Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Neuer Gehweg passt nicht –Ursache noch ungeklärt
Region Isernhagen Nachrichten Neuer Gehweg passt nicht –Ursache noch ungeklärt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 11.05.2018
Fischer und Braakmann
Fischer und Braakmann Quelle: Martin Lauber
Anzeige
Altwarmbüchen

  „Anschlussprobleme“ der besonderen Art gibt es derzeit im Altwarmbüchener Wohngebiet „Wietzeaue“: Die im April asphaltierte Heinrich-Grethe-Straße samt Gehweg liegt streckenweise gut 10 bis 15 Zentimeter unter dem Niveau der auf der Ostseite anliegenden, seit zwei Jahren bebauten Hausgrundstücke.  Ein schwer gehbehinderter Bewohner des Mehrfamilienhauses Nummer 2 könne die provisorische Schotterrampe zum Gehweg mit seiner Gehhilfe nicht passieren. Und die Müllwerker seien nicht bereit, die schweren Müllcontainer über dieses Hindernis zu heben, beklagen Albert Braakmann und Kai Fischer vom Eigentümerbeirat. Sie erwarten schnelle Abhilfe – aber die wird möglicherweise dauern.

Zurzeit nicht barrierefrei

„Leider hat sich bei der Herstellung des Bürgersteiges herausgestellt, dass unser Haus etwas zu hoch liegt“, sagt Wohnungseigentümer Braakmann. Das von zehn Parteien bewohnte Haus mit der Nummer 2 sei deshalb trotz Fahrstuhls wegen des Höhenversatzes zurzeit nicht barrierefrei zu nennen.  Das Pflaster des Weges zwischen Straße und Haustür müsse schnellstens aufgenommen und mit flacher Neigung neu verlegt werden. Seit dem 12. April habe sich die Hausverwaltung mehrfach vergeblich bemüht, die Firma Heinz von Heiden, die den Komplex gebaut hat,  zu einer schnellen Behebung des Missstands  zu bewegen. Für Fischer und Braakmann stellt sich nur eine Frage: „Ist das ein Baumangel oder ein Planungsfehler?“

Deutschlands größter Massivhausbauer aus Isernhagen sieht sich allerdings gar nicht in der Verantwortung: „Die gesamte Anlage wurde im Februar 2016 an die Eigentümer übergeben, auch und insbesondere das Gemeinschaftseigentum“, erklärt Sprecherin Claudia Krause. Damals seien auch die Außenanlagen abgenommen worden. „Reklamationen gab es keine. Das Problem mit dem Höhenversatz ist bekannt, nicht aber die Ursache.“ Der jetzige Zustand sei von der Straßenbaufirma hergestellt worden.

Gemeinde: Exakte Höhenplanung

Ursachenforschung betreibt zurzeit die Gemeinde Isernhagen, die den Straßenbau beaufragt hatte. Nach Aussage  von Sprecherin Svenja Theunert steht man „in Gesprächen“ mit der ausführenden Firma. Grundsätzlich prüfe diese aber die Höhen vor dem Bau „sehr genau und mehrfach“.  Bei der Verwaltung selbst sei nichts schiefgelaufen: „Lange bevor irgendjemand überhaupt nur mit dem Bau seines Hauses auf den Privatgrundstücken im Baugebiet Wietzeaue angefangen hat, lag die Deckenhöhenplanung für die öffentlichen Straßen fest.“ 

An jeder Stelle auf der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Grundstück sei in dem Plan die Höhe auf Meter über Normal Null  ablesbar oder  interpolierbar. Bei Anfragen von  Bauherren oder Architekten werde der Deckenhöhenplan für den jeweils erforderlichen Bereich herausgegeben, auf der Gemeinde-Homepage sei er für berechtigte Personen hinterlegt. Sache des Bauherrn oder Architekten sei es, die Informationen an die Firmen weiterzugeben, die die Außenanlagen planen und den Bau ausführen, sagt Theunert. „Irgendwo in dieser Kette hat es offenbar gehakt“, folgert die Rathaussprecherin. „An fehlender Information seitens der Gemeinde liegt es auf keinen Fall.“

Buchenhecke nicht genau eingemessen

Anders als bei dem Wohnkomplex von Heinz von Heiden hat es bei dem benachbarten,  von Helma Bau errichteten Mehrfamilienhaus keine Beschwerden von Bewohnern wegen des Niveauunterschieds gegeben. Das liegt wohl daran, dass die Lehrter Firma nach Aussage ihres Marketingleiters Thorsten Harms die Rampen vom Gehweg zu den Hauseingängen erst nach Fertigstellung der Straße angelegt hat. „Das haben wir unseren Käufern vorab kommuniziert und jetzt passt alles perfekt.“ 

Gleichwohl bietet sich derzeit auch bei dem Helma-Objekt wie nebenan der skurrile Anblick einer Buchenhecke deutlich über Straßenniveau, deren Wurzeln frei gelegt sind. „Wegen eines geringfügigen Messfehlers bei der Grundstücksgrenzenbestimmung“, so Harms, sei die Hecke etwa 30 Zentimeter zu dicht am Gehweg gepflanzt, nun aber samt Gehwegrandsteinen zurück versetzt worden. „Dort fehlt nur noch Boden zum Auffüllen, dann ist auch dieses nur optische Problem zur Zufriedenheit der Wohnungsinhaber und der Gemeinde gelöst.“  

Für den Eigentümer-Beirat der Hausnummer 2 kann davon noch nicht die Rede sein.  Albert Braakmann und Kai Fischer warten auf eine schnelle Lösung und sehen dafür weiterhin Heinz von Heiden, Sponsor der hannoverschen Bundesliga-Fußballer,  in der Pflicht. Der „96-Bonus“, sagt Fischer, sei sonst bald aufgebraucht. 

 

Von Martin Lauber