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Region Hemmingen Nachrichten Schwierige Bedingungen für Gehbehinderte?
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16:43 21.09.2018
Mehr als 10.000 Gäste besuchten dieses Jahr das Kürbisfest in Wilkenburg. Quelle: Tobias Lehmann
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Wilkenburg

War das Kürbisfest in Wilkenburg für Menschen mit einer Gehbehinderung nicht geeignet? Diesen Vorwurf erhebt ein Hemminger, der sich auf dem zweitägigen Fest am vergangenen Wochenende nicht willkommen fühlte. Er habe trotz amtlichen Ausweises mit einem Rollstuhlsymbol nicht bis zum Festgelände durchfahren können. Der Veranstalter Christian von Oheimb habe sich dafür entschuldigt, nur drei Behindertenparkplätze zu haben. „Super, 10.000 Besucher und drei Parkplätze“, kommentiert der Hemminger mit Verweis darauf, dass das Fest mit mehr als 10.000 Gästen einen Besucherrekord aufgestellt hatte.

Von Oheimb erinnert sich an das Gespräch mit dem Hemminger. „Ich bin voll bei diesen Menschen, die vermutlich mehrfach am Tag mit genau diesen Problemen konfrontiert werden“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Es sei in der Tat so, dass die Platzverhältnisse nur wenig Parkplätze direkt am Festplatz zugelassen haben. Die vorliegende verkehrsbehördliche Anordnung erlaubte offiziell gar keine Durchfahrt bis zum Festgelände. „Wir sind den Betroffenen aber insoweit entgegen gekommen, dass sie bis zum Festgelände fahren und dort aussteigen konnten“, sagte von Oheimb und widerspricht damit dem betreffenden Hemminger. Auch dieser hätte direkt am Festgelände aussteigen können. Sein nicht behinderter Fahrer hätte den Wagen anschließend allerdings auf dem ausgewiesenen Parkplatz auf einem Feld an der Landstraße abstellen müssen.

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Für Menschen, die eine Gebehinderung haben, aber nicht im Rollstuhl sitzen müssen, habe es noch die Möglichkeit gegeben, sich mit einem Trecker vom Parkplatz an der Landstraße zum Festgelände transportieren zu lassen. „Dabei mussten allerdings drei Treppenstufen bewältigt werden, um auf den Trecker zu kommen“, sagte von Oheimb.

Von Tobias Lehmann