Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Neue Abholzeit und neuer Tarif: Das ändert sich im Hort
Region Hemmingen Nachrichten Neue Abholzeit und neuer Tarif: Das ändert sich im Hort
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 01.07.2019
Der Rat bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Quelle: Andreas Zimmer
Anzeige
Hemmingen

Ein Rundum-sorglos-Paket für die Kinderbetreuung: Das hat der Rat am Donnerstagabend geschnürt. Das Gremium beschloss einstimmig, dass es ab August 2019 Hortgruppen geben wird, aus denen die Kinder schon um 14.30 Uhr abgeholt werden. Bislang ist dies erst ab 16 Uhr möglich.

Die Stadt will den Eltern dieses Angebot auch in Zeiten der freiwilligen Ganztagsgrundschule machen, die erst zum Schuljahr 2018/19 eingeführt wurde. „Solange es die Nachfrage gibt, sollten wir es aufrechterhalten“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulff Konze. Er sprach von einem „Trumpf für den Standort Hemmingen“. Die Eltern könnten ab August wählen, ob sie ihre Kinder um 13, 14.30 oder 16 Uhr abholen. Die heutigen Familienstrukturen seien nun einmal unterschiedlich: In einigen arbeiten beide, in anderen nicht.

Anzeige

Roman Binder (Bündnisgrüne) merkte an, die Grünen stimmten zwar für das neue Betreuungspaket, sähen dies aber kritisch. „Es nimmt der Ganztagsschule die Kapazität“, sagte er. Bürgermeister Claus Schacht sagte, er sehe das ähnlich. Es handele sich jedoch um einen Prozess, in dem er sich mehr Engagement der Schulleitung wünsche. Für die Grundschule Arnum lägen mittlerweile die Anmeldezahlen fürs nächste Schuljahr vor: 110 Kinder für den Hort und 70 für die Ganztagsgrundschule. Die Stadt richtet nun kostenpflichtige Hortgruppen auch an den anderen beiden Grundschulen im Stadtgebiet ein, also in Hemmingen-Westerfeld und in Hiddestorf. Die Kosten für die Eltern richten sich nach deren Einkommen und belaufen sich auf 37 bis 93 Euro im Monat.

Der Rat hat zudem einstimmig beschlossen, dass sich ab August dieses Jahres die Geschwisterermäßigung in Krippe und Kindergarten ändert. Einige Eltern werden entlastet, andere müssen mehr zahlen. Der Rat hatte mit einer erneuten Beratung im Fachausschuss unter anderem auf Kritik vom Elternbeirat der Kindertagesstätten der Stadt reagiert, der vor einer Mehrbelastung für etliche Familien warnte. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Beismann machte am Donnerstagabend deutlich, dass Hemmingen „ein gutes Leistungsangebot zu extrem günstigen Preisen“ habe. „Wie eine Familie die Gesamtbelastung managt, ist nicht nur Sache der Stadt“, sagte er und verwies beispielsweise auf Steuerfreibeträge.

„Wir machen es nicht allen recht“

Zu Beginn der Ratssitzung hatte ein Zuhörer nach einer Sonderfallregelung gefragt. Konze räumte ein: „Wir machen es nicht allen recht, aber das geht auch nicht.“ Es sei ähnlich wie beim Steuerrecht. Man passe etwas für eine Bevölkerungsgruppe an und beeinflusse damit automatisch andere Gruppen. Bisher brauchten Eltern, wenn Geschwister gleichzeitig eine Kita im Stadtgebiet besuchen und gemeinsam im Haushalt wohnen, für das zweitälteste Kind nur die Hälfte zu zahlen. Für jedes weitere entfällt die Gebühr ganz. Die neue Regelung sieht vor, dass Eltern für das Kind mit dem höchsten Betrag 100 Prozent zahlen, für das mit dem zweithöchsten 50 Prozent und für alle weiteren Kinder nichts – unabhängig vom Alter.

Fachbereichsleiterin Walburga Gerwing erläuterte, dass die meisten Kommunen in der Region Hannover ähnlich verfahren seien wie jetzt Hemmingen. In der Region müssten die Eltern in Hemmingen die niedrigsten Gebühren zahlen

Von Andreas Zimmer