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Nachrichten Rübenkampagne startet: Landwirte erwarten schlechte Ernte
Region Hemmingen Nachrichten Rübenkampagne startet: Landwirte erwarten schlechte Ernte
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06:05 30.09.2019
Viele Zuckerrüben bleiben noch wochenlang in der Erde, gewinnen aber nicht mehr viel an Umfang dazu. Quelle: Kim Gallop
Pattensen/Hemmingen

Der Rauch steigt weithin sichtbar aus dem hohen Schornstein auf: Die Zuckerfabrik in Nordstemmen (Landkreis Hildesheim) ist seit dem 12. September wieder aktiv. In der Fabrik werden auch die Rüben aus dem Stadtgebiet von Pattensen und Hemmingen verarbeitet.

In Pattensen-Vardegötzen liegen schon die ersten Rüben am Rand des Ackers und warten auf den Abtransport. Auch ein Feld am Motoballplatz in Pattensen wurde bereits abgeerntet. Heinrich Eicke, Bezirkslandwirt für Pattensen, und Burkhard Köhler, Bezirkslandwirt für Hemmingen, erwarten in dieser Saison eine unterdurchschnittliche Rübenernte.

Die Zuckerrüben werden in den kommenden Wochen nach einem festen Plan geerntet und in die Fabrik transportiert. Quelle: Kim Gallop

Die Trockenheit, nun schon im zweiten Jahr, hat auch der Zuckerrübe geschadet. „Die Rübe hat einen sehr hohen Zuckergehalt“, sagt Köhler, „aber die Masse fehlt.“ Viel Sonne sei generell gut, „aber in Verbindung mit Wasser wäre es besser“. Auf den Hinweis, dass die meisten Rüben doch noch länger im Boden bleiben, weil die Felder erst nach und nach in den kommenden Wochen abgeerntet werden, winken Eicke und Köhler ab. „Der Rübenkörper wächst nicht mehr“, erläutert Eicke.

Es sei auch nicht so, dass durch weniger Masse die Preise steigen. Eicke sagt: „Die Weltmarktpreise für Zuckerrüben sind schlecht – auch deshalb stellen wir die Grünen Kreuze an unseren Feldern auf.“

Getreideernte leidet auch unter Trockenheit

Köhler hat zudem Sorgen, dass die vor Kurzem ausgebrachte Getreidesaat sich wegen der trockenen Böden nicht gut entwickelt. Auch die vorangegangene Getreideernte ist wegen der Trockenheit unterdurchschnittlich ausgefallen. Nach Angaben des Landvolks haben Niedersachsens Ackerbauern eine Ernte eingefahren, die im Ertrag deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre geblieben ist.

So ernteten die Landwirte in zehn Landkreisen bis zu 15 Prozent weniger als im Durchschnitt des langjährigen Vergleichszeitraumes von 2012 bis 2017. Gleichzeitig sind die Erzeugungskosten gestiegen, unter anderem durch höhere Auflagen, hier sind gesellschaftliche Erwartungen in politische Entscheidungen eingeflossen. „Diese öffentliche Diskussion und die geringere Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaues drücken auf die Stimmung der Landwirte“, sagt Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr.

Weniger Getreide, aber keine höheren Preise

Die geringere Erntemenge der hiesigen Landwirte wirkt sich an den Märkten bisher noch nicht aus. Im Gegenteil, die Landwirte erhalten allenfalls Preise, die gerade ihre Kosten decken. Das Preisniveau liegt inflationsbereinigt nach den Daten des Landesamtes für Statistik auf dem Niveau des Jahres 1993. Die Landwirte erlösen also nicht mehr als vor 26 Jahren, heißt es vonseiten des Landvolks.

Grund für die Schwäche des Getreidemarktes sehen Marktbeobachter in hohen Lagerbeständen weltweit sowie deutlich besseren Ernteergebnissen in Nachbarländern wie beispielsweise Frankreich.

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Von Kim Gallop

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