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Nachrichten Verkehrsbelastung der B3 wird neu gezählt
Region Hemmingen Nachrichten Verkehrsbelastung der B3 wird neu gezählt
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14:14 17.02.2010
Von Stefan Vogt
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Dabei haben die Bürgerinitiative (BI) „Wer Straßen sät, wird Autos ernten“ und die Bündnisgrünen mit der CDU und der Aktion Pro-B-3-Umgehung neue Widersacher entdeckt. So wirft die BI der Union vor, im Begleitheft zu ihrer Unterschriftenaktion für die Umgehung bewusst veraltete oder gar falsche Daten als Fakten darzustellen.

Das Verkehrsaufkommen in Hemmingen-Westerfeld liege nicht bei 30 000 Fahrzeugen pro Tag, wie in der Broschüre behauptet, sondern bei nur rund 26 000. Dabei beruft sich Tom Todd, Sprecher der Initiative, auf eine interne Modellrechnung der Stadt Hannover. Auch in Arnum liege der Wert unter den genannten Zahlen. Dass sich die CDU überhaupt derart für die Umgehung ins Zeug legt, empört BI-Sprecher Burkhard Lange. Die Volkspartei solle sich um das Wohl aller kümmern. Ihre einseitige Haltung sei unverantwortlich.

Grünenchef Rüdiger Knorr unterstellt der CDU gar, die Initiative für die Umgehung selbst ins Leben gerufen zu haben und mit ihrer Postwurfaktion zu fördern. Sie versuche den Eindruck zu erwecken, Kritiker der Planung seien gegen eine Entlastung der B-3-Anlieger. Es gehe ihnen aber darum, dass die Straßenbauer die Interessen aller Hemminger berücksichtigen. Dass die Pro-Initiative auch von „maßgeblichen Mitgliedern“ der SPD unterstützt wird, ist nach Ansicht Knorrs Zeichen für eine neue Autobahn-Allianz.

Bürgermeister Claus Schacht zweifelt daran, dass die genannten Zahlen überhaupt vergleichbar sind. Dies gelte nur für die Werte der allgemeinen Verkehrszählungen der Jahre 1995, 2000 und 2005, die an der Stadtgrenze zu Hannover praktisch unverändert je nach Zeitraum bei zwischen 26.000 und 29.000 Fahrzeugen pro Tag liegen. In diesem Frühjahr werde eine neue Zählung weitere vergleichbare Daten bringen.

Andere Untersuchungen aus dem Jahr 2001 hätten sehr unterschiedliche Werte zwischen 30.000 und rund 28.000 Fahrzeugen ergeben, je nachdem ob nördlich oder südlich der Einmündung gezählt wurde. Für den Ausbaustandard sei dies indes nicht entscheidend. Nach der Richtlinie zur Anlage von Straßen ist laut Schacht ohnehin schon ab 22.000 Fahrzeugen pro Tag ein vierspuriger Ausbau vorgeschrieben.