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Region Hemmingen Nachrichten Ruine im Sundern ist gerettet
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20:17 03.11.2014
Maurermeister Krzysztof Kulpa setzt das Mauerwerk in mühseliger Kleinarbeit wieder zusammen. Nur noch einer der ursprünglich vier Türmchen ist erhalten geblieben. Quelle: Zerm
Hemmingen

In mühseliger Puzzlearbeit hat der Turm des Mausoleums von Graf Carl von Alten in den vergangenen Wochen den letzten Schliff erhalten. Mit viel Sorgfalt hat Maurer Krzysztof Kulpa von der Ronnenberger Firma Menert Bau das ursprüngliche Mosaikmuster am Turm und an den Ansätzen der Wandmauer wieder hergestellt. Dabei hat er Bruchstücke der Original-Steine des historischen Bauwerks mühevoll zusammengefügt, fehlende Stellen durch gefärbten Putz kaschiert und mit den passenden Formsteinen die vorgegebenen Muster komplementiert. Als Grundlage standen lediglich ältere Fotos zur Verfügung, auf denen die Details nur schwer zu erkennen waren.

Für die Renovierung wurden ausschließlich die original Steine des Denkmals verwendet, die der Förderverein unter anderem im Schutt und im Ringgraben des Mausoleums gefunden hatte. Die Formsteine wurden vom Baumeister Conrad Hase von 1840 bis 1842 selbst entworfen, geformt und teilweise signiert.

„Nun ist der Turm wieder in seiner ursprünglichen Form zu bewundern und man bekommt in etwa eine Vorstellung von dem historischen Bauwerk der Neugotik“, freut sich der Vorsitzende des Fördervereins, Dirk Jüchter.

Insgesamt zierten früher vier Türmchen das Denkmal. Die anderen drei sind zerstört und konnten nicht mehr gerettet werden.

„Die Arbeiten werden in den nächsten Tagen abgeschlossen“, kündigt Jüchter an. Lediglich kleinere Lücken in den Steinen sollen dann eventuell noch ergänzt werden.

Seit 1987 bemühte sich der Förderverein um den Erhalt der Ruine, scheiterte jedoch bis zum vergangenen Jahr an den Kosten. 2013 hat der Verein dann mit finanzieller Unterstützung der Stadt Hemmingen und mehrerer Stiftungen die Ruine für mehr als 60.000 Euro restaurieren lassen, damit das baugeschichtlich bedeutende Denkmal nicht vollständig verfällt. Unter anderem wurde das Projekt mit 14 000 Euro von der EU gefördert.

Das 1842 errichtete Mausoleum gilt als erster Backsteinbau der norddeutschen Gotik und ist das einzige Bauwerk, an dem die berühmten Baumeister Laves und Hase gemeinsam arbeiteten.

Von Stephanie Zerm

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