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Nachrichten Bahnhof Isernhagen: Bahnsteig wird Mitte Mai verlängert
Region Isernhagen Nachrichten Bahnhof Isernhagen: Bahnsteig wird Mitte Mai verlängert
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11:30 08.03.2019
Der neue Oberleitungsmast oberhalb des Schützenhauses (links) steht, die Rampe ist wieder verschwunden. Doch die 21 Meter Bahnsteig fehlen am Bahnhof Isernhagen immer noch. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen H.B

Für die Metronom-Züge in Fahrtrichtung Hamburg entpuppt sich der Bahnhof Isernhagen momentan als Flaschenhals: Weil die geplante Verlängerung des Bahnsteiges immer noch nicht erfolgen konnte, trotzdem aber schon Sieben-Wagen-Züge eingesetzt werden, müssen diese extra langsam in den Haltepunkt einfahren und exakt zum Stehen kommen. Zweieinhalb Monate wird diese Situation noch anhalten.

Bahnhof Isernhagen: Lokführer müssen punktgenau bremsen

Normalerweise sind Bahnsteige nicht derart knapp kalkuliert wie der in Isernhagen H.B. Nur einer Sondergenehmigung ist es zu verdanken, dass dort praktiziert werden darf, was andernorts nicht erlaubt ist. Das Verkehrsunternehmen Metronom setzt aus Kapazitätsgründen vor allem im Hamburger Umland mittlerweile längere Züge ein. „Sehr korrektes Fahren vorausgesetzt, passt es in Isernhagen schon jetzt“, sagt Metronom-Sprecher Björn Pamperin. „Die Lokführer müssen mit stark reduzierter Geschwindigkeit einfahren und punktgenau bremsen“, erläutert Carmen Pförtner, Sprecherin der Region Hannover – nur so passt es. Den Fahrplan einzuhalten, sei so ein Problem.

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Auf Dauer kann und darf das auch nicht so bleiben. Die Bahn hatte die fehlenden 21 Meter am Gleis in Richtung Hansestadt eigentlich bereits im vergangenen Jahr anbauen lassen wollen. Drei Wochenenden waren für die Arbeiten an der Hauptstrecke Hannover-Hamburg ausgesucht worden.

Bahnsteig soll Mitte Mai verlängert werden

Doch erst hatte ein technisches Problem bei Vorarbeiten an einem Oberleitungsmasten den Zeitplan über den Haufen geworfen, und dann hatte die boomende Baukonjunktur auch noch den Ersatztermin Ende des Jahres torpediert: Die Bahn hatte schlicht keine Baufirma gefunden. „Wir haben nicht ein einziges Angebot bekommen“, sagte Unternehmenssprecherin Sabine Brunkhorst. Dies gelang erst bei einer neuerlichen Ausschreibung. Aus Rücksicht auf den Zugverkehr und wegen der Unwägbarkeiten der Witterung ist der neue Termin für die Bahnsteigverlängerung nun erst für Mitte Mai geplant.

Anders als bei den Rammarbeiten zur Absicherung des Untergrunds für den neuen Oberleitungsmasten im vergangenen Jahr sollen die Arbeiten nicht so laut werden. Die Bahnsprecherin geht zwar davon aus, dass die Anlieger schriftlich informiert werden. Hotel-Gutscheine soll es anders als 2018 im Mai 2019 aber nicht geben.

Zwischenzeitlich hatte eine Rampe hoch zum Bahndamm geführt. Quelle: Archiv (Frank Walter)

Ralf Auras, Vorsitzender der Schützengesellschaft Isernhagen H.B., wird dennoch drei Kreuze machen, wenn die Dauerbaustelle direkt am Schützenhaus endlich der Vergangenheit angehört: „Das Thema hat echt Nerven gekostet.“ Seit einem Jahr steht er deshalb in Kontakt mit der Bahn, die für die Arbeiten am Oberleitungsmasten eine Rampe hoch zum Gleis über Teile des Schützen-Grundstücks bauen lassen musste.

Für die Rammarbeiten habe das Schützenhaus aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen, so Auras – den konkreten Termin habe er allerdings nur zufällig von einer besser informierten Anwohnerin erhalten. Generell seien Informationen gar nicht oder spät gekommen, die Projektleiter bei der Bahn hätten gewechselt. Und dann habe es ihn zig Anrufe gekostet, damit die Bahn ihre Baustelle auf dem Schützen-Areal auch wieder zurückbaut.

Auras hofft nun, dass die eigentliche Bahnsteig-Verlängerung wie angekündigt mit Betonfertigteilen schnell über die Bühne geht. Und dass eine Gartenbaufirma wie mit der Bahn vereinbart die Rasenfläche am Schützenhaus wieder herrichtet.

Ist der Bahnsteig dann endlich verlängert, sollen die Bauarbeiten am Bahnhof Isernhagen noch aber weitergehen: Für rund zwei Millionen Euro will die Region den Haltepunkt barrierefrei umbauen und zudem den Vorplatz umgestalten.

Von Frank Walter