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Region Hemmingen Nachrichten Römerlager: Region will im Sommer entscheiden
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00:16 21.04.2019
Reise in die Vergangenheit: Besucher einer Veranstaltung lassen sich in die Zeit der Römer zurück versetzen. Quelle: Ingo Rodriguez (Archiv)
Hemmingen

Auskiesung oder Römerlager in Wilkenburg? Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht kritisiert das „Schwarze-Peter-Spiel“, wie er es nennt, zwischen der Region Hannover und dem Land Niedersachsen.

Römerlager: Region will im Sommer entscheiden

Die Region teilte am Donnerstag auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass sie voraussichtlich in diesem Sommer entscheiden werde. „Das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren - die Archäologie ist hier nur ein Aspekt – ruhte“, erläuterte Regionssprecher Klaus Abelmann. Die Region habe das Ministerium für Wissenschaft und Kultur gebeten „Auflagen zu formulieren, unter denen Kiesabbau vertretbar wäre“. Abelmann sagte, die entsprechenden Hinweise lägen aber mittlerweile vor und würden geprüft.

Schacht bemängelt: „Der Rat der Stadt hat im März 2017 eine eindeutige und fundierte Stellungnahme im Rahmen einer Resolution abgegeben, die bislang in keiner Weise angemessen gewürdigt wurde.“ Das Gegenteil sei eingetreten: „Im Moment sind wir zum Spielball bürokratischer Fachinteressen geworden. Statt eine Entscheidung zu treffen, wartet man mehr oder weniger auf Godot.“ Zur geplanten Auskiesung durch die Firma Holcim sagt er: „Die Versorgung mit Kies in diesem Land wird nicht zusammen brechen, wenn man die größentechnisch relativ bescheidene Fläche raumordnerisch als zu schützendes Denkmal definieren würde .“ Schacht fordert daher, das Römerlager zu erhalten und zu einem außerschulischen Lernort auszubauen.

Alle vier Ratsfraktionen hatten sich 2017 gegen eine Auskiesung der Fläche zwischen Wilkenburg und Arnum ausgesprochen. Nicht nur das „historische Erbe“ sei zu bewahren, heißt es in der Resolution. Die Auskiesung werde etwa auch wegen der Lärm- und Umweltbelastungen abgelehnt.

Anhörungstermin für Petition im Mai

Schacht wirft der Region und dem Land vor, beide hätten sich bisher nicht „ernsthaft mit den nachhaltigen und umfassenden Argumenten der Stadt Hemmingen sowie zahlreicher Anwohner auseinandergesetzt“. Hinzu komme: „Auch die fundierten Argumente der Römer Leine AG und deren zahlreiche Unterstützer werden sanft weggelächelt.“ Der Bürgermeister verweist auf die Landtagspetition mit mehr als 5000 Stimmen. „Sie sollte alle Fachleute und politisch Verantwortlichen aufhorchen lassen. Stattdessen ist ein nicht nachvollziehbarer Streit zwischen den Fachleuten der beteiligten Fachabteilungen von Region und Land entbrannt.“ Nach Auskunft der Initiatoren der Petition ist die Anhörung im Petitionsausschuss für den 21. Mai geplant.

Der Hemminger Verwaltungschef spricht von einer „einmaligen Chance“, um historisch bedeutsame Zusammenhänge an Ort und Stelle erklären zu können. Schüler und Studenten könnten eigene Grabungen machen. In Wilkenburg ließe sich etwas Außergewöhnliches entwickeln, das „weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus strahlen würde“.

Kleine Chronik zum Römerlager

Oktober 2015: Es wird bekannt, dass in Wilkenburg ein Römerlager entdeckt wurde. Archäologen haben aus der Luft seit Längerem eine rechteckige Grabenanlage östlich der Leine wahrgenommen, die sie als Römerlager gedeutet hatten. Ausgrabungen haben die Vermutung bestätigt.

Frühjahr 2016: Der ab 2017 geplante Kiesabbau wird sich verzögern. Die Kirchengemeinde, der Land im geplanten Abbaugebiet gehört, will die Fläche nicht verkaufen. Das Grundstück wird auch sonst nicht für die Auskiesung zur Verfügung gestellt.

September 2016: Die erste Informationstafel zum Römerlager wird aufgestellt. Teilnehmer eines Symposiums in Hemmingen kritisieren, dass sich Land und Region Hannover in Schweigen hüllen.

Dezember 2016: Die Denkmalbehörde der Region signalisiert, dass sie dem Kiesabbau zustimmen würde, aber unter Auflagen.Vor dem Baggern muss das Römerlager ausgegraben und alle Funde müssen dokumentiert werden.

Februar 2017: Für ein mögliches Besucherzentrum gibt es einen ersten Entwurf. Entworfen hat ihn Dr. Jens Broszeit, der einen Lehrauftrag an der Leibniz Universität Hannover hat.

März 2017: Der Rat der Stadt Hemmingen verabschiedet eine Resolution zum Erhalt des Römerlagers.

August 2018: Die Römer AG Leine beginnt mit der Gestaltung des Infopoints am Römerlager.

Februar 2019: Eine Initiative startet eine Landtagspetition zum Erhalt des Römerlagers. Schon Ende Februar steht fest: Es sind genug Stimmen zusammengekommen. zi

Mehr über einen der jüngsten Funde im Römerlagergebiet lesen Sie hier.

Von Andreas Zimmer

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