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Region Isernhagen Nachrichten Allein der Straßenverkehr stört das Kleingartenidyll
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17:10 07.07.2019
Im Garten von Nelli und Eugen Bulda wird gegärtnert, gefeiert und entspannt. Auch Kinder und Enkel freuen sich über frisches Obst und Gemüse. Quelle: Patricia Chadde
Altwarmbüchen

Isernhagens Kleingartenverein Farrelheide im Süden Altwarmbüchens ist schon etwas Besonderes. Das fängt mit der Schreibweise an. Das „F“ zum Namensbeginn hat ein Beamter in den Kolonienamen gebastelt. Auf allen Landkarten und im Rathaus der Gemeinde wird das Gebiet dagegen mit „V“, also Varrelheide, buchstabiert.

Laubenpieper-Paradies seit 1973

Meik Strickrodt lächelt. „Über die Schreibweise stolpert jeder“, berichtet der Vorsitzende, der schon Sonntagmorgen um 9 Uhr im Vereinsheim sitzt. Das Gebäude, ebenso nahe an der Autobahnabfahrt gelegen wie an einer Bushaltestelle, wird gern für private Feiern gemietet. Zur Übergabe haben die Partymacher die Stühle vereinbarungsgemäß auf die sauberen Tische gestellt. Ihren Müll müssen sie mitnehmen, um den Rest kümmert sich Anja Strickrodt. „Alles prima“, hat sie bei der Übergabe festgestellt. Sie ist passives Mitglied, aber durch ihre Eltern Margrit und Lothar Kleppe schon seit 1988 ein echtes „Koloniekind“.

Der Garten wird zum Mehrgenerationen-Projekt

„Nach dem Tod meines Vaters ist der Schrebergarten 45, Abteilung 1, zu unserem Drei-Generationen-Projekt geworden“, berichtet Anja Strickrodt. Tochter Nina (19) züchtet sogar erfolgreich Melonen und Mangos.

Einige Meter entfernt genießen Nelli und Eugen Balda ihren freien Tag. „Wir haben beide Schichtdienst, da ist es gar nicht einfach, zusammenzukommen.“ Außerdem haben beide offenkundig mehrere grüne Daumen. Salat, Gemüse und Obst entwickelt sich in den quadratischen Beeten prächtig. Sogar zwei Sorten Stachelbeeren,schwarze und rote Johannisbeeren, Heidelbeeren und selbst Pfirsiche gedeihen hier. Die Kombination aus Erfahrung und Gefühl für den Anbau beschert Baldas reiche Ernte. Sommerblumen setzen bunte Farbtupfer, während sich zwischen Kompost und Hecke eine Kürbispflanze breit macht. Für das Enkelkind wurde eigens ein Walderdbeerenbeet angelegt. „Er pflückt sie gern, isst sie aber nicht“, berichtet Nelli Balda und lächelt. Geerntetes, was Sohn und Tochter mitbekommen, wird in Eimern bemessen, die sich außerdem hervorragend für die Tomatenaufzucht eignen. „Bei Frost kommt nachts der Deckel drauf“, verrät die Anzucht-Expertin.

Freizeitspaß statt Gemüseanbau

„Die Nutzung des Kleingartens wandelt sich“, beobachtet Meik Strickrodt. Weniger Selbstversorgungsgelegenheit, mehr Freizeitspaß. Blickt man über Zäune und Hecken des Kleingartenvereins „Farrelheide“, kann man das an den zahlreichen Sandkisten, Schaukeln, Rutschen und Planschbecken erkennen. „Vor allem junge Familien haben wieder Lust auf einen Kleingarten“, sagt der Vorsitzende zufrieden. Ein Grund, weshalb die erste Generation der Pächter den Garten häufig ihrem Nachwuchs überschreibt. Aktuell ist nur eine 245 Quadratmeter große Parzelle von insgesamt 186 Einheiten frei.

Nur Straßenverkehr ist ein Problem

Die Straße zwischen Isernhagen-Süd und Altwarmbüchen heißt Varrelheide mit „V“ und ist vor allem sonnabends extrem stark befahren. Die Kleingärtner aus dem nördlichen Abschnitt 2 und 3 kommen dann nicht auf die andere Straßenseite ins Vereinsheim und zur Frischwasserstelle, die Kinder aus dem südlichen Abschnitt 1 nicht auf den Spielplatz gegenüber. Das ist dann aber auch der einzige Punkt, der die Idylle trübt.

Von Patricia Chadde

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