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Region Hemmingen Nachrichten Falsche Polizisten betrügen Hemmingerin um 12.000 Euro
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13:18 18.11.2019
Zwei Hildesheimer müssen sich im Landgericht Hannover verantworten. Quelle: dpa
Hemmingen

Zwei Hildesheimer haben vier Seniorinnen um fast 59.000 Euro betrogen. Betroffen war auch eine 78-jährige Frau aus Hemmingen, die 12.250 Euro an die beiden Täter überreichte. Eine Springerin wurde um 3000 Euro betrogen, eine Hamelnerin um 30.000 Euro und eine Barsinghäuserin um 13.500 Euro. Beide Täter haben ein Geständnis abgelegt. Der auf mehrere Verhandlungstage angesetzte Prozess hat jetzt am Landgericht in Hannover begonnen.

Ein Täter wird auf frischer Tat gefasst

Bei den beiden Hildesheimern handelt es sich nicht um die Haupttäter der im Dezember 2017 und Januar 2018 begangenen Taten. Diese agierten von der Türkei aus. Sie riefen die Seniorinnen an, gaben sich als Polizeibeamte aus und behaupteten, das Geld auf der Bank sei nicht mehr sicher und müsse geschützt werden. Die Seniorinnen sollten ihnen das Geld deshalb überreichen. Der jetzt vor Gericht stehende 28-jährige Hildesheimer sollte die Verteilung der Beute vor Ort überwachen. Der zweite Täter (24) holte das Geld an dem Ort ab, der zuvor telefonisch vereinbart worden war.

Die letzte der vier Taten geschah in Hemmingen. Dabei wurde der Täter, der das Geld abholen wollte, auf frischer Tat ertappt. Der zweite Angeklagte wurde wenige Tage später an seinem Arbeitsplatz verhaftet. „Den Job habe ich dann verloren“, sagte der Metallgießer in der Verhandlung.

Bewährungsstrafe ist „nicht naheliegend“

Anwalt Matthias Kracke fragte gleich zu Beginn der Verhandlung, ob Verständigungsgespräche mit den Opfern Sinn machen würden. Dabei gehe es ihm vor allem darum, für seinen 28-jährigen Mandaten noch eine Bewährungsstrafe zu bekommen. Richter Martin Grote sagte, dass eine Bewährungsstrafe für diesen Täter „nicht naheliegend“ sei. In Absprache mit seinem Mandaten verzichtete der Anwalt dann auf die Gespräche.

Auf eine Bewährung hoffen kann jedoch der zweite Täter. Dessen Anwalt Philipp Götze teilte mit, dass sein Mandant eines Tages von dem 28-Jährigen angesprochen und gefragt wurde, ob er Geld brauche. „Da mein Mandant zu dem Zeitpunkt arbeitslos war, brauchte er Geld“, sagte Götze. Dabei sei dem 24-Jährigen bewusst gewesen, dass das alles wohl nicht ganz legal sei. „Doch Details über den Hintergrund hat er nicht erfahren“, sagte Götze.

Täter gab sich als Kommissar Stein aus

Auch Zeugen wurden in dem Prozess bereits befragt. Das erste Opfer war im Dezember 2017 eine 78-jährige Springerin. Sie schilderte, dass ein „Kommissar Stein“ sie angerufen habe und erzählte, dass eine andere Frau aus Springe ausgeraubt wurde und jetzt in großer Not sei. Der Anrufer bat das Opfer, der Ausgeraubten finanziell zu helfen. „Normalerweise vertraut man ja auf das, was Polizisten sagen“, berichtete die 78-Jährige. Sie sei daraufhin zu ihrer Bank gefahren und habe 3000 Euro abgehoben, während der Täter zu Hause am Telefon blieb. „Ich sollte den Hörer nicht auflegen“, sagte die Springerin.

Der Täter bat sie dann, das Geld in einen Stoffbeutel zu legen und so in den Briefkasten zu stecken, dass er ein wenig herausgucke. Ein Kollege werde das Geld dann abholen. Als die Frau kurz darauf nachschaute, war das Geld weg. „Das war sehr schlimm für mich, denn ich bekomme nur wenig Rente. Noch heute träume ich nachts schlecht“, sagte sie. Eine angebotene Entschuldigung des Täters, der das Geld bei ihr abgeholt hatte, lehnte die Frau ab. „Das macht es auch nicht wieder gut“, sagte sie.

Der Prozess wird am Donnerstag, 14. November, ab 9.15 Uhr im Landgericht Hannover im Saal 3H1 fortgesetzt.

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