Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Beteiligung an Solaranlagen wird konkreter
Region Hemmingen Nachrichten Beteiligung an Solaranlagen wird konkreter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:23 24.02.2019
Die Energiegenossenschaft Energo will auf dem Dach des Hemminger Rathauses eine Photovoltaikanlage errichten. Edmund Jansen berichtet über Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger. Quelle: Daniel Junker
Hemmingen-Westerfeld

Bei einer Informationsveranstaltung im Hemminger Rathaus haben am Freitag die künftigen Betreiber von zwei Solaranlagen über mögliche Beteiligungsformen für Bürger berichtet. Edmund Jansen will mit der Energiegenossenschaft Calenberger Land (Energo) eine Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach bauen, die Hemminger Stefan Leffler und Andreas Lotze planen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) eine Anlage auf dem Dach des Büntebades. Bürger können sich mit Darlehen beteiligen. Rund 30 Interessierte kamen zu der Veranstaltung.

Nach einer Einführung von Axel Schedler, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt der Stadt Hemmingen, stellte Edmund Jansen zunächst das Konzept von Energo vor. Die Energiegenossenschaft will die Nutzung regenerativer Energiequellen in der Region vorantreiben. Seit 2015 errichtet und betreibt Energo Anlagen zur Energiegewinnung, an denen sich Bürger durch den Kauf von Genossenschaftsanteile beteiligen können. „Für jede Anlage wird eine eigene GbR gegründet“, beschrieb Jansen das Konzept. „Das Geld wird von den Beteiligten eingesammelt und dann ausgeschüttet.“ Unter den derzeit 90 Mitgliedern sind bislang zwei Hemminger.

Photovoltaikanlage auf dem Rathaus

Die Genossenschaft will auch eine Photovoltaikanlage auf dem Hemminger Rathaus betreiben. Die Energo geht von einer Anlage aus mit einer Nennleistung von bis zu 30 Kilowatt Peak (kWp).

Dem aktuellem Konzept nach soll Energo die Anlage auf dem Dach des Rathauses planen, finanzieren, bauen und betreiben. Die Stadt Hemmingen wiederum pachtet die Anlage für 20 Jahre. Mitglieder könnten sich mit mindestens 1000 Euro – vier Anteile mit jeweils 250 Euro – beteiligen.

Das Konzept für die geplanten Photovoltaikanlage auf dem Büntebad sieht etwas anders aus. Die Hemminger Andreas Lotze und Stefan Leffler haben sich um die Errichtung und den Betrieb der Anlage beworben und von der Stadt Hemmingen den Zuschlag erhalten. Die beiden Bürger, die bereits Erfahrung mit Solaranlagen haben, planen den Betrieb im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (BgR). Sie wollen eine Anlage mit einer Leistung von 39,6 kWp errichten, die aus zwei Generatoren mit je 19.8 kWp besteht.

„Dachschräge von 25 Grad bei Hallenbad ist ideal“

„Das Dach des Hallenbades ist mit seiner Schräge von 25 Grad ideal“, so Leffler. Da aber einige Bäume das Dach beschatten, sei die derzeit angedachte Leistung „konservativ berechnet“. Ein Vorteil der Anlage sei, dass das Hallenbad permanent Energie verbrauche –und damit auch nahezu 100 Prozent des durch die Photovoltaikanlage erzeugten Stroms. Vorteilhaft sei das deshalb, weil die Vergütung für die Einspeisung in das Stromnetz derzeit bei etwa 12 Cent pro Kilowattstunde liege, die Kosten für gekauften Strom bei 30 Cent. Demnach sei die Anlage bei einem direkten Verbrauch vor Ort profitabler. Das Konzept für den Betrieb der Anlage sieht eine ähnliche Kooperation zwischen Stadt und Investor wie beim Hemminger Rathaus vor.

Bürger könnten sich mit Privatdarlehen an den Anlagen von Lotze und Leffler beteiligen und erhalten dann die Zinsen ausgezahlt: dem aktuellen Stand und üblichen Zinssatz nach etwa 1,5 Prozent. Lotze und Leffler gehen von Gesamtkosten von 40.000 bis 45.000 Euro aus und wollen etwa die Hälfte davon über eine Bürgerbeteiligung finanzieren. Geplant sind aktuell 10 Anteile von von jeweils 2000 Euro.

Wie hoch die Ausschüttung bei der Genossenschaft wird, kann Edmund Jansen noch nicht sagen. Die Genossenschaft müsse Rücklagen bilden und habe in der Vergangenheit noch gar nichts ausgeschüttet. „Wir sind aber auf dem besten Wege dorthin.“ Jansen geht davon aus, dass bei einer Beteiligung von 1000 Euro nach 20 Jahren etwa 1800 bis 1900 Euro herauskommen. Mit der Errichtung der Anlage auf dem Rathausdach wolle Energo „am liebsten schon im März“ beginnen. Das Geld für die Anlage sei bei der Genossenschaft jetzt schon vorhanden. „Wir wollen aber, dass sie sich beteiligen. Es ist der Sinn, dass wir danach mit anderen Gebäuden weitermachen.“ Schließlich sei es das vorrangige Ziel, soviel CO2 wie möglich einzusparen.

Pro Klima und Klimaschutzagentur geben Tipps

Bei der Veranstaltung berichtete Rainer Tepe vom Enercity-Fonds Pro Klima über den Betrieb und die Rentabilität von Solaranlagen auf dem Dach von Privathäusern. Durch die Stromeinsparung, die Erwärmung des Hauses mit Sonnenkraft sowie die Einspeisung ins Stromnetz würden sich Solaranlagen in der Regel im Laufe nach neun bis zwölf Jahren rentieren. Tina Hackfurth von der Klimaschutzagentur Region Hannover stellte zudem den kostenlosen Solarcheck vor, bei dem Hausbesitzer und Unternehmen, ihr Gebäude sowie die technischen Anlagen kostenlos von einem unabhängigen Energieberater überprüfen lassen können.

Informationen zu den Fördermöglichkeiten von Anlagen gibt es bei ProKlima, Telefon (0511) 4301970. Infos zum Solarcheck der Klimaschutzagentur sind auf der Internetseite solar-checks.de zu finden. Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern können zudem Beratungstermine vereinbaren unter Telefon (0511 ) 22002288. dj

Von Daniel Junker

Mit Blick auf die geplante Verlängerung der Stadtbahnlinie 7 nach Hemmingen hat die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover damit begonnen, Dutzende Bäume an der Göttinger Landstraße zu fällen.

27.02.2019

Wegen eines brennenden Heizkissens musste die Feuerwehr Arnum am Sonnabendmittag ausrücken. Doch viel gab es für die Feuerwehrleute nicht mehr zu tun.

23.02.2019

Die Stadt Hemmingen gibt bekannt, wann und wo sie in der nächsten Woche den Schwerpunkt bei Geschwindigkeitskontrollen mit ihrer neuen Radarpistole setzt. Auftakt am Montag, 25. Februar, ist in Arnum.

23.02.2019