihn auf – halb mit der Flasche, halb nahm sich ihre Hündin, die gerade Welpen hatte, des kleinen Fuchses an.

Stück für Stück entstehen die Gehege für die Tiere, denen die Wildtierhilfe Isernhagen ein Quartier auf Zeit bieten will. „Es ist wichtig, sie möglichst schnell wieder auszuwildern“, sagt Winterhoff. Bis der Verein Wildtierhilfe Isernhagen gemeinnützig ist, dauere es aber wohl noch ein wenig. Mit dem Verkauf selbst gemalter Tierporträts verdient sie aktuell Geld, um weiterbauen zu können. „Ich plane auch eine Ausstellung, bei der ich mein Projekt vorstellen möchte.“

Auch eine „Wildnis-Schule“ soll helfen, die Tierhilfe zu finanzieren: mit einem umfangreichen erlebnispädagogischen Angebot vom Bau von Nistkästen und Insektenhotels bis hin zu Schulbesuchen, bei denen tierischen Helfer wie die beiden Füchse zum Einsatz kommen.

Vorträge für Vereinsmitglieder kostenfrei

Für Mitglieder des in Gründung befindlichen Vereins will sie Vorträge kostenfrei anbieten, sagt Winterhoff, die laut eigenen Aussagen viel Zeit und Geld investiert hat, um zusätzliche Sachkundenachweise zu sammeln. Auch praktische Schulungen für Jungjäger kann sie sich vorstellen. „Am liebsten soll das hier ein komplettes Bildungszentrum werden“, sagt sie mit Blick auf den Hof an der Hannoverschen Straße. „Aber erstmal wünsche ich mir, dass viele Leute mitmachen.“ Der Anfang ist zumindest gemacht, einige Bekannte sind mit an Bord. Bis die eigene Internetseite fertig ist, ist Juliane Winterhoff per E-Mail an wildtierhilfe.isernhagen@gmail.com zu erreichen.

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