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Region Hemmingen Nachrichten Kerim Pamuk im ausverkauften bauhof
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15:03 31.03.2019
Kerim Pamuk nimmt sein Publikum im bauhof mit in die postmoderne Problemwelt von Smartphones, Apps, Alt werden. Quelle: Torsten Lippelt
Hemmingen-Westerfeld

Die humoristischen Einblicke in die Plagen der heutigen deutschen Gesellschaft kamen gut an: Kerim Pamuk ist am Freitagabend in dem mit 100 Gästen ausverkauften Kulturzentrum bauhof in Hemmingen-Westerfeld aufgetreten. Der deutsche Schriftsteller und Kabarettist türkischer Herkunft aus Hamburg hielt dem Publikum getreu dem Motto seines aktuellen Programms „Selfies für Blindschleichen“ einen Spiegel des auch selbst erlebten Alltages vor.

Dazu gehörten kreative Wortfindungen und selbstbelügende Beschönigungen, die aus Problemen „Challenges“ und aus Niederlagen „Chancen“ machen, ebenso dazu wie der Wunsch der Älteren nach ewiger Jugend im Kreise ihrer davon peinlich berührten Kinder. Jeder mache auf jung, keiner wolle alt sein.

Kerim Pamuk stellt sein neues Programm im bauhof vor

„Ich wurde einst in der Türkei als Mann aus dem Pontus-Gebirge herausgeflext, jetzt bin ich eine sehr sensitive Metropol-Pussy“, urteilte er ironisch-selbstkritisch über die auf ihn einwirkenden Einflüsse in Deutschland, wo früher alles besser gewesen sei, beispielsweise bei den klassischen Telefonen mit ihrer Wählscheibe und Hörer. „Damals konnte man mal ein Gespräch empört und für jeden bemerkbar mit dem Aufknallen des Hörers beenden. Versuchen Sie das heute mal mit einem Handwischen über ihr Smartphone-Display“, wandte er sich an sein Publikum, mit dem er öfter im Dialog war. Vor allem – als Running Gag – gespielt energisch mit einem Paar in der ersten Reihe: „Du hast heute echt Quasselwassser getrunken. Ich rede mit Deiner Frau, nicht mit Dir“, strafte er den Ehemann ab.

Die Fußballer Cristiano Ronaldo und Lothar Matthäus bekamen auch ihr ironisches Fett weg. Kerim Pamuk scherzte zudem, dass viele Copy-Shops von persischen und sogenannten Zwölfer-Schiiten nur deshalb geführt würden, weil diese darauf warteten, dass der von ihnen verehrte und verschwundene zwölfte Iman genau dort erscheinen werde. Auch die Anwesenden im bauhof verschonte der Kabarettist nicht: „Der Hemminger redet gern, hört aber langsam, hat mir Karl-Heinz gesagt“, streute er ein offensichtlich erfundenes bauhof-Helfer-Zitat in sein Programm ein. „Aber Gangbang übersetze ich euch nicht. Das müsst ihr selbst googeln“, kokettierte er zudem mit alltäglichen Verständnisproblemen Älterer bei modernen Umschreibungen. Wer – außer ihm – spricht kurz vor seinem 50. Geburtstag auch schon hypermodern von „frisch entdeckten Soft Skills“, wenn man erkennt, dass man mit seinen altersbedingt knackenden Kniegelenken inzwischen Musik machen kann.

Lust auf den bauhof bekommen? Das Programm für die nächsten Wochen gibt es hier.

Von Torsten Lippelt

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