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Nachrichten Minister greift für B3-Ortsumgehung zum Spaten
Region Hemmingen Nachrichten Minister greift für B3-Ortsumgehung zum Spaten
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00:18 11.12.2014
Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (links) und Verkehrsminister Olaf Lies stehen vor den Befürwortern und Gegnern der Ortsumgehung.
Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (links) und Verkehrsminister Olaf Lies stehen vor den Befürwortern und Gegnern der Ortsumgehung. Quelle: Zimmer
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Hemmingen

Ob sie wollten oder nicht: Beim Spatenstich mussten sie zusammenrücken - aus Platzgründen. Mehr als 150 Befürworter und Gegner des 51-Millionen-Euro-Projektes haben sich am Montagmittag bei Sonnenschein und Temperaturen um drei Grad auf dem vergleichsweise kleinen Parkplatz am Freibad Arnum versammelt.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies blickte vom Rednerpult auf die Banner der Befürworter, die Gegner hielten Protestschilder hoch. Lies verteidigte das Bauvorhaben. Einige seiner Äußerungen wurden mit Bravorufen oder mit Pfiffen begleitet, auch als der Minister Bürgermeister Claus Schacht als jenen lobte, der stets mit „klarer Haltung“ die Ortsumgehung befürwortete. Lies gab zu bedenken: „Seit Jahrzehnten leben hier Menschen unter hohen Belastungen.“ Lies reagierte auf Zwischenrufe, dass das Vorhaben angeblich am Parlament vorbei umgesetzt werde, und stellte klar: „Es gab einen langen und demokratischen Weg.“ Nun sei der Bau mit der geringsten Belastung für alle zu verwirklichen.

Als die Zuhörer auf die Äußerungen von Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, vermehrt mit Klatschen oder Pfiffen reagierten, bat er, wie es sich in einer Demokratie gehöre, „erst zuzuhören und dann die Argumente auszutauschen“. Die Zuhörer hielten sich daraufhin stärker zurück. Ferlemann sprach von einem „fairen Kompromiss“, „sinnvoll angelegtem öffentlichen Geld“ und einem „guten Tag für die Region Leine-Weserbergland“. 26 000 Fahrzeuge passieren derzeit täglich die B3 in Hemmingen. Nach Prognosen werden bis 2030 vermehrt Lastwagen unterwegs sein.

Hemmingen bekomme aber nicht nur eine Ortsumgehung, auf der jetzigen B 3 werde zudem die Stadtbahn verlängert, betonte Ferlemann. Mit einer Million Euro beteilige sich die Region. Mit der Bahntrasse solle 2016 begonnen werden. Deswegen starte der Bau der Umgehungsstraße auch im Norden. Die Ausgleichsfläche umfasse 30 Hektar. Erstmals war gestern das offizielle Schild zu sehen, auf dem der September 2019 als Bauende für die 7,5 Kilometer lange Umgehung genannt wird.

Für den symbolischen Spatenstich wurde ein Sandhaufen aufgeschüttet, also weder Erde aus Arnum noch aus Devese, wo der Spatenstich zuerst geplant gewesen war. Der Sand stammte aus der Straßenmeisterei.

Von Andreas Zimmer

Daniel Junker 08.12.2014
Andreas Zimmer 10.12.2014